Kardiologie » Sonstiges

»

Omega-3-Fettsäuren: Ein Mittel gegen Herzinfarkt und Schlaganfall?

Zwei Ärzte in weißen Kitteln vor einem modernen Klinikgebäude, die an einer Omega-3-Studie beteiligt sind.

Omega-3-Fettsäuren: Ein Mittel gegen Herzinfarkt und Schlaganfall?

News

Kardiologie

Sonstiges

2 MIN

Erschienen in: herzmedizin

Bahnbrechende Einblicke aus Düsseldorf: Ein Forschungsteam der Heinrich-Heine-Universität und des Universitätsklinikums hat eine bislang unbekannte Wirkweise von Omega-3-Fettsäuren entdeckt. Ihre Ergebnisse stellen sie in der Fachzeitschrift Science Translational Medicine vor.

Ein Team von Kardiologen am Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) und der Heinrich-Heine-Universität hat erforscht, wie mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäuren die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen beeinflussen können. Im Mittelpunkt der Untersuchungen stand die Eicosapentaensäure (EPA), eine spezielle Omega-3-Fettsäure. Die Ergebnisse zeigen: In hoher Dosierung hemmt EPA die Aktivierung von Blutplättchen – und senkt so das Risiko für Blutgerinnsel, Herzinfarkt und Schlaganfall. Die Forschungsgruppe um Dr. Philipp