Dermatologie » Tumoren und Präkanzerosen » Malignes Melanom

»

Deutsche Krebshilfe fördert Forschungsprojekt zur Verbesserung der Nachsorge bei schwarzem Hautkrebs

Dermatologe in Latexhandschuhen hält ein Dermatoskop in der Hand, während er eine schöne Frau mit Hautkrankheit untersucht

Deutsche Krebshilfe fördert Forschungsprojekt zur Verbesserung der Nachsorge bei schwarzem Hautkrebs

News

Dermatologie

Tumoren und Präkanzerosen

Malignes Melanom

mgo medizin Redaktion

Verlag

4 MIN

Die drei Hochschulstandorte Magdeburg, Dresden und Regensburg entwickeln und erproben ein neues patientenorientiertes Nachsorgeprogramm in Kooperation mit Betroffenen und Fachkräften. Die Deutsche Krebshilfe fördert das Projekt mit rund 888.500 Euro.

Fast 24.000 Menschen erkranken in Deutschland jedes Jahr an schwarzem Hautkrebs (Melanom) – einer besonders aggressiven Tumorart, die für Betroffene mit erheblichen körperlichen und psychischen Belastungen während und nach einer Tumorbehandlung verbunden ist. Um diesen Herausforderungen besser gerecht zu werden, startet unter der Leitung der Universitätsmedizin Magdeburg das Forschungsprojekt „LeMela – Leben mit Melanom“. Ziel ist es, ein sogenanntes Survivorship-Care-Programm (SCP) für Menschen mit metastasiertem Melanom zu entwickeln und dessen Machbarkeit zu prüfen. Ein SCP ist ein strukturiertes Nachsorgeprogramm, das sich an Betroffene und deren Angehörige richtet, die sich einer Krebsbehandlung unterziehen oder eine Krebserkrankung bereits überstanden haben. Dieses Programm soll die Bedürfnisse der Betroffenen in den Mittelpunkt stellen und ihre Versorgung ganzheitlich verbessern. Gemeinsam mit Betroffenen, Angehörigen und medizinischen Fachkräften wird das Programm entwickelt und an den Hauttumorzentren der Universitätskliniken Dresden und Regensburg auf Praxistauglichkeit getestet.

Versorgungslücke schließen

Das Melanom gilt als besonders gefährlich, da es ohne rechtzeitige Behandlung Metastasen bilden und andere Organe befallen kann. Sobald der Tumor auf andere Organe übergegriffen hat, spricht man von einem metastasierten Melanom. Trotz bedeutender Fortschritte bei den Behandlungsmöglichkeiten stehen Menschen, die ein metastasiertes Melanom überleben, oft vor erheblichen Herausforderungen im Zusammenhang mit den Folgen der Krankheit und ihrer Behandlung. Dazu gehören körperliche Beschwerden wie Schmerzen, Müdigkeit und Übelkeit. Hinzu kommen psychische Belastungen, die oft weit über die eigentliche Behandlungsphase hinaus anhalten. Diese Herausforderungen machen eine kontinuierliche, individuell angepasste Unterstützung essenziell.
„Bislang ist zu wenig darüber bekannt, welche Versorgungsbedarfe Menschen mit einem metastasierten Hautkrebs während oder nach einer Tumorbehandlung haben und wie eine patientenorientierte Nachsorge konkret ausgestaltet werden kann. Unser Ziel ist es, diese Lücke in der Versorgung zu schließen und ein partizipativ entwickeltes Nachsorgeprogramm zu schaffen, das die Bedürfnisse der Betroffenen konsequent in den Mittelpunkt stellt“, erklärt Studienleiter Prof. Christian Apfelbacher, Direktor des Instituts für Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung (ISMG) der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Die Inhalte des SCP werden zunächst durch das Studienteam aus der Literatur über international existierende Nachsorgeprogramme zusammenfassend erarbeitet und gemeinsam mit den Betroffenen, deren Angehörigen sowie Fachkräften unter anderem aus der Onkologie, Psychoonkologie und Pflege besprochen und weiterentwickelt.

