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Körperliche Nähe und Hormone können die Wundheilung beeinflussen

Zwei Personen umarmen sich herzlich in einem grünen Garten.

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Körperliche Nähe und Hormone können die Wundheilung beeinflussen

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mgo medizin Redaktion

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Erschienen in: DermaForum

Regelmäßige liebevolle und intime Interaktionen in engen Beziehungen haben das Potenzial, die Immunfunktion und damit die Gesundheit und Langlebigkeit zu verbessern.

Eine randomisierte, doppelblinde Studie untersuchte nun die Wechselwirkungen zwischen wiederholter intranasaler Hormongabe, einer verhaltensbezogenen Mikrointervention und täglicher körperlicher Intimität auf die Heilung dermatologischer Wunden.

Eine effiziente Wundheilung bei gesunden Menschen spiegelt die Anpassungsfähigkeit an physiologische Herausforderungen wider. Die Untersuchung der Wundheilung als Ergebnis der körperlichen Gesundheit und als Indikator für ein gesundes Immunsystem kann Aufschluss über den Einfluss sozialer Interaktionen hierauf geben. So konnte beispielsweise gezeigt werden, dass Ehekonflikte zu einer beeinträchtigten Wundheilung, veränderten Immunreaktionen und der Ausschüttung von Stresshormonen führen können.

Als Vermittler für die positiven Auswirkungen liebevoller Interaktionen auf das körperliche und psychische Wohlbefinden gilt das Neuropeptid Oxytocin. So konnten liebevolle Berührungen mit einem Anstieg des endogenen Oxytocins in Verbindung gebracht werden. Bislang wurde noch nicht untersucht, ob eine Oxytocin-Administration die Wundheilung bei Menschen beeinflusst.

Forschende aus Zürich evaluierten nun im Rahmen einer doppelblinden, randomisierten, placebokontrollierten Studie die wiederholte intranasale Verabreichung von Oxytocin in Kombination mit strukturierter positiver Interaktion (Partner Appreciation Task, PAT) bei 80 Liebespaaren. Die Paare wurden nach dem Zufallsprinzip doppelblind einer von vier Gruppen zugewiesen: Oxytocin-Behandlung vs. Placebo-Behandlung entweder mit oder ohne angeleitete PAT. Den Teilnehmenden wurden mittels eines Vakuumsaugers und Hitze vier Wunden am Unterarm zugefügt. Es entstanden Blasen mit einem Durchmesser von 0,7 Zentimetern, bei denen die Wundflüssigkeit abgelassen und die Epidermis entfernt wurde. Alle Wunden wurden mit Hydrokolloid-Verbänden abgedeckt. In den folgenden sieben Tagen wurden die Paare angewiesen, sich zweimal täglich entweder Oxytocin oder ein Placebo selbst zu verabreichen und insgesamt bis zu dreimal an einer PAT teilzunehmen oder auch nicht. Die Wundheilung wurde 24 Stunden und sieben Tage nach der Verletzung beurteilt. Während der gesamten Woche sammelten die Teilnehmenden Speichelproben für Cortisolanalysen und berichteten sechsmal täglich über ihren Stresslevel und ihre Erfahrungen mit der Interaktion mit ihrem Partner. Es zeigte sich, dass weder Oxytocin noch PAT allein die Wundheilung verbessern konnten. Jedoch war in Kombination mit PAT (tendenziell) bzw. mit alltäglicher Intimität (stärkere Effekte) Oxytocin mit einer schnelleren Genesung verbunden.

Fazit

Intimer Körperkontakt kann gemeinsam mit der Verabreichung von Oxytocin die Wundheilung fördern. Zukünftig könnten Beziehungsdynamiken und neurohormonelle Modulation in Interventionen integriert werden, um die Gesundheit und Genesung zu verbessern.

Martha-Luise Storre

Originalpublikation: Schneider E et al. Intranasal Oxytocin and Physical Intimacy for Dermatological Wound Healing and Neuroendocrine Stress: A Randomized Clinical Trial. JAMA Psychiatry. 2025 Nov 12:e253705.

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