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Einblick in Leitlinie zum Fertilitätserhalt bei onkologischen Erkrankungen

Spermien auf den weg zur Eizelle

Einblick in Leitlinie zum Fertilitätserhalt bei onkologischen Erkrankungen

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Fertilitätsprotektion

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Erschienen in: gyne

Die S2k-Leitlinie zum Fertilitätserhalt bei onkologischen Erkrankungen gibt Empfehlungen für die Beratung von Patientinnen und Patienten. Die von DGRM, DGU und DGGG im Mai 2025 in Version 2.0 veröffentlichte Handlungsempfehlung zeigt etablierte fertilitätserhaltende Techniken auf. Chemotherapie, Strahlentherapie und endokrine Therapien können die Keimdrüsen schädigen. Die Kryokonservierung von Eizellen und Ejakulat gehört zu den bewährten Methoden. Eine psychologische Betreuung sollte Betroffenen frühzeitig angeboten werden.

Die Therapie maligner Erkrankungen hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert. Dadurch steigen die Überlebensraten signifikant und ein bestehender Kinderwunsch wird bei Personen mit onkologischer Vorgeschichte immer häufiger zum Thema. Da viele Behandlungen jedoch die Funktion der Keimdrüsen teilweise oder komplett schädigen können, sollte ein möglicher zukünftiger Kinderwunsch bereits bei der Therapieplanung bedacht werden.

Die mögliche gonadale Schädigung hängt vom Alter der Patientinnen und Patienten sowie von Art, Dosis und Dauer der medizinischen Therapie oder Strahlentherapie ab. Die Chance, an einer therapierefraktären Infertilität zu leiden, belastet viele Betroffene. Deshalb müssen Konzepte zum Fertilitätserhalt und die entsprechende Beratung in die onkologische Behandlung eingebunden werden.

Aktualisierte S2k-Leitlinie zum Fertilitätserhalt

Die Deutsche Gesellschaft für Reproduktionsmedizin e. V. (DGRM), Deutsche Gesellschaft für Urologie e. V. (DGU) und die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V. (DGGG) haben im Mai 2025 die aktualisierte Version 2.0 der S2k-Leitlinie Fertilitätserhalt bei onkologischen Erkrankungen veröffentlicht. Sie dient der Beratung und dem Einsatz fertilitätserhaltender Maßnahmen bei präpubertären sowie sich im reproduktiven Alter befindenden Patientinnen und Patienten. Die Leitlinie berücksichtigt die Lebensumstände, das individuelle Risikoprofil und die geplante onkologische Therapie. Sie bietet einen Überblick zu etablierten fertilitätserhaltenden Techniken sowie zum Vorgehen bei bestimmten Tumorarten.

Auswirkungen von Therapieverfahren auf die Fertilität

Die Leitlinie zeigt auf, wie Chemotherapie, Strahlentherapie und endokrine Therapien die Keimdrüsen schädigen können. Prof. Dr. rer. nat. Ralf Dittrich, DGGG-Leitlinienkoordinator von der Frauenklinik Universitätsklinikum Erlangen, erklärt diesbezüglich:

Die Dauer der endokrinen Therapie beim Mammakarzinom über 5 bis 10 Jahre bedeutet für die Patientinnen eine erhebliche Verschiebung der gewünschten Schwangerschaft in eine Lebensphase mit eingeschränkter oder erloschener ovarieller Reserve. Dieser Effekt ist nach derzeitigem Kenntnisstand der wichtigste fertilitätseinschränkende Einfluss einer endokrinen Therapie beim Mammakarzinom. Die Unterbrechung oder ggf. die Verschiebung einer endokrinen Therapie soll diskutiert werden, um eine frühzeitige Verwirklichung des Kinderwunsches zu ermöglichen.

Prof. Dr. rer. nat. Ralf Dittrich, Frauenklinik Universitätsklinikum Erlangen, DGGG-Leitlinienkoordinator

Fertilitätsprotektion bei Frauen und Männern

Die Leitlinie behandelt verschiedene fertilitätserhaltende Maßnahmen. Bei Frauen zählen dazu organerhaltende Operationsverfahren, die Transposition von Ovarien, der Gonadenschutz bei Bestrahlung und die Anwendung von GnRH-Agonisten. Die Kryokonservierung von Ovarialgewebe sowie von unfertilisierten Oozyten, Vorkernstadien und Embryonen gehört zu den weltweit etablierten reproduktionsmedizinischen Techniken. Patientinnen kann die Kombination verschiedener fertilitätserhaltender Maßnahmen angeboten werden.

Bei Männern stellt die Kryokonservierung von Ejakulat eine zeitnahe Lösung dar. Prof. Dr. med. Sabine Kliesch, DGU-Leitlinienkoordinatorin von der Klinik für Andrologie am Universitätsklinikum Münster, betont: „Vergessen wird leider oftmals, dass jugendliche Patienten hier rechtzeitig auch angesprochen werden. Die bestehende Zurückhaltung, oftmals eine Mischung aus Scham und Unwissenheit, sollte durch bessere Aufklärung durchbrochen werden.”

Psychologische Betreuung wichtig

PD Dr. med. Laura Lotz, DGGG-Leitlinienkoordinatorin von der Frauenklinik Universitätsklinikum Erlangen, weist darauf hin, dass nach der Krebsdiagnose zunächst die Auseinandersetzung mit der Diagnose im Vordergrund stehe. Dies bedeute für Betroffene auch die Konfrontation mit einer möglichen Fruchtbarkeitsstörung. Das könne zu Unsicherheit, Gefühlen der Bedrohung, Leere und Verlust führen. Eine psychologische Unterstützung sollte Patientinnen und Patienten sowie deren Partnern oder Eltern betroffener Kinder frühzeitig angeboten werden.

KI-gestützt, redaktionell bearbeitet nh

Quellen:

Leitlinie der AWMF

Leitlinie der DGGG e.V.

Bildquelle: © FullFrames – stock.adobe.com

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