Das CaRe High Register (Cascade Screening and Registry for High Cholesterol) ist seit 2014 das zentrale deutsche Patientenregister für familiäre Hypercholesterinämie. Mit über 4.000 eingeschlossenen Patientinnen und Patienten trägt es maßgeblich zur Verbesserung der Versorgung bei dieser häufigen genetischen Stoffwechselerkrankung bei. Dieser Artikel beleuchtet die Entstehung, Funktionsweise und Potenziale des CaRe High Registers sowie dessen geplante Ausweitung auf weitere Fettstoffwechselstörungen.
Familiäre Hypercholesterinämie: Eine unterschätzte Volkskrankheit
Die familiäre Hypercholesterinämie (FH) ist die häufigste monogen bedingte Stoffwechselerkrankung und durch dauerhaft erhöhte Konzentrationen von Low-Density-Lipoprotein-Cholesterin (LDL-C) gekennzeichnet, die bereits ab der Geburt bestehen. Diese lebenslange LDL-C-Exposition führt unbehandelt zu einer beschleunigten Atherosklerose und einem deutlich erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse.
Genetische Ursachen der familiären Hypercholesterinämie
Die genetischen Ursachen der FH beruhen überwiegend auf Mutationen in Genen, die zentrale Rollen im LDL-Stoffwechsel spielen:
- LDLR-Mutationen: Veränderungen im Gen des LDL-Rezeptors machen etwa 85–90 % der bekannten genetischen Ursachen aus und führen zu einer verminderten Anzahl funktioneller LDL-Rezeptoren
- APOB-Mutationen: Mutationen im Apolipoprotein B-Gen sind für etwa 2–7 % der Fälle verantwortlich und beeinträchtigen die Bindung von LDL-Partikeln an den LDL-Rezeptor
- PCSK9-Mutationen: Gain-of-Function-Mutationen im Gen der Proprotein Convertase Subtilisin/Kexin Typ 9 führen zu verstärkter Degradation von LDL-Rezeptoren (weniger als 3 % der Fälle)
- LDLRAP1-Mutationen: Sehr seltene Mutationen im Gen des LDL-Rezeptor Adaptor Proteins 1
Heterozygote und homozygote Formen
Die heterozygote Form der familiären Hypercholesterinämie wird von einem betroffenen Elternteil vererbt und weist eine Prävalenz von etwa 1:250 in der Allgemeinbevölkerung auf. Aufgrund der chronisch erhöhten LDL-C-Spiegel besteht bei diesen Patientinnen und Patienten ein signifikant erhöhtes Risiko für das frühzeitige Auftreten kardiovaskulärer Erkrankungen, insbesondere für Myokardinfarkt und ischämischen Schlaganfall.
Die homozygote FH kommt mit einer Prävalenz von 1:250.000 bis 1:360.000 deutlich seltener vor. Die Vererbung von Mutationen von beiden Elternteilen führt dazu, dass die LDL-C-Werte nochmals höher als bei heterozygoter FH sind, und kardiovaskuläre Ereignisse treten häufig schon vor dem 10. Lebensjahr auf.
Entwicklung und Wahrnehmung der FH in Deutschland
Ein zentrales Versorgungsdefizit besteht in der unzureichenden Diagnoserate. Bei einer Bevölkerung von ca. 83,5 Millionen Einwohnern leben ca. 330.000 Personen mit FH in Deutschland. Zur Diagnoserate sind keine exakten Daten verfügbar. Lange Zeit ging man von 1–2 % aus. Aktuelle Schätzungen tendieren zu etwa 12.000 identifizierten Personen, was einer Diagnoserate von etwa 3,5 % entspräche.
Defizite in der genetischen Abklärung
Die genetischen Ursachen der FH sind gut charakterisiert, dennoch erfolgt eine genetische Abklärung in der Routineversorgung nur selten, auch wenn das systematische Kaskadenscreening von Familienangehörigen richtigerweise vom IQWIG empfohlen wird, weil dieses Vorgehen aufgrund der autosomal-dominanten Vererbung als besonders effektiv und kosteneffizient gilt. Dadurch bleibt eine große Zahl betroffener Verwandter unerkannt, obwohl sie ein vergleichbar hohes kardiovaskuläres Risiko aufweisen.
