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Prädiabetes-Remission halbiert Risiko für Herzinfarkt und vorzeitigen Tod

Ein älterer Mann greift sich mit schmerzverzerrtem Gesicht an die Brust, eine Frau sitzt neben ihm und wendet sich im besorgt zu.

Quelle: © motortion– stock.adobe.com

Prädiabetes-Remission halbiert Risiko für Herzinfarkt und vorzeitigen Tod

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mgo medizin Redaktion

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Erschienen in: diabetes heute

Eine internationale Analyse unter Beteiligung des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD), des Universitätsklinikums Tübingen und von Helmholtz Munich zeigt: Gelingt es Menschen mit Prädiabetes, ihre Blutglukosewerte durch Lebensstiländerung wieder in den Normalbereich zu bringen, halbiert sich ihr Risiko für Herzinfarkt, Herzschwäche und vorzeitigen Tod. Diese Erkenntnis könnte die Prävention von Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen revolutionieren und neue, messbare Ziele für die klinische Praxis und Leitlinien etablieren [1].

Prädiabetes: Mehr als ein Frühstadium

Millionen Menschen leben mit erhöhten Blutglukosewerten, oft ohne es zu wissen. Sie gelten als „prädiabetisch“ – ein Zustand, der bislang ohne klar definiertes Therapieziel blieb. Gewichtsabnahme, mehr Bewegung und gesündere Ernährung werden empfohlen, um das Risiko für Typ-2-Diabetes zu senken. Doch ob diese Maßnahmen auch das Herz langfristig schützen, war bisher nicht eindeutig belegt.

Remission als Schlüssel zum Schutz

Die neue Auswertung der beiden weltweit größten Diabetespräventionsstudien aus den USA und China bringt nun Klarheit: Entscheidend ist nicht allein die Lebensstiländerung, sondern ob dadurch tatsächlich eine Remission des Prädiabetes – also eine Normalisierung der Blutglukose – erreicht wird. Die Langzeitdaten von mehr als 2.400 Betroffenen zeigen: Wer es schafft, die Glukosewerte in den Normalbereich zu bringen, hat ein um rund 50 % geringeres Risiko für kardiovaskuläre Todesfälle und Hospitalisierungen wegen Herzinsuffizienz – unabhängig von Alter, Gewicht oder ethnischer Herkunft.

„Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine Remission des Prädiabetes nicht nur – wie bereits bekannt – den Ausbruch eines Typ-2-Diabetes verzögert oder verhindert, sondern Menschen auch langfristig vor schweren Herzkreislauferkrankungen schützt – und zwar über Jahrzehnte hinweg.“

Prof. Dr. Andreas Birkenfeld, Universitätsklinikum Tübingen und DZD

Ein neues Therapieziel für die Praxis

Bisher standen Blutdruck, LDL-Cholesterin und Rauchstopp im Mittelpunkt der Herz-Kreislauf-Prävention. Mit der nachhaltigen Normalisierung der Blutglukosewerte bei Prädiabetes könnte ein vierter, ebenso wichtiger Pfeiler hinzukommen. Ein nüchterner Blutglukosewert von ≤ 97 mg/dl erwies sich als einfacher Marker für ein dauerhaft geringeres Herzrisiko – und könnte künftig als Zielwert in der Hausarztpraxis dienen.

Deutschland: Präventionspotenzial bleibt ungenutzt

Im internationalen Vergleich rangiert Deutschland bei der Umsetzung wissenschaftlich fundierter Präventionsmaßnahmen laut Public Health Index auf einem der letzten Plätze. Die neue Studie zeigt, wie viel Potenzial in der konsequenten Prävention steckt und wie konkrete Zielwerte die öffentliche Gesundheit entscheidend verbessern können.

Fazit

Die Remission von Prädiabetes sollte künftig als primäres Therapieziel in Leitlinien zur Prävention von Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen verankert werden. Für die Praxis bedeutet das: Die frühzeitige Normalisierung der Blutglukose ist nicht nur für die Diabetesprävention, sondern auch für den Schutz von Herz und Gefäßen von zentraler Bedeutung.


Quelle: Pressemitteilung des DZD (Deutsches Zentrum für Diabetesforschung) vom .13.12.2025: Neue Studie zeigt: Remission von Prädiabetes schützt Herz und Leben
https://www.dzd-ev.de/artikel/neue-studie-zeigt-remission-von-praediabetes-schuetzt-herz-und-leben

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