Dermatologie » Allgemeine Dermatologie » Versorgung, Forschung und Leitlinien

»

3D-Druck-Verfahren als präzise Modelle für die Hautforschung

Fortschrittliche medizinische Forschung mit biotechnologischen Geräten und Zellkulturen in einem Labor.

Quelle: © IM Imagery – stock.adobe.com

3D-Druck-Verfahren als präzise Modelle für die Hautforschung

News

Dermatologie

Psoriasis, Versorgung, Forschung und Leitlinien

mgo medizin Redaktion

Verlag

2 MIN

Erschienen in: DermaForum

An der Technischen Universität Wien (TU Wien) wurden 3D-Druck-Verfahren entwickelt, mit denen lebendes biologisches Gewebe zur Erforschung chronisch entzündlicher Hautkrankheiten hergestellt werden kann.

Da Schätzungen zufolge etwa ein Viertel der europäischen Bevölkerung unter Erkrankungen wie Psoriasis, Neurodermitis oder Akne leidet, besteht ein hoher Bedarf an aussagekräftigen Modellen. Herkömmliche Tierversuche stoßen hier oft an Grenzen, da sich tierische Haut in ihrer Anatomie und ihrem Immunverhalten signifikant von der menschlichen Haut unterscheidet.

Limitierungen bisheriger Hautmodelle

Bisher genutzte Methoden zur Herstellung hautähnlicher Proben weisen oft strukturelle Mängel auf. Wie Prof. Georg Stary von der Universitätsklinik für Dermatologie der Medizinischen Universität Wien erläutert, fehlt bei der Einbettung von Bindegewebszellen in Kollagen-Lösungen häufig die Kontrolle über die räumliche Struktur. Zudem sind diese Zellschichten wenig langlebig, und die Integration von Immunzellen oder Blutgefäßen ist kaum möglich. Auch die sogenannte „Self-Assembly-Methode“, bei der Zellen unter Vitamin-C-Gabe eine eigene Matrix bilden, gilt als zeitintensiv und weist eine mangelnde Reproduzierbarkeit auf.

Präzision durch Bio-Tinte

Die Forschungsgruppe um Prof. Aleksandr Ovsianikov an der TU Wien setzt hingegen auf das Bioprinting-Verfahren. Hierbei wird aus lebenden Zellen und einem Hydrogel eine „Bio-Tinte“ erzeugt, die Schicht für Schicht präzise aufgetragen wird. Dieser Prozess ermöglicht den Aufbau eines dreidimensionalen Gewebes, dessen Struktur gezielt definiert werden kann. Ein neu erschienener Review-Artikel präsentiert nun die Fortschritte, die durch die Auswahl spezifischer Hydrogele und Zelltypen erzielt wurden.

Anwendung bei Psoriasis und Diabetes

Die kontrollierte Herstellung der Modelle erlaubt es, spezifische Krankheitsbilder im Labor zu simulieren:

  • Psoriasis: Andrea Gabriela Ulloa-Fernández (TU Wien) entwickelte Modelle, die T-Zellen enthalten. An diesen Strukturen lässt sich die Reaktion auf entzündungshemmende Medikamente unter kontrollierten Bedingungen untersuchen.
  • Entzündungsforschung: Die Modelle dienen dem Testen neuer Wirkstoffe gegen chronische Entzündungen.
  • Vaskuläre Schäden: Durch die Integration von Blutgefäßen in die gedruckten Strukturen können zudem diabetesbedingte Gefäßschäden erforscht werden.

Durch die exakte Gestaltung der extrazellulären Matrix bietet das Verfahren ein hohes Maß an Kontrolle über die Gewebeeigenschaften. Die beteiligten Wissenschaftler:innen hoffen, dass diese künstlichen Hautmodelle die dermatologische Forschung unterstützen und künftig eine verlässliche Alternative zu Tierversuchen darstellen können.

Quelle: Aigner, F. (2025, 30. Dezember). Mit 3D-Druck gegen Hautkrankheiten. Technische Universität Wien.

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Aerzteteam verfolgt eine Online Fortbildung an mehreren Monitoren als Web Tipp fuer Kurzentschlossene

Web-Tipp für Kurzentschlossene

Kongressberichte

Am 20. Juni 2026 beleuchtet ein digitales Symposium via Livestream neue Therapieansätze moderner Hauterkrankungen. Das wissenschaftliche Programm für Fachpersonal umfasst Vorträge zu Haarausfall, Vitiligo, Anaphylaxie und Acne tarda

Dermatologie

Allgemeine Dermatologie

Digitale Dermatologie

Beitrag lesen
Person mit ausgepraegter Roete und Entzuendung im Gesicht als Beispiel dafuer, wo medizinische Notwendigkeit auf aesthetische Praezision trifft

Wo medizinische Notwendigkeit auf ästhetische Präzision trifft

Fachartikel

Wo endet eine klassische Heilbehandlung und wo beginnt ästhetische Optimierung? In der täglichen Praxis können diese Grenzen durchlässig scheinen, da innovative Verfahren wie das „Layering“ oder segmentale Peelings sowohl pathologische Hautveränderungen therapieren als auch das Hautbild nachhaltig verjüngen können. Wir fragen nach, wie sich medizinische Expertise und ästhetischer Anspruch synergetisch verbinden lassen.

Dermatologie

Allgemeine Dermatologie

Versorgung, Forschung und Leitlinien

Beitrag lesen
Kind mit Sonne aus Sonnencreme auf der Schulter als Symbol fuer natuerlich entspannt durch den Sommer

Pharmameldung: Natürlich entspannt durch den Sommer

Pharmaservice

Diese Pflegeprodukte setzen auf rein natürliche Inhaltsstoffe und medizinische Expertise, um akute Hautreizungen zu lindern. Die Rezepturen basieren auf wirkstoffreichen Ölen und pflanzlichen Komponenten wie Aloe Vera, die zur Regeneration nach UV-bedingten Entzündungen oder Insektenstichen beitragen können.

Dermatologie

Allgemeine Dermatologie

Versorgung, Forschung und Leitlinien

Beitrag lesen