Am heutigen Donnerstag, den 05.03.2026, wurde der diesjährige Fortbildungskongress (FOKO) des Berufsverbandes der Frauenärztinnen und Frauenärzte e. V. (BVF) in Düsseldorf feierlich eröffnet.
Appell für fachlichen Zusammenhalt und politisches Engagement
Mit einem eindringlichen Appell für fachlichen Zusammenhalt und politisches Engagement begann Dr. med. Christian Albring, der diesjährige Kongressleiter, die Veranstaltung. Der traditionsreiche FOKO sei „in Umfang, Vielfalt und Qualität seiner Themen einzigartig” und lebe von der persönlichen Begegnung, so Albring. Daher habe man sich erneut bewusst für eine reine Präsenzveranstaltung entschieden – mit zahlreichen Kursen, Hauptthemen und Symposien.
BVF trägt seit 1951 zur Verbesserung der Frauengesundheit bei
In seiner Rede würdigte Albring die Leistungen des BVF seit seiner Gründung im Jahr 1951. Der Verband habe wesentlich zur Verbesserung der Frauengesundheit in Deutschland beigetragen, etwa durch die Etablierung der organisierten Mutterschaftsvorsorge und die deutliche Reduzierung der perinatalen Mortalität. Auch die gewaltige Reduktion der Inzidenz von Erkrankungen, wie beispielsweise des Zervixkarzinoms, nannte Albring in diesem Zusammenhang.
Kritik an aktuellen politischen Rahmenbedingungen
Deutliche Worte fand der Kongressleiter zu den aktuellen politischen und strukturellen Rahmenbedingungen: Fehlende finanzielle Mittel, Bürokratie und technische Überforderung erschwerten zunehmend den Praxis- und Klinikalltag. Diverse aktuelle Entscheidungen der Politik sowie die gegenwärtige Krankenversicherungspolitik würden die Versorgung eher behindern, statt sie zu erleichtern.
Trotz dieses schwierigen Rahmens zeigte sich Albring zuversichtlich: Der BVF werde sich weiterhin mit Fachwissen und Beharrlichkeit in die gesundheitspolitischen Debatten einbringen – etwa bei der geplanten Neuordnung der Primärversorgung, die der Verband konstruktiv begleiten wolle.
Zum Abschluss betonte er die Bedeutung des Austauschs während der kommenden Kongresstage: „Möge der FOKO Inspiration, Wissen und Freude am Beruf erneuern.”
BVF-Präsident Haist betont Relevanz von Gynäkologinnen und Gynäkologen
BVF-Präsident Dr. med. Markus Haist, Pforzheim, begrüßte die zahlreichen Anwesenden und freute sich sichtlich über das alljährliche Zusammenkommen der Verbandsmitglieder. Gleich zu Beginn betonte er die hohe Relevanz dieses fachlichen Austauschs. Mit Blick auf die aktuelle Gesundheitspolitik von Bund und Ländern verwies Haist auf die zahlreichen Veränderungen, die auch Auswirkungen auf das Fachgebiet der Gynäkologie und Geburtshilfe hätten, und betonte die hohe Relevanz von Gynäkologinnen und Gynäkologen für die Versorgungsqualität und als primäre Anlaufstelle vieler Patientinnen – dies meist über einen sehr großen Teil ihres Lebens hinweg. Diese Strukturen hob Haist als essenziell hervor.
Nachwuchsförderung und mehr Frauen in Verantwortungspositionen
Im Rahmen des 75-jährigen Bestehens des BVF betonte der Präsident die hohe Relevanz der Nachwuchsförderung und Förderung von Frauen im Verband. Schließlich sei das Fachgebiet sehr weiblich geprägt und es sei demnach nur richtig, dass sich diese Tendenz auch in Verantwortungspositionen widerspiegele.
„Wer Veränderung will, muss sie auch angehen. […] An dem, was wir tatsächlich tun, werden wir gemessen.” Mit diesem Statement schloss Haist seine Ansprache und setzte damit einen Kurs fort, der in den jüngsten Forderungen des Berufsverbands bereits klar erkennbar war. Man möchte im Verband den berufspolitischen Wandel konkret mitgestalten und echte Verbesserungen für das Fachgebiet und die Patientinnen bewirken.
DGGG-Präsident Naumann: Gemeinsam gewinnen statt getrennt verlieren
Im Anschluss richtete der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V. (DGGG) das Wort an das Auditorium. Er gratulierte dem neu gewählten Präsidenten Haist sowie dem gesamten Vorstand des BVF zu ihren Ämtern und betonte die Einheit von Berufsverband und DGGG. Im Anschluss äußerte er sich ebenfalls kritisch zum aktuellen berufspolitischen Geschehen. „In diesen politisch schwierigen Zeiten gewinnen wir nur gemeinsam und verlieren getrennt”, so Naumann. Denn letztlich seien alle vor allem Frauenärztinnen und Frauenärzte – ganz unabhängig davon, mit welcher Organisation sie sich verbunden fühlten.



