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Hormontherapie bei trans-Personen geht wohl mit kardiovaskulären Risiken einher

Hormontherapie bei trans-Personen geht wohl mit kardiovaskulären Risiken einher

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Erhalten trans-Personen Hormontherapien, könnte das auch langfristig mit kardiovaskulären Risiken einhergehen. In einer neuen Studie veränderte sich die Körperzusammensetzung signifikant. Das unterstreicht die Bedeutung einer langfristigen, klinischen Überwachung.

Im Rahmen einer prospektiven Studie untersuchte ein Forscherteam um Dr. Tommy Lundberg vom Karolinska Institut in Stockholm die Veränderungen in der Körperzusammensetzung bei 17 trans-Männern und 16 trans-Frauen nach fünf bis sechs Jahren Hormontherapie (J Intern Med 2024). Sie prüften detailliert die Muskelzusammensetzung und Fettkompartimente mittels MRT. Zusätzlich wurden Muskelkraft, arterielle Steifigkeit und kardiometabolische Biomarker analysiert. Für viele trans-Personen sind geschlechtsangleichende Behandlungen wie Hormontherapien und in einigen Fällen auch chirurgische Eingriffe der Weg, ihre körperlichen Merkmale mit ihrer wahrgenommenen Geschlechtsidentität in Einklang zu bringen.

Das kann jedoch gesundheitliche Risiken mit sich bringen: Zum Beispiel gibt es bei der Testosteronbehandlung von trans-Männern Bedenken, dass diese das kardiovaskuläre Risiko erhöht. In den meisten Studien wurden die Veränderungen nach ein bis zwei Jahren Hormontherapie evaluiert; Langzeitergebnisse und eine detaillierte Analyse der Körperveränderungen fehlten bisher.

trans-Männer nahmen 70 % Bauchfett zu

„Wir haben gesehen, dass trans-Männer, die mit Testosteron behandelt wurden, ihre Muskelmasse im Durchschnitt um 21 % über sechs Jahre erhöhten, jedoch auch, dass die Menge an Bauchfett um 70 % zunahm“, wird Lundberg in einer Pressemitteilung des Karolinska Instituts zitiert. „Außerdem hatten sie mehr Leberfett und höhere Werte des ‚schlechten‘ LDL-Cholesterins, was das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen könnte.“

Bei trans-Frauen, die eine Östrogentherapie erhielten, waren die Veränderungen weniger ausgeprägt. Ihr Muskelvolumen nahm nach fünf Jahren Behandlung im Durchschnitt um 7 % ab, während die Muskelkraft unverändert blieb. Bei ihnen erhöhte sich das Gesamtfettvolumen, sie legten aber weniger Bauchfett zu.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, so die Forschenden, dass die größten Veränderungen in der Muskelgröße und -zusammensetzung innerhalb des ersten Jahres auftreten und sich anschließend in einem scheinbaren Plateau-Effekt stabilisieren. Im Gegensatz dazu veränderte sich das Fettgewebe, insbesondere im viszeralen und Leberfett bei trans-Männern sowie in der allgemeinen Fettmasse bei trans-Frauen, während der Behandlungsjahre weiter.

Langfristig auf Risiken überwachen

Einige der durch die Testosterontherapie bei trans-Männern induzierten Veränderungen könnten potenziell langfristige Gesundheitsrisiken mit sich bringen, wie zum Beispiel den signifikanten Anstieg des viszeralen Fettgewebes sowie erhöhte Leberfettwerte, Triglyceride und LDL-Cholesterin. Es sei wichtig, trans-Personen hinsichtlich der langfristigen gesundheitlichen Auswirkungen der geschlechtsangleichenden Hormontherapie kontinuierlich klinisch zu überwachen.

„Neben den gesundheitlichen Aspekten trägt unsere Forschung dazu bei, das Wissen über realistische Erwartungen an die maskulinisierenden und feminisierenden Effekte der Geschlechtshormonbehandlung zu erweitern“, sagt Lundberg. „Einige der Veränderungen waren jedoch relativ gering und sollten eine Vorsicht hinsichtlich der Erwartungen an langfristige und große Veränderungen in dieser Patientengruppe wecken.“

Quelle: aerztezeitung.de

Bilderquelle: © Adobe Stock – Tom; © MargJohnson_stock.adobe.com

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