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Rate der Mehrlingsgeburten nach Kinderwunschbehandlung sinkt

Arzt hält Zwillingshologramm, Symbol dass Mehrlingsgeburten nach in-vitro-Fertilisation sinken.

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Rate der Mehrlingsgeburten nach Kinderwunschbehandlung sinkt

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mgo medizin Redaktion

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Erschienen in: gyne

Die Kinderwunschbehandlung in Deutschland verzeichnet wichtige Fortschritte: Die Mehrlingsgeburtenrate nach Kinderwunschbehandlung liegt erstmals unter zehn Prozent. Das Deutsche IVF-Register dokumentiert für 2024 insgesamt 134.281 Behandlungszyklen. Seit 1997 kamen über 430.000 Kinder nach Kinderwunschbehandlung zur Welt. Der Single Embryo Transfer reduziert Risiken mittlerweile erheblich. Weiterhin bleibt das Alter der Frau entscheidend: Bei 30- bis 34-Jährigen liegt die Geburtenrate bei 30,9 %, bei 41- bis 44-Jährigen nur noch bei 9,3 %.

Single Embryo Transfer bewährt sich

Die neuesten Zahlen zu Kinderwunschbehandlungen in Deutschland zeigen, dass das Konzept des Single Embryo Transfers (SET) funktioniert. Bei dieser Methode wird nur ein Embryo zurückgegeben. Früher galten Mehrlingsgeburten nach erfolgreicher Kinderwunschbehandlung als häufig, da zwei oder mehr Embryonen transferiert wurden.

Wir kommen von über 20 % und haben nun erstmals eine Rate von unter 10 % bei den Mehrlingsgeburten.


Prof. Dr. med. Jan-Steffen Krüssel, Leiter des UniKiD der Universitätsklinik Düsseldorf und Vorstandsmitglied des Deutsches IVF-Register e.V.

Prof. Dr. med. Jan-Steffen Krüssel, Leiter des UniKiD der Universitätsklinik Düsseldorf und Vorstandsmitglied des Deutsches IVF-Register e.V.

Für 2024 dokumentiert die Kinderwunschmedizin 134.281 Behandlungszyklen. Die Schwangerschaftsraten beim Transfer von Frisch- und Auftauzyklen unterscheiden sich kaum noch. „Hier liegen die Schwangerschaftsraten für das Jahr 2024 bei nun beiden Behandlungsarten bei 30–31 %”, sagt Prof. Dr. med. Krüssel.

Umfangreiche Datenbasis seit 1997

Seit 1997 erfasst Deutschland die Behandlungsdaten zur Kinderwunschmedizin elektronisch. Über 2,6 Millionen Behandlungen wurden dokumentiert. In Deutschland kamen 433.858 Kinder nach einer Kinderwunschbehandlung zur Welt. „Wir greifen da auf viele Daten und Erfahrungen zurück”, sagt Dr. med. Andreas Tandler-Schneider, Vorstandsvorsitzender des Deutschen IVF-Registers e.V. (D·I·R).

Das aktuelle Jahrbuch wertet die Daten von 139 der 143 Mitgliedszentren für 2023 und 2024 aus. Die Geburtenrate pro Transfer betrug 2023 22,5 %. Während 2017 bei Frischzyklen noch 2.818 Mehrlingsgeburten entstanden (22,0 % aller Geburten), sank diese Zahl 2023 auf 1.039 (9,3 %). „Dass über 90 Prozent der Geburten Einlings-Geburten sind, bedeutet für Mutter und Kind ein deutlich geringeres Risiko”, sagt Prof. Dr. med. Krüssel.

Alter der Mutter entscheidend

Das Alter der Frauen spielt im Prozess weiterhin eine zentrale Rolle. In der Altersgruppe von 30 bis 34 Jahren liegt die Schwangerschaftschance pro Embryotransfer bei 39 %, die Geburtenrate bei 30,9 %. Bei Kinderwunschpatientinnen zwischen 41 und 44 Jahren sinken die Schwangerschaftsraten auf 17,1 %, die Geburtenrate liegt bei 9,3 %. Dr. Tandler-Schneider, Ärztlicher Leiter des Fertility Center Berlin und Vorstandsvorsitzender des Deutsches IVF-Register e.V., rät Patientinnen mit Kinderwunsch immer diesbezüglich zu beraten. Die Botschaft, die in der Beratung transportiert werden sollte, lautet: „Warten Sie nicht zu lange”.

Behandlungen mit Spendersamen nehmen zu

Behandlungen mit Spendersamen steigen deutlich an. Nach 1.129 Behandlungen 2018 verzeichnet das Register 2023 bereits 3.177 Fälle, die Behandlungen haben sich in diesem Zeitraum fast verdreifacht. In mehr als der Hälfte der Fälle liegt die Ursache der Kinderlosigkeit beim Mann, häufig bedingt durch eingeschränkte Spermaqualität.

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