Praxistest an Tumorzentren in Dresden und Regensburg

Nach der Entwicklungsphase, koordiniert durch das ISMG, wird das neue Nachsorgeprogramm an den Hauttumorzentren der Universitätskliniken Dresden und

Regensburg modellhaft eingeführt und in einer Pilotstudie getestet. Ziel ist es, zu untersuchen, ob das zuvor erarbeitete SCP in der Praxis umsetzbar ist und ob es sich für die Durchführung einer Wirksamkeitsstudie eignet. Dies soll als Grundlage für eine zukünftige, groß angelegte Studie dienen. „Unser Anspruch ist es, neue Standards in der Versorgung von Menschen mit metastasiertem Melanom zu setzen und langfristig die Gesundheitssituation und Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern“, betont Prof. Apfelbacher.
„Wir engagieren uns seit langem für eine flächendeckende Prävention und Hautkrebsvorsorge, die alle Menschen auch in ländlichen Regionen erreicht. Das neue Projekt schließt hier nahtlos an. Wir wollen Patientinnen und Patienten auch nach der Diagnose begleiten und ihnen helfen, mit der Erkrankung und der Therapie gut umzugehen“, sagt Prof. Friedegund Meier, Leiterin Hauttumorzentrum am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden. „Für das Survivorship-Care-Programm können wir auf bestehende Daten zurückgreifen. Unsere Erfahrung zeigt, dass die Analyse großer Datensätze extrem hilfreich bei der Entwicklung von Therapien und der Vorhersage von möglichen Entwicklungen bestimmter Krankheitsbilder ist“, sagt Prof. Jochen Schmitt, Direktor des Zentrums für Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung, Universitätsklinikum Dresden.
„Wir sind fest davon überzeugt, mit unserem Programm Melanompatienten während und nach der Behandlung besser unterstützen und begleiten zu können. Dies wird dazu beitragen Langzeitfolgen der Erkrankung und Therapie besser zu bewältigen und somit die Lebensqualität zu verbessern“, betont Prof. Sebastian Haferkamp, Leiter des Hautkrebszentrums Ostbayern, Universitätsklinikum Regensburg.

Projektpartner

Das LeMela-Projekt ist eine Kooperation des Instituts für Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg mit der Klinik und Poliklinik für Dermatologie, Hautkrebszentrum Ostbayern, Universitätsklinikum Regensburg, dem Hauttumorzentrum am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen Dresden, Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus der Technischen Universität Dresden sowie dem Zentrum für Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung, Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus der Technischen Universität Dresden.

Quelle: Pressemitteilung der Medizinische Fakultät Universitätsklinikum Magdeburg

Bilderquelle: © LIGHTFIELD STUDIOS – stock.adobie.com

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Person untersucht die Kopfhaut einer anderen Person mit einer Lupe als Symbol fuer diagnostische Abklaerung bei Haarwuchsstoerungen

Wenn Kinderhaare nicht wachsen wollen

Fachartikel

Haare, die kaum wachsen und sich schmerzlos lösen – hinter diesem Bild steckt nicht immer Alopecia areata oder Trichotillomanie. Das Loose-Anagen-Hair-Syndrom (LAHS) betrifft bis zu 10 % der Kinder in Haarsprechstunden und bleibt oft lange unerkannt. Wie die Diagnose gelingt und was Eltern wissen müssen, zeigt dieser praxisnahe Beitrag.

Dermatologie

Haarerkrankungen

Alopecia areata, Weitere Haarerkrankungen

Beitrag lesen
Medizinische Illustration mit entzündlichen Knoten und Laesionen in der Achselhoehle als typisches Bild der Hidradenitis suppurativa

HS: Positive Langzeitdaten, hohe Ansprechraten

Pharmaservice

Neue Langzeitdaten der AAD 2026 belegen: Povorcitinib, ein oraler JAK1-Inhibitor, zeigt bei moderater bis schwerer Hidradenitis Suppurativa beeindruckende Ansprechraten – bis zu 71,4 % erreichten HiSCR50, 29 % sogar vollständige Symptomfreiheit. Als erste orale Therapieoption in dieser Indikation werden Zulassungsanträge bereits bei FDA und EMA geprüft.

Dermatologie

Entzündliche Dermatosen

Hidradenitis suppurativa

Beitrag lesen
Laechelnde Person mit gepflegtem Bart vor farbigem Hintergrund als Symbolbild fuer Themen rund um Bartwuchs

Förderung des Bartwuchses bei trans Männern

News

Bartwuchs spielt für viele trans Männer eine zentrale Rolle im Transitionsprozess – doch die Testosterontherapie allein reicht oft nicht aus. Eine randomisierte Doppelblindstudie zeigt: Topisches 3% Minoxidil verbessert Bartdichte und Lebensqualität signifikant. Ein vielversprechender Therapieansatz für eine bislang wenig beachtete Versorgungslücke.

Dermatologie

Allgemeine Dermatologie

Versorgung, Forschung und Leitlinien

Beitrag lesen