Urologie » Berufspolitik

»

DRG-Forum 2026 vermisste Befreiungsschlag durch die Krankenhausreform

Hamburgs Gesundheitssenatorin Melanie Schlotzhauer verteidigt den gefundenen KHAG-Kompromiss mit dem Bund. (Foto: Senatskanzlei Hamburg/Jan Pries)

Quelle: Hamburgs Gesundheitssenatorin Melanie Schlotzhauer verteidigt den gefundenen KHAG-Kompromiss mit dem Bund.(Foto: Senatskanzlei Hamburg/Jan Pries)

DRG-Forum 2026 vermisste Befreiungsschlag durch die Krankenhausreform

Berufspolitik

Urologie

Berufspolitik

mgo medizin Redaktion

Verlag

2 MIN

Erschienen in: UroForum

Mit rund 2600 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, davon etwa 2300 vor Ort in Berlin, hat sich das DRG-Forum 2026 einmal mehr als zentraler Treffpunkt der deutschen Krankenhauslandschaft erwiesen. Inhaltlich stand die Veranstaltung klar im Zeichen des bevorstehenden Abschlusses des Krankenhausreformanpassungsgesetzes (KHAG) und damit einer Reform, die von vielen als tiefgreifendste Umgestaltung des Systems seit Jahrzehnten beschrieben wurde.

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, sprach von einem überfälligen Startpunkt: „Endlich geht es jetzt auch los – es ist aber kein befreiendes Aufatmen.“ Die Branche wolle gestalten, nicht länger nur diskutieren. Gleichzeitig ordnete Gaß die Reform in einen außergewöhnlichen Kontext ein: Pandemie, Ukrainekrieg und jahrelange politische Debatten hätten das System bereits massiv belastet und auch in der Bevölkerung Verunsicherung erzeugt. Die anstehende Transformation der Krankenhauslandschaft sei „die größte seit dem Zweiten Weltkrieg“ – und sie falle in eine Zeit, die alles andere als Routinebetrieb sei. Dennoch sei die Aufbruchstimmung spürbar. Weder anstehende Landtagswahlen noch politische Widerstände würden die Veränderungen aufhalten, so Gaß. Der demografische Wandel und der finanzielle Druck zwängen das System ohnehin zu mehr Ambulantisierung und strukturellen Anpassungen.

Länder pochen auf Gestaltungsspielraum

Hamburgs Gesundheitssenatorin Melanie Schlotzhauer stellte die enge Verbindung von Gesundheits- und Sozialpolitik heraus. Eine flächendeckende Versorgung lasse sich nur erreichen, wenn beide Bereiche zusammengedacht würden. Kritisch sieht sie vor allem Fehlsteuerungen in der Patientenlenkung. Im Reformprozess hätten die Länder wiederholt darauf hingewiesen, dass zu viel Zentralisierung den Zielen entgegenstehen könne. Dennoch verteidigte Schlotzhauer den gefundenen Kompromiss: Ein Vermittlungsausschuss hätte aus ihrer Sicht kein besseres Ergebnis gebracht.

Konfliktpotenzial sieht sie allerdings bei der Umsetzung – etwa bei den Pflegepersonaluntergrenzen. Deren grundsätzliche Bedeutung sei unstrittig, die kurzfristige gesetzliche Verankerung in den Leistungsgruppen jedoch problematisch. Einige Länder könnten die Vorgaben bis Anfang 2027 kaum erfüllen. Zudem fordern die Länder eine fundierte Analyse der finanziellen Auswirkungen, über die der Bundesrat zeitnah beraten soll. Auch regional unterschiedliche Folgen der Reform bleiben ein Thema. Besonders in ostdeutschen Bundesländern gebe es nachvollziehbare Sorgen über die konkreten Effekte der neuen Strukturen.

Franz-Günter Runkel

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Medizinische Fachperson im OP mit Datenbrille und erhobenen Haenden, Symbolbild fuer 3D-Rekonstruktion und Augmented-Reality-Navigation in der urologischen Chirurgie

3D-Rekonstruktion und Augmented-Reality-Navigation in der urologischen Chirurgie

Fachartikel

3D-Rekonstruktionen und Augmented Reality gewinnen in der urologischen Chirurgie an Bedeutung – besonders bei der roboterassistierten Nierenteilresektion. Interaktive 3D-Modelle unterstützen die präoperative Planung (Gefäßversorgung, Resektionsgrenzen, Tumorlokalisation) und können per AR als Overlay ins Livebild integriert werden. Studien berichten kürzere Ischämiezeiten, weniger Blutverlust und Komplikationen; RCT-Daten werden 2026 erwartet.

Urologie

Operative Urologie

Beitrag lesen
Person im Rollstuhl in einem hellen Innenraum, Symbolbild fuer neurogene Harnblase, Blasenkrebs und besondere Risiken bei Querschnittlaehmung

Neurogene Harnblase und Blasenkrebs: Besondere Risiken bei Querschnittlähmung

Fachartikel

Querschnittgelähmte mit neurogener Blase haben ein deutlich erhöhtes Risiko für Harnblasenkrebs und erkranken im Schnitt rund 20 Jahre früher als die Allgemeinbevölkerung. Häufig sind die Tumoren muskelinvasiv, schlecht differenziert und es treten vermehrt Plattenepithelkarzinome auf; die Mortalität ist erhöht. Ein etabliertes Screening fehlt – empfohlen werden regelmäßige Sonografie und großzügige MRT-Abklärung.

Urologie

Sonstiges

Beitrag lesen
Person im Arztkittel arbeitet mit Taschenrechner neben Laptop und Stethoskop, Symbolbild fuer Rotstift Reform im Gesundheitswesen und gefaehrdete Patientenversorgung

Rotstift-Reform im Gesundheitswesen gefährdet Patientenversorgung

Berufspolitik

Im Umfeld der 147. Hauptversammlung des Marburger Bunds am Wochenende hat der Verband eine Stellungnahme zum Regierungsentwurf für ein GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz veröffentlicht. Der Marburger Bund warnt darin eindringlich vor den Folgen des GKV-Spargesetzes für die Patienten.

Urologie

Berufspolitik

Beitrag lesen