Versorgungslücken nach Diagnosestellung
Auch nach Diagnosestellung bestehen relevante Versorgungslücken. Viele Patientinnen und Patienten erreichen die empfohlenen LDL-C-Zielwerte nicht, was unter anderem an unzureichender Intensivierung der lipidsenkenden Therapie oder strukturellen Hürden im Zugang zu spezialisierten lipidologischen Einrichtungen liegt. Die Versorgung ist häufig fragmentiert und stark vom individuellen Engagement einzelner Behandelnder abhängig. Eine koordinierte, sektorenübergreifende Betreuung ist bislang nur in spezialisierten Zentren etabliert.
Entstehung des Patientenregisters CaRe High
Auf Grundlage dieser Erkenntnisse und der Versorgungslücken, die bis Mitte der 2010er Jahre noch ausgeprägter als aktuell waren, wurde im Jahr 2014 das CaRe High-Register ins Leben gerufen. CaRe High steht für Cascade Screening and Registry for High Cholesterol.
Zentrale Ziele des CaRe High Registers
Ziele dieses Registers waren und sind:
- Den Status quo der Versorgung von Patientinnen und Patienten mit FH zu erheben
- Zusätzliche, bisher nicht diagnostizierte Patientinnen und Patienten (Index und Kaskade) zu identifizieren
- Die Versorgungssituation von Betroffenen durch beispielsweise das Ableiten neuer Behandlungsleitlinien oder einer verbesserten Risikobewertung zu stärken
- Die Wahrnehmung für das Krankheitsbild zu stärken, das gilt sowohl für die Ärzteschaft als auch für Patientinnen und Patienten
- Die EAS FHSC-Initiative des Imperial College London zu unterstützen, um zu globalen Erkenntnissen zur FH beizutragen
- Die Einführung eines allgemeinen Screening-Ansatzes vorzubereiten und so langfristig die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit FH zu verbessern
Trägerschaft und Finanzierung
Das CaRe High-Register wird getragen von der DACH-Gesellschaft Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen e. V. Es erfährt keinerlei Unterstützung aus öffentlichen Mitteln und wird deshalb ausschließlich von Industriepartnern finanziert. Patientinnen und Patienten werden über kooperierende Studienzentren – Kliniken oder niedergelassene Praxen – eingeschlossen.
Funktionsweise und Studienablauf des CaRe High Registers
Dafür wird ein Kooperationsvertrag mit der jeweiligen Einrichtung geschlossen. Ärztinnen und Ärzte der kooperierenden Zentren schlagen FH-Verdachtsfällen die Teilnahme am Register vor. Dazu müssen die Betroffenen mindestens zwei der Einschluss- und dürfen keines der Ausschlusskriterien erfüllen.
Einschluss und Datenerhebung
Bei Zustimmung wird die Einwilligungserklärung unterzeichnet und an das Studienteam von CaRe High übermittelt. Zu Beginn der Studie wird von Ärzteseite und Betroffenen ein sogenannter Baseline-Fragebogen ausgefüllt. Dieser erhebt den Zustand zum Zeitpunkt des Einschlusses:
- Laborwerte
- Krankheitsgeschichte
- Anamnese
- Familienanamnese
- Lebensstil
Die Folgebefragung (Follow-Up, FU) richtet sich ausschließlich an Patientinnen und Patienten. Folgebefragungen mindestens nach 2,5 und 5 Jahren dienen dem Erkenntnisgewinn bezüglich Krankheits- und Therapieverlauf.
Digitale Transformation des Registers
Zu Studienbeginn wurden alle Fragebögen ausschließlich auf Papier ausgefüllt und an CaRe High gesendet. Mit zunehmender Größe des Registers war absehbar, dass eine papierbasierte Dokumentation inklusive zugehöriger Rückfragen an Ärztinnen und Ärzte sowie Patientinnen und Patienten per Papier auf dem Postweg nicht mehr zu bewältigen ist.
