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Seelische Faktoren in der chirurgisch-operativen Hochleistungsmedizin

Wegweiser in dem das Wort Seelsorge geschrieben steht.

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Seelische Faktoren in der chirurgisch-operativen Hochleistungsmedizin

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mgo medizin Redaktion

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3 MIN

Erschienen in: chirurgische Praxis

Teil 1 – Einführung

Der Körper-Seele-Zusammenhang wird zunehmend als wesentlich anerkannt, wobei auch somatische Erklärungen für diese Verbindung und gegenseitige Beeinflussung existieren. Somit wird der Spiritualität quasi eine Wissenschaftsfähigkeit zugesprochen. Der 1. Teil dieser narrativen Übersichtsarbeit thematisiert unter anderem, auf Basis von Fachliteratur und klinischer Praxis – einschließlich seelsorgerischer Erfahrungen in einem Klinikum mit hochspezialisierter chirurgisch-operativer Versorgung – diesen Zusammenhang.

Zusammenfassung

Die Beachtung seelischer Faktoren hat im Zuge der immer komplexeren Betrachtung eines Krankheitsgeschehens einen zunehmend Stellenwert erlangt. Ausgangspunkt ist die provokante These von Adler, dass eine rein mechanistische Medizin, die die Persönlichkeit und Geschichte der Patientin bzw. des Patienten außer Acht lässt, ein Risiko – insbesondere im chirurgischen Bereich – darstellt. Die Erkenntnisse dieser narrativen Übersichtsarbeit basieren auf selektiven Referenzen der einschlägigen, teils medizinisch-wissenschaftlichen Literatur sowie auf eigenen Erfahrungswerten im Umgang mit Patientinnen und Patienten der täglichen klinischen und seelsorgerischen Praxis eines Klinikums der vor allem chirurgisch-operativen Versorgung bis hin zur hochspezialisierten Betreuung.

Ergebnisse (Eckpunkte):

  • Das uralte Wissen um die Einheit und/oder enge Korrespondenz seelischer und körperlicher Belange stand mit der zunehmend erfolgreichen Erforschung des menschlichen Körpers seit dem Mittelalter in der Gefahr, in den Hintergrund zu rücken bzw. aktiv und aggressiv in diesen geschoben zu werden.
  • Die Gegenwehr der Kirchen vor allem im ausgehenden Mittelalter hat dies – vornehmlich aufgrund von deren Herangehensweise – zusätzlich vorangetrieben und dafür gesorgt, dass der »Gesprächsfaden« zwischen den jeweiligen Protagonisten weitgehend gerissen war.
  • Erst im ausgehenden 20. Jahrhundert hat man – sicher auch der Berührung mit Heilungskulturen anderer Weltgegenden im Gefolge der Globalisierung auch der Wissenschaft geschuldet – dieses alte Wissen wieder in den Blick genommen und zumindest auf abstrakter Ebene heute weitgehende gegenseitige Akzeptanz erreicht.
  • Moderne Menschen, die 1. mehr oder weniger ohne engere Beschäftigung mit Kirchen und Glauben aufgewachsen sind, 2. eine allgemeine humanistische Schulbildung und eine wissenschaftliche Studienlaufbahn beschritten haben, sind nachvollziehbar auf das Erlernen und die praktische Nutzung von technischen Fertigkeiten und biologischen Gesetzmäßigkeiten orientiert, ohne die sie keine verantwortungsbewussten Leistungen im Dienste der Gesundheit erbringen können.
  • Als nicht unwesentliche Ebene eines Lebensprozesses zwischen Gesundheit und Krankheit muss der Körper-Seele-Zusammenhang für das Gelingen aller Prozesse um Gesundheit und Krankheit bewusst sein.
  • Der Juvenal´sche Grundsatz, dass – etwas umgeschrieben – ein menschlicher Körper nur gesund sein kann, wenn ihm auch eine heile Seele innewohnt – einschließlich auch seiner unheilvollen Umkehrung – dieser Grundsatz verdient zu allen Zeiten höchste Beachtung.

Autoren: S. Bernstein, F. Meyer

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