Starkes Übergewicht (Adipositas) gilt als chronisch progrediente Erkrankung mit vielfältigen Komorbiditäten. Forscher fanden jetzt auch Berührungspunkte zwischen Adipositas und Hauterkrankungen. So besteht für chronisch entzündliche Systemerkrankungen wie Psoriasis ein hohes Risiko für die Entwicklung einer Komorbidität wie z.B. das metabolische Syndrom (viszerale Adipositas, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und Insulinresistenz). Umgekehrt stellt das metabolische Syndrom selbst ein Risikofaktor für die Entstehung von Psoriasis dar. Das Bindeglied scheinen Entzündungsprozesse zu sein. Vermutet wird, dass überschüssiges Fettgewebe proinflammatorische Mechanismen auslöst, die die Entwicklung von Hautkrankheiten beeinflussen, so Prof. Matthias Blüher von der Universität Leipzig. Dabei spielt das weiße Fettgewebe eine Rolle, das für die Wärmeisolation, Energiespeicherung und Sekretion regulatorischer Peptide (Adipokine) verantwortlich ist. Die Freisetzung von Adipokinen aus dem Fettgewebe – Leptin, Adiponektin, Interleukin (IL) 6, Tumornekrosefaktor-alpha (TNF-α), Plasminogenaktivator-Inhibitor (PAI-1) – sind die Hauptdeterminanten der durch Adipositas bedingten Entzündung. Erhöhte Leptinspiegel lassen den Schluss zu, das Leptin einer der Faktoren sein könnte, der Adipositas und Psoriasis verbinden.
Quelle: Pressemitteilung Deutsche Dermatologische Gesellschaft e. V. (DDG) und Berufsverband der Deutschen Dermatologen e. V. (BVDD) zur Online-Pressekonferenz der DERMATOLOGIE kompakt + praxisnah (KoPra) 26.- 28.02.2026 / Vortrag Blüher M: Adipositas und Dermatosen