Vor diesem Hintergrund wurde die digitale Transformation des Registers angeschoben. Basis dieser Transformation ist die seit Mitte 2023 bestehende Kooperation mit der Firma MaganaMed GmbH (kurz: MaganaMed), einem Software-Anbieter für (klinische) Studien. In diesem System hat CaRe High die Fragebögen erstellt und den befragten Personen im Einklang mit allen rechtlichen und datenschutzrechtlichen Bestimmungen einen Zugang ermöglicht.
Die CaRe High-App
Ärztinnen und Ärzte können mit einem persönlichen Login neue Patientinnen und Patienten eintragen und die Arztfragebögen ausfüllen. Genauso können Patientinnen und Patienten über einen zum Fälligkeitsdatum versendeten personalisierten Link ihre Fragebögen beantworten.
Darüber hinaus wurde in Kooperation mit der Firma Punktum Digital GmbH (kurz: Punktum), einem Produkt-Engineering Unternehmen mit dem Schwerpunkt Digital Health, die CaRe High-App entwickelt. Diese Entwicklung begann Ende Q2/2024 und seit Jahresbeginn 2025 ist die kostenlose App über die App Stores verfügbar.
Sowohl neu eingeschlossene als auch bereits teilnehmende Patientinnen und Patienten können die App nutzen. Das Verbreiten der App erfolgte iterativ, um anfänglich Fehler im Sinne der Patientinnen und Patienten beheben zu können. So wurde zuerst den neu eingeschlossenen Patientinnen und Patienten die App angeboten, danach sukzessive denjenigen, die bereits an der Studie teilnehmen.
Befragungsfrequenz nach Digitalisierung
Im Zuge der Digitalisierung erhöhte sich auch die Frequenz der Folgebefragung:
- Papierbasierte Fragebögen: Werden nach wie vor angeboten, sind jedoch am zeitaufwendigsten und verbleiben in dem 2,5-jährlichen Rhythmus
- MaganaMed-Direktlink: Patientinnen und Patienten werden einmal jährlich befragt
- CaRe High-App: Nutzerinnen und Nutzer erhalten neben den jährlichen Fragebögen auch vierteljährliche Kurzfragebögen zu deren aktuellem Status quo
- Erinnerungen: Bei der App erfolgen Erinnerungen an das Ausfüllen der Fragebögen via Push-Nachrichten
Einfluss des Registers auf die Lipidologie in Deutschland
Mit seiner Struktur und Entwicklung hat das CaRe High-Register die Lipidologie in Deutschland nachhaltig positiv beeinflusst. CaRe High ist national bekannt und baut seine internationale Sichtbarkeit durch die Teilnahme am FHSC-Register, dem internationalen FH-Register zunehmend aus. Durch die Bündelung von Versorgungsdaten kann erstmals ein realistisches Bild der Versorgungssituation von FH-Patientinnen und -Patienten gezeichnet werden.
Bedeutung für Therapieoptimierung
Erstmals wurden so die Daten zur tatsächlichen Umsetzung leitliniengerechter Therapien verfügbar. Sie zeigen signifikante Verbesserungen, aber auch nach wie vor existente Lücken in der Versorgung auf.
Repräsentativität des CaRe High Registers
Die Repräsentativität des Registers und dessen Einfluss zeigen sich anhand der folgenden Erkenntnisse:
- Internationale Spitzenposition: Das CaRe High-Register ist weltweit eines derjenigen Register, die am meisten Daten von Patientinnen und Patienten zur FHSC beitragen. Betrachtet man ausschließlich die Register, die keinerlei politische Unterstützung erfahren, befindet sich CaRe High auf der Spitzenposition
- Hohe nationale Abdeckung: Wie oben beschrieben sind nach aktuellen Schätzungen ca. 12.000 Patientinnen und Patienten mit FH identifiziert. Am CaRe High-Register nehmen ca. 4.000 Patientinnen und Patienten teil. Somit befindet sich etwa ein Drittel aller Identifizierten im Register
- Gesteigerte Wahrnehmung: CaRe High hat die Wahrnehmung für die Krankheit in der Ärzteschaft und bei Betroffenen gesteigert und die Lipidologie in Deutschland näher zusammenrücken lassen
- Erhöhte Diagnoserate: CaRe High hat auch maßgeblich zur Steigerung der Diagnoserate hierzulande beigetragen
Adaption für die kardiovaskuläre Prävention
Die erfolgreiche Etablierung des CaRe High-Registers für Patientinnen und Patienten mit familiärer Hypercholesterinämie (FH) hat eindrucksvoll gezeigt, welchen Beitrag strukturierte Register, systematisches Screening und eine sektorenübergreifende Vernetzung zur Verbesserung der Versorgung bei genetisch bedingten Fettstoffwechselstörungen leisten können.
