Sport in der Schwangerschaft stärkt die Gesundheit von Mutter und Kind. Regelmäßige Bewegung lindert Beschwerden wie Rückenschmerzen, senkt das Risiko für Schwangerschaftsdiabetes und verbessert die mentale Gesundheit. Der BVF erklärt, welche Sportarten geeignet sind, wie Schwangere die richtige Belastung finden und wann ärztlicher Rat wichtig ist. Gelenkschonende Aktivitäten wie Schwimmen, Yoga oder Spazierengehen sind ideal. Ab dem zweiten Trimester sollte die Rückenlage vermieden werden.
Bewegung stärkt Gesundheit und Wohlbefinden
Regelmäßige Bewegung in der Schwangerschaft tut Mutter und Kind gut. Der Berufsverband der Frauenärztinnen und Frauenärzte e.V. (BVF) gibt in diesem Kontext praktische Tipps für die Beratung in der Praxis.
Sport gehört zu den wichtigsten Einflussfaktoren auf die Gesundheit, das gilt auch in der Schwangerschaft. Regelmäßige Bewegung stärke Ausdauer, Muskeln und Kreislauf. Sie lindere Beschwerden wie Rückenschmerzen oder Wassereinlagerungen. Zudem senke Sport das Risiko für Schwangerschaftsdiabetes und Bluthochdruck. Auch eine Verbesserung von Stimmung und Schlaf durch ausreichend Bewegung sei erwiesen, so BVF-Präsident Markus Haist.
„Früher hieß es, Schwangere sollten sich schonen, dieses Bild gilt heute als überholt. Es gibt keine Belege dafür, dass moderater Sport bei einer unkomplizierten Schwangerschaft negative Auswirkungen auf Mutter und Kind hat”
Markus Haist, Präsident des BVF und niedergelassener Frauenarzt in Pforzheim
Positive Effekte für das Baby
Studien zeigen, dass Bewegung in der Schwangerschaft die Durchblutung der Plazenta verbessert und die Herzkreislauffunktion des Babys positiv beeinflussen kann [1, 2]. Sportlich aktive Schwangere haben ein geringeres Risiko, ein zu schweres Baby oder ein Frühgeborenes zur Welt zu bringen [3]. Zudem deuten Studien auf eine höhere Schmerztoleranz bei der Geburt [4], eine geringere Kaiserschnittrate und eine kürzere postnatale Erholungsphase hin [3].
Geeignete Sportarten für Schwangere
Gelenkschonende Bewegungsformen bieten einen idealen Einstieg in die sportliche Aktivität:
- Spazierengehen
- Schwimmen
- Aquafitness
- Radfahren
- Yoga
- Pilates
Wer bereits regelmäßig trainiert hat, kann das gewohnte Programm in modifizierter Form weiterführen. Empfohlen werden mindestens 30 Minuten an fünf Tagen pro Woche [5, 6].
Anpassungen im Schwangerschaftsverlauf
Im ersten Trimester ist – abgesehen von Extrem- und Kampfsport – nahezu jede Sportart möglich. Ab dem zweiten Trimester sollte die Rückenlage beim Training vermieden werden, da diese bekannterweise zu Kreislaufproblemen führen kann. Im dritten Trimester sollte die Intensität reduziert werden. Aktivitäten mit erhöhtem Sturz- oder Verletzungsrisiko sowie Kontaktsportarten und schweres Krafttraining sind nicht empfehlenswert.
Die richtige Belastung finden
Ob die Belastung passt, lässt sich mit dem Talk-Test überprüfen: Ist während der Aktivität eine normale Unterhaltung möglich, liegt die Intensität im richtigen Bereich.
Aktivität durch ärztliche Beratung unterstützen
Frauenärztinnen und Frauenärzte sollten ihre Patientinnen im Rahmen der Beratung darauf hinweisen, Sport bei Warnsignalen wie vaginalen Blutungen, Wehentätigkeit, Verlust von Fruchtwasser, Atemnot oder Schwindel sofort zu beenden. Patientinnen mit Vorerkrankungen benötigen vor dem Einstieg ins Training eine individuelle ärztliche Beratung [3].
Grundsätzlich könne man den Patientinnen hier sehr gut weiterhelfen, schließlich kenne man die Frauen in der gynäkologischen Praxis über lange Zeiträume und könne somit individuell beraten, so das Fazit des BVF-Präsidenten Haist.
Literatur:
- van Poppel MNM et al. Maternal physical activity in healthy pregnancy: Effect on fetal oxygen supply. Acta Physiologica 2024; 240(11): e14229
- Clapp JF. The effects of maternal exercise on fetal oxygenation and feto-placental growth. Semin Perinatol 2023; 27(4)
- Bundeszentrum für Ernährung / Gesund ins Leben: Bewegung vor und in der Schwangerschaft. Handlungsempfehlungen für Fachkreise
- Reimers AK et al. Sport und Geburtsschmerz. Dtsch Z Sportmed 2015; 66(9)
- Koletzko B, Cremer M, Flothkötter M et al. Ernährung und Lebensstil vor und während der Schwangerschaft – Handlungsempfehlungen des bundesweiten Netzwerks Gesund ins Leben. Geburtshilfe und Frauenheilkunde 2018; 78: 1–22
- Pfeifer K, Banzer W, Ferrari N et al. Nationale Empfehlungen für Bewegung und Bewegungsförderung. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Köln 2017
Quelle: Pressemitteilung des BVF e.V. vom 15.04.2026: Fit mit Babybauch: Der BVF erklärt, warum Schwangere unbedingt aktiv bleiben sollten und gibt 7 Tipps, worauf es beim Sport ankommt



