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Projekt PREVENT erforscht nicht-hormonelle Verhütung

3D-Visualisierung einer molekularen Ringstruktur – Projekt PREVENT erforscht nicht-hormonelle Verhuetung und neue Wirkstoffe

Quelle: © Sharafat – stock.adobe.com

Projekt PREVENT erforscht nicht-hormonelle Verhütung

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mgo medizin Redaktion

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Erschienen in: gyne

Das Projekt PREVENT entwickelt nichthormonelle Verhütung für Frauen und Männer. Forschende der Goethe-Universität, des Universitätsklinikums Bonn und der Ludwig-Maximilians-Universität arbeiten an nebenwirkungsarmen Alternativen zur Antibabypille. Das Bundesforschungsministerium fördert das Projekt bis 2029 mit drei Millionen Euro. Die Forschenden setzen auf kleine Moleküle, die spezifisch Proteine in Spermien oder Eizellen blockieren. So sollen zuverlässige und reversible Verhütungsmittel ohne hormonelle Nebenwirkungen entstehen.

Nicht-hormonelle Verhütung für Frauen und Männer

In den 1970er-Jahren war die Antibabypille in den westlichen Staaten das am häufigsten verwendete Verhütungsmittel. In Deutschland nahm jede dritte Frau „die Pille”. Sie ist sicher und zuverlässig, wird von der Krankenkasse bezahlt und galt vor allem anfangs als Instrument weiblicher Selbstbestimmung.

Nebenwirkungen mindern Akzeptanz

Im Laufe der Zeit wurden jedoch Nebenwirkungen hormoneller Verhütungsmethoden bekannt. Diese reichen – je nach Präparat – von Übelkeit, Gewichtszunahme und Spannungsgefühlen in den Brüsten bis zu Bluthochdruck, Leberfunktionsstörungen und Thrombosen. Einige Medikamente wie Antibiotika oder Johanniskrautprodukte mindern zudem die Wirksamkeit der Verhütung.

Die Nebenwirkungen treten vergleichsweise selten auf, tragen aber dennoch zur abnehmenden Akzeptanz bei. Umfragen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zufolge verhüten seit 2023 weniger Frauen und Paare mit der Pille. Insbesondere bei jüngeren Erwachsenen hat das Kondom die Pille als Verhütungsmittel Nummer eins abgelöst.

Forschung an nebenwirkungsarmen Alternativen

Ein Forschungsteam um Dr. Claudia Tredup und Prof. Stefan Knapp vom Institut für Pharmazeutische Chemie der Goethe-Universität, Prof. Daniel Merk von der Ludwig-Maximilians-Universität München sowie Prof. Hubert Schorle vom UKB und Prof. Jean-Pierre Allam, ebenfalls UKB, arbeitet nun daran, nebenwirkungsarme Verhütungsmittel zu entwickeln, die nicht auf Hormonwirkungen beruhen.

„Hormonelle Verhütungsmethoden wie die Antibabypille verändern die Hormon-Kommunikation zwischen Gehirn und Eierstöcken und greifen so in den endokrinen Regelkreis ein. Daher sind sie nicht für alle Frauen geeignet. Bei PREVENT suchen wir nach alternativen, nicht-hormonellen Ansätzen für Frau und Mann, damit Paaren weitere Angebote der Kontrazeption gemacht werden können.”

Dr. Claudia Tredup, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main

Kleine Moleküle blockieren Proteine

Der Forschungsansatz fokussiert sich auf kleine Moleküle, die spezifisch Proteine blockieren, die ausschließlich in Spermien oder Eizellen vorkommen. So soll beispielsweise die Beweglichkeit der Spermien herabgesetzt werden, damit diese die Eizelle nicht mehr erreichen.

„Wir kennen zwar schon eine Reihe an Genen, die mit Unfruchtbarkeit in Verbindung stehen. Im PREVENT-Team wollen wir nun das Knowhow schaffen, um die entsprechenden Proteine als Zielstrukturen für sichere, nicht-hormonelle Verhütungsstrategien zu nutzen.”

Dr. Claudia Tredup, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main

Es sei nicht nur ein pharmazeutisches Forschungsprojekt, ist Tredup überzeugt. Man adressiere mit der Forschung nämlich das zentrale gesellschaftliche Ziel der reproduktiven Selbstbestimmung und der globalen Gesundheitspolitik.

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