Bereits minimale Verbesserungen bei Schlaf, Ernährung und körperlicher Aktivität können die Lebenserwartung und gesund verbrachte Lebensjahre messbar erhöhen. Das hat eine aktuelle australische Studie ergeben. Die Forscher analysierten dazu Daten von 59.078 Erwachsenen aus der UK Biobank und identifizierten die „kleinsten wirksamen Veränderungen“ in drei zentralen Lebensstilbereichen (SPAN: Sleep, Physical Activity, Nutrition), die gemeinsam einen relevanten Zugewinn an Lebenszeit ermöglichen. Schon sehr geringe Anpassungen, wie z.B. etwa 5 Minuten mehr Schlaf, 2 Minuten zusätzliche moderate bis intensive Aktivität oder kleine Verbesserungen der Ernährungsqualität führten bei Personen mit ungünstigem Ausgangsprofil zu rund einem zusätzlichen Lebensjahr. Etwas größere, aber weiterhin alltagsnahe Veränderungen resultierten in bis zu vier zusätzlichen krankheitsfreien Jahren. Entscheidend war die Kombination der Faktoren: Selbst, wenn einzelne Bereiche nur leicht optimiert wurden, ergab sich ein additiver Effekt auf die Gesamtlebensdauer (Lebens-SPAN und Gesundheits-SPAN). Für die ärztliche Praxis bedeutet dies: Schon niedrigschwellige, realistische Empfehlungen können einen klinisch relevanten Unterschied machen – insbesondere bei Patienten mit multiplen Risikofaktoren oder geringer Motivation.
Quelle: Koemel NA et al. eclinicalMedicine 2026; 92(103741. DOI: 10.1016/j.eclinm.2025.103741



