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Impfkurs „Impfen Kompakt 2026″ beim FOKO

Ärztin in türkiser Kleidung impft eine Frau in der gynäkologischen Praxis am Oberarm.

Quelle: © Adam Gregor – stock.adobe.com

Impfkurs „Impfen Kompakt 2026″ beim FOKO

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mgo medizin Redaktion

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4 MIN

Erschienen in: gyne

Impfungen in der gynäkologischen Praxis gewinnen an Bedeutung, gerade bei Schwangeren sollte die Erhöhung der Impfquoten im Fokus der Aufmerksamkeit stehen. Der FOKO-Impfkurs „Impfen Kompakt 2026″ am 7. März 2026 in Düsseldorf vermittelt aktuelles Wissen zum Thema. Behandelt werden STIKO-Empfehlungen, neue Impfungen gegen RSV, Pneumokokken und Meningokokken sowie Impfungen in der Schwangerschaft. Die Arbeitsgemeinschaft Impfen des BVF richtet sich an Frauenärztinnen und Frauenärzte in Praxis und Klinik.


  • Kurs 31: Impfen Kompakt – Impfwissen 2026 Der Impfkurs für die gynäkologische Praxis und Klinik
  • Samstag 07.03.2026
  • 09.30 – 17.30 Uhr
  • Raum 26

Impfquoten müssen steigen

Impfungen gehören zu den wichtigsten Präventionsmaßnahmen in der Medizin. Doch während die Corona-Pandemie das Bewusstsein für Impfschutz geschärft hat, sinken die Quoten bei anderen wichtigen Impfungen. Besonders in der gynäkologischen Praxis besteht erheblicher Nachholbedarf.

Viele Infektionskrankheiten sind durch jahrzehntelange Impfprävention regelrecht aus dem Bewusstsein verschwunden. Doch ohne konsequenten Schutz würden diese Krankheiten zurückkehren. Besonders niedrig sind die Impfquoten in der Schwangerschaft. Studien zeigen, dass die Impfquote grundsätzlich eng mit der Einstellung des Praxis- und Klinikteams zum Impfen korreliert. Dort, wo das Praxisteam einen guten Impfschutz besitzt, sind auch bei Patientinnen und Patienten hohe Impfquoten zu verzeichnen.

FOKO-Impfkurs am 7. März 2026

Die Arbeitsgemeinschaft Impfen des Berufsverbandes der Frauenärztinnen und Frauenärzte führt auf dem Fortbildungskongress (FOKO) des BVF in Düsseldorf ihren ganztägigen Kurs zum Thema durch. „Impfen Kompakt 2026″ findet am Samstag, 7. März 2026 statt.

Gynäkologische Praxis als Impfpraxis

Bei Schwangeren geht es um die Erhöhung der Impfquoten für Influenza und Pertussis sowie um die neue Impfung gegen Respiratorische Synzytialviren (RSV). Die Impfraten bei Jugendlichen bezüglich der HPV-Impfung sowie die Raten bei onkologischen und chronisch kranken Patientinnen und Patienten zeigen erhebliche Defizite.

Der FOKO-Impfkurs behandelt alle Fragen rund um neue Impfempfehlungen gegen RSV, Pneumokokken, Zoster und Meningokokken sowie neue Impfstoffe gegen Chikungunya, Dengue und Mpox.

STIKO-Empfehlungen umsetzen

Die Ständige Impfkommission (STIKO) benennt die nach §§ 630a ff. BGB bestehende Pflicht der behandelnden Ärztinnen und Ärzte, im Rahmen von Routineuntersuchungen auf indizierte Impfungen hinzuweisen. Die Kassenärztlichen Vereinigungen zahlen die Impfleistungen extrabudgetär. Zudem hilft die Hotline für Impffragen des BVF (agimpfen@bvf.de) bei Impffragen weiter.

RECHTLICHE VERPFLICHTUNG
Nach §§ 630a ff. BGB sind behandelnde Ärztinnen und Ärzte verpflichtet, im Rahmen von Routineuntersuchungen auf Möglichkeit, Zweckmäßigkeit und Notwendigkeit indizierter Impfungen zum Schutz vor Infektionskrankheiten hinzuweisen und über die Folgen einer unterlassenen Impfung zu informieren.

HPV-Impfung für alle Jugendlichen

Die HPV-Impfempfehlung wird bei Mädchen und Jungen zu zögerlich umgesetzt. Die STIKO hat das primäre Ziel auf die Senkung der Krankheitslast aller HPV-assoziierten Tumoren ausgeweitet. Die WHO nannte als Impfziel die weltweite Eliminierung des Zervixkarzinoms. Die Impfquoten im Alter von 9 bis 17 Jahren stagnieren bei Mädchen um 50 %, bei Jungen liegen sie noch darunter.

Impfungen in der Schwangerschaft

Alle Schwangeren benötigen einen vollständigen Impfschutz einschließlich Hepatitis B und COVID-19. Wichtig ist die generelle Influenza-Impfung aller Schwangeren zum Schutz vor schweren Verläufen, infektionsbedingten Aborten und Frühgeburten sowie zum Nestschutz der Neugeborenen. Die seit 2020 bestehende STIKO-Empfehlung zur Pertussis-Impfung von Schwangeren in der 28. bis 36. Schwangerschaftswoche muss konsequent umgesetzt werden.

Alle notwendigen Impfungen mit Totimpfstoffen dürfen auch während einer Schwangerschaft gegeben werden. Fehlende Impfungen können im Wochenbett nachgeholt werden.

Weitere STIKO-Empfehlungen

Alle Jugendlichen sollten bis zum Alter von 17 Jahren Standardimpfungen erhalten: HPV-Impfung, Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis, Poliomyelitis, Hepatitis B sowie zweimalige Impfungen gegen Masern, Mumps, Röteln und Varizellen.

Neu eingeführt wurde die Empfehlung zur Impfung von Mädchen und Jungen von 12 bis 14 Jahren gegen Meningokokken der Serogruppen ACWY.

Personen ab 60 Jahren erhalten jährlich eine Influenza-Impfung sowie eine einmalige Impfung gegen Pneumokokken und eine zweimalige Impfung gegen Zoster. Diese Impfungen sollten auch bei chronisch Kranken und onkologischen Patientinnen und Patienten erwogen werden. Die Zoster-Impfung ist bei erhöhter Gefährdung bereits ab 18 Jahren zu verabreichen. Für Personen ab 75 Jahren empfiehlt die STIKO eine einmalige Impfung gegen RSV.

Impfkurs „Impfen kompakt 2026″

Der praxisnahe FOKO-Impfkurs richtet sich an Einsteigerinnen und Einsteiger sowie Fortgeschrittene. Behandelt werden das Impfwesen in Deutschland, das immunologische Prinzip des Impfens, Aufklärung und Dokumentation sowie Impfreaktionen, Kontraindikationen und die Auseinandersetzung mit Impfkritikern.

Im zweiten Teil geht es um alle impfpräventablen Erkrankungen und die empfohlenen Impfungen gemäß der STIKO. Erstmalig wird auch ein Ausflug zu den Reiseimpfungen unternommen. Den Abschluss bildet das Impfmanagement in der Praxis mit Bezug und Lagerung von Impfstoffen, Abrechnung und Delegation von Impfleistungen. Die Impftechnik wird beim abschließenden Live-Impfen im Auditorium vermittelt. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollten ihren eigenen Impfausweis zum Kurs mitbringen.

modifiziert nach Wojcinski M. Impfen – aber sicher! Impfen in der gynäkologischen Praxis. gynkongress 1 zum FOKO 2026. S. 16–18

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