Viele Augenkrankheiten entwickeln sich schleichend. Doch wer raucht, beschleunigt diese Prozesse massiv. Die vielen giftigen Substanzen im Tabakrauch greifen fast alle Strukturen des Auges an, beeinträchtigen die Durchblutung in den feinen Gefäßen, fördern Entzündungen, schädigen Zellen des Sehnervs und erhöhen den oxidativen Stress. Bei bis zu 20% aller neuen Erblindungen ab dem 50. Lebensjahr ist Rauchen die Ursache. Studien zeigen zudem, dass Rauchen das Risiko für schwere Augenerkrankungen wie altersabhängige Makuladegeneration (AMD), Grünen Star und Gefäßverschlüsse z.T. um das Zwei- bis Vierfache erhöht. Auch Kinder, deren Mütter während der Schwangerschaft rauchen, entwickeln häufiger Augenfehlbildungen und Sehstörungen. Die Gefahr für das Sehvermögen wird jedoch deutlich unterschätzt, warnt die DOG-Expertin Prof. Dr. Teresa Barth. So reichen bereits wenige Zigaretten am Tag aus, um messbare Schäden zu verursachen. Die gute Nachricht: Rauchen gehört zu den vermeidbaren Risiken! Rauchstopp reduziert das Risiko sofort und nachhaltig – und lohnt sich in jedem Alter. Insbesondere bei AMD wird das Fortschreiten der Erkrankung und die Entwicklung in höhergradige Stadien nachweislich verzögert. Wer schwer tabakabhängig ist und aufhören möchte, bekommt Unterstützung von den Krankenversicherungen.
Literatur: Barth T et al. Die Ophthalmologie 2025. doi:10.1007/s00347-025-02299-3.
Quelle: Pressemeldung Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft e.V. DOG