Vor dem Hintergrund der weiterhin bestehenden Versorgungsdefizite bei anderen, klinisch hochrelevanten Dyslipidämien erscheint eine Ausweitung des CaRe High-Verbundes auf zusätzliche Krankheitsbilder sowohl medizinisch als auch gesundheitspolitisch folgerichtig.
Erweiterung auf weitere Fettstoffwechselstörungen
Hierzu zählen insbesondere:
- Genetisch-bedingte Erhöhungen des Lipoprotein(a) (Lp(a))
- Schwere Hypertriglyceridämien
- Sehr seltene angeborene Fettstoffwechselstörungen wie z. B. die Sitosterolämie
Diese Erkrankungen eint mit der FH eine überwiegend genetische Determinierung, eine lebenslange Exposition gegenüber atherogenen oder toxischen Lipidtraktionen sowie ein deutlich erhöhtes Risiko für schwere teils früh einsetzende kardiovaskuläre oder systemische Komplikationen. Trotz dieser Gemeinsamkeiten bestehen auch für diese Krankheitsbilder erhebliche Defizite hinsichtlich Diagnosestellung, Risikostratifizierung und leitliniengerechter Therapie.
CaRe High Lipids: Erweiterung um Lipoprotein(a)
Neben der Fortführung des Einschlusses von Patientinnen und Patienten mit FH werden in CaRe High Lipids künftig Patientinnen und Patienten mit genetisch bedingt erhöhtem Lp(a) eingeschlossen werden.
Bedeutung von Lipoprotein(a)
Die genetisch determinierte Erhöhung des Lp(a) ist als unabhängiger kausaler Risikofaktor für atherosklerotische Herz-Kreislauf-Erkrankungen anerkannt. Da Lp(a)-Konzentrationen überwiegend genetisch festgelegt und kaum durch Lebensstilmaßnahmen beeinflussbar sind, kommt der frühzeitigen Messung und der konsequenten Risikostratifizierung eine besondere Bedeutung zu.
In der klinischen Routine wird Lp(a) jedoch weiterhin selten bestimmt, familiäre Häufungen bleiben meist unerkannt. Ein CaRe-High-basiertes Register könnte hier nicht nur Versorgungsdaten generieren, sondern auch die Implementierung internationaler Empfehlungen zur einmaligen lebenslangen Lp(a)-Messung validieren. Daneben werden Betroffene mit weiteren sehr seltenen angeborenen Fettstoffwechselstörungen in das Register aufgenommen werden.
CaRe High Lipids ist hinsichtlich des oben beschriebenen systematischen Ablaufs identisch zu CaRe High.
CaRe High TG: Register für schwere Hypertriglyceridämien
Schwere Hypertriglyceridämien – insbesondere bei genetischer Prädisposition – sind mit einem erheblich erhöhten Risiko für akute Pankreatitiden assoziiert und stellen deshalb potenziell lebensbedrohliche Stoffwechselentgleisungen dar. Dennoch erfolgt die Identifikation Betroffener häufig erst im Rahmen akuter Komplikationen.
Registerdaten für Hypertriglyceridämien
Systematische Registerdaten zur Prävalenz, zu genetischen Ursachen, Triggerfaktoren und zum langfristigen Krankheitsverlauf fehlen in Deutschland weitgehend. Ein strukturiertes Register analog zu CaRe High würde eine frühzeitige Identifikation von Hochrisikopersonen ermöglichen und zugleich die Evidenzbasis für präventive und therapeutische Strategien deutlich verbessern.
