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Die Pupillengröße ist mit der Atmung synchronisiert

Die Pupillengröße ist mit der Atmung synchronisiert

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Erschienen in: Der Allgemeinarzt

„Sie kennen vermutlich die Redewendung, Augen seien das Fenster zur Seele – aber jetzt stellt sich heraus, dass sie auch mit der Atmung verbunden sind“, schreibt Martin Schaefer, Neurowissenschaftler am Karolinska Institutet Stockholm, in den NeuroScience News [1]. Seine neue Studie [2] zeigt, dass die Pupillengröße beim Ausatmen größer ist als beim Einatmen. Dieser Effekt bleibt unter verschiedenen Bedingungen wie Licht, Fokus und kognitive Anstrengung robust.

Die Adaptation der Pupille auf Licht ist ein so elementarer Reflex, dass Ärzte und Ärztinnen ihn zur Einschätzung der Gehirnfunktion verwenden, beispielsweise um einen Hirntod festzustellen. Neben Schärfefokussierung und kognitiver oder emotionaler Beanspruchung galt er bisher als einzig empirisch gesicherte Pupillenreaktion. Die neue Studie, durchgeführt von einem schwedisch-niederländischen Forschungsteam unter Schaefers Leitung, kann daher als bahnbrechender Beitrag zur Grundlagenforschung gesehen werden.

Dafür wurden Atmung und Pupillengröße von 200 Teilnehmenden bei einer Entspannungsübung und unterschiedlich anspruchsvollen Aufgaben am Computer unter verschiedenen Licht- und Distanzbedingungen überwacht. Die Versuchspersonen wurden dabei dazu aufgefordert, mal schneller und mal langsamer zu atmen. In jedem Fall wurde dabei dasselbe Muster festgestellt: Kurz vor dem Einatmen ist die Pupille am kleinsten, beim Ausatmen am größten, wobei sich diese Fluktuationen im Umfang eines Millimeterbruchteils bewegen. Das klingt zwar nach wenig, ist aber nach aktuellem Forschungsstand theoretisch genug, um die visuelle Wahrnehmung zu beeinflussen. Außerdem könnte sie zukünftig als Diagnosegrundlage dienen, beispielsweise um neurologische Erkrankungen früher zu entdecken.

„Die Entdeckung weist darauf hin, dass es eine tiefere Verbindung zwischen der Atmung und dem Nervensystem gibt, als wir bisher angenommen haben. Die nächste große Frage ist dann, ob diese kleinen Pupillenveränderungen beeinflussen, wie wir die Welt sehen“, resümiert Schaefer in seinem Artikel [1].

Julina Pletziger

Zitierte Literatur:
1 Schaefer M. Breathing syncs with pupil size, revealing a new mind-body link. NeuroScience News, April 2025
2 Schaefer M, Mathôt S, Lundqvist M et al. The pupillary respiratory-phase response: pupil size is smallest around inhalation onset and largest during exhalation. The Journal of Physiology 2025; 603(4): 987-1004

Bildquelle:© Victoria-Key – stock.adobe.com

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