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Therapie bei triple-negativem Brustkrebs im Fokus

Brustkrebs triple-negativ Forschung: Arzt betrachtet Mammographie mit markierter Tumorregion.

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Therapie bei triple-negativem Brustkrebs im Fokus

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mgo medizin Redaktion

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Erschienen in: gyne

Therapie bei triple-negativem Brustkrebs: An der Hochschule Coburg entwickelt die serbische Doktorandin Katarina Pecić neue Palladium-Cumarin-Komplexe als mögliche Alternative zu platinbasierten Chemotherapien. In internationalen Kooperationen untersucht sie mit modernen zellbasierten Testsystemen und 3D-Tumormodellen, wie die Substanzen auf TNBC-Zellen wirken und ob sie wirksamere und verträglichere Therapien ermöglichen.

Triple-negativer Brustkrebs im Fokus der Forschung

Triple-negativer Brustkrebs (TNBC) gehört zu den aggressivsten Brustkrebsformen und ist schwer zu behandeln. Weltweit sind bis zu 20 % aller Brustkrebspatientinnen betroffen, jährlich sterben rund 150.000 Frauen daran. An der Hochschule Coburg arbeitet nun eine Doktorandin aus Serbien an einem neuen Therapieansatz für diese Hochrisikoerkrankung.

Katarina Pecić promoviert in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Stefan Kalkhof im Promotionszentrum Analytics4Health der Hochschule Coburg. Beteiligt sind außerdem das Institute for Information Technologies der Universität Kragujevac in Serbien und das Team um Claudia Müller vom Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie IZI in Leipzig. Gemeinsam wollen die Forschenden Krebsbehandlungen wirksamer und zugleich verträglicher machen.

Prof. Dr. Stefan Kalkhof und Katarina Pecić vom Promotionszentrum Analytics4Health der Hochschule Coburg.
Prof. Dr. Stefan Kalkhof und Katarina Pecić vom Promotionszentrum Analytics4Health der Hochschule Coburg. © Andreas T. Wolf.

Palladium statt Platin

Klassische Chemotherapien nutzen meist platinhaltige Wirkstoffe, die die DNA von Krebszellen schädigen und dabei teils schwere Nebenwirkungen auslösen. Pecić arbeitet mit neu entwickelten Palladium-Cumarin-Komplexen, die an ihrer Heimuniversität in Kragujevac bereits bei verschiedenen Krebsarten vielversprechende Effekte zeigten.

Ich habe mich während meiner Forschung nach dem Masterabschluss für dieses Thema begeistert, […]. Als ich begann, mit neu synthetisierten Verbindungen – insbesondere Palladium-Cumarin-Komplexen – zu arbeiten, fiel mir ihre starke Wirkung auf unterschiedliche Krebszelllinien auf.

Katarina Pecić, Hochschule Coburg

TNBC hat sie auch persönlich motiviert: „Meine Großmutter war an Brustkrebs erkrankt“, erzählt sie. „[…] [Es] hat mir vor Augen geführt, wie dringend wir bessere Therapien brauchen. Das hat mich motiviert, meine Arbeit der Entwicklung wirksamerer und schonenderer Behandlungsmöglichkeiten zu widmen.“

Krebs auf molekularer Ebene verstehen

In Deutschland verursacht TNBC Schätzungen zufolge jedes Jahr rund 3.700 Todesfälle. Wegen der schlechten Prognose und begrenzten Behandlungsoptionen ist diese Form eine besondere Herausforderung der onkologischen Forschung. Pecić untersucht mit zellbasierten Testsystemen und proteomischen Analysen, wie Palladium-Verbindungen das Überleben und Absterben von Krebszellen beeinflussen. So kann sie Tausende von Proteinen parallel erfassen und zugrunde liegende molekulare Mechanismen sichtbar machen.

Ihr Ziel ist es, zentrale molekulare Zielstrukturen zu identifizieren und das Potenzial der Substanzen als selektivere und wirksamere Krebsmedikamente zu bewerten. Außerdem arbeitet sie an verbesserten Strategien für den Wirkstofftransport und testet die Verbindungen in 3D-Tumormodellen, die reale Tumorbedingungen imitieren.

Internationale Kooperation in Coburg

Die Kooperation zwischen dem Team von Prof. Dr. Stefan Kalkhof in Coburg und der Arbeitsgruppe von Prof. Zoran Marković in Kragujevac besteht seit drei Jahren. In dieser Zeit entwickelten die Forschenden neue metallorganische Verbindungen zur Behandlung aggressiver Tumoren und konnten für Katarina Pecić ein Promotionsstipendium einwerben, das aufgrund der überzeugenden Zwischenergebnisse verlängert wurde.

Nach der Promotion möchte sie in der Krebsbiologie und Bioanalytik bleiben und Forschungsprojekte mit medizinischer oder pharmazeutischer Relevanz verbinden. Ihre Arbeit wird aktuell durch ein Stipendium des Bayerisch-Hochschulzentrums für Mittel-, Ost- und Südosteuropa (BAYHOST) gefördert, das vom Freistaat Bayern finanziert wird.

Quelle: Pressemitteilung der Hochschule Coburg vom 27.11.2025: Doktorandin aus Serbien forscht an der Hochschule Coburg an neuer Therapie.

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