Angepasster Studienablauf
Patientinnen und Patienten mit Hypertriglyceridämien müssten einen der Krankheit entsprechend etwas modifizierten Studienablauf durchlaufen:
- Monatliches Patiententagebuch über aufgetretene Ereignisse
- Follow-Ups werden von dem behandelnden ärztlichen Fachpersonal durchgeführt
Aufgrund dieser Unterschiede wird ein weiteres Studienprotokoll unter dem Dach von CaRe High ausgerollt.
Strukturelle Vorteile und Zukunftsperspektiven
Strukturell bietet CaRe High mit seiner etablierten Registerinfrastruktur, dem digitalen Erhebungssystem, der App-basierten Patientenanbindung sowie der nationalen und internationalen Vernetzung ideale Voraussetzungen für solche Erweiterungen.
Die bestehenden Prozesse des Kaskadenscreenings, der longitudinalen Datenerhebung und der sektorenübergreifenden Zusammenarbeit lassen sich auf diese Krankheitsbilder übertragen und adaptieren. Gleichzeitig würde eine Erweiterung die Bedeutung von CaRe High als zentrale Plattform für genetisch bedingte Dyslipidämien weiter stärken und einen zusätzlichen substanziellen Beitrag zur Verbesserung der Lipidologie in Deutschland leisten.
Insgesamt erscheint die Ausweitung des CaRe High-Registers auf erhöhte Triglyceride, genetisch bedingte Lp(a)-Erhöhungen und weitere, seltene Fettstoffwechselstörungen als konsequenter nächster Schritt, um die erfolgreiche Registerarbeit der letzten Jahre auf bislang unterrepräsentierte Hochrisikokollektive zu übertragen und die Versorgung dieser Patientinnen und Patienten nachhaltig zu verbessern.
Zusammenfassung
Die familiäre Hypercholesterinämie (FH) ist eine häufige genetisch bedingte Stoffwechselerkrankung mit erheblich erhöhtem kardiovaskulärem Risiko. Trotz klarer Evidenz zur Wirksamkeit früher Diagnostik und Therapie bestehen in Deutschland erhebliche strukturelle Defizite: Die Diagnoserate ist niedrig, genetische Abklärungen und systematisches Kaskadenscreening werden unzureichend umgesetzt, und die Versorgung ist fragmentiert sowie stark vom individuellen Engagement einzelner Behandelnder abhängig.
Vor diesem Hintergrund wurde 2014 das CaRe High-Register (Cascade Screening and Registry for High Cholesterol) als nationales Versorgungsregister etabliert. CaRe High hat erstmals eine strukturierte, sektorenübergreifende Erfassung von Patientinnen und Patienten mit FH ermöglicht und leistet einen substantiellen Beitrag zur Erhöhung der Diagnoserate, zur Standardisierung der Versorgung und zur nationalen sowie internationalen Vernetzung der Lipidologie.
Mit einem Anteil von rund einem Drittel aller identifizierten FH-Patientinnen und -Patienten in Deutschland weist das Register eine hohe Relevanz und Repräsentativität auf. Die fortschreitende Digitalisierung, einschließlich App-basierter Patientenanbindung, erlaubt zudem eine engmaschige, longitudinale Datenerhebung und stärkt die Patientenpartizipation.
Angesichts des Erfolgs von CaRe High und der weiterhin bestehenden Versorgungslücken bei anderen genetisch bedingten Dyslipidämien ist eine Ausweitung des Registers gesundheitspolitisch konsequent. Insbesondere genetisch determinierte Lp(a)-Erhöhungen, Sitosterolämie und schwere Hypertriglyceridämien sind mit vergleichbaren strukturellen Defiziten in Diagnostik und Versorgung verbunden. Die Erweiterung von CaRe High auf diese Krankheitsbilder bietet die Chance, bewährte Registerstrukturen zu nutzen, evidenzbasierte Prävention zu stärken und die kardiovaskuläre Versorgung in Deutschland nachhaltig zu verbessern.
Autor: Felix Fath
Der Artikel ist in herzmedizin 02/2026 erschienen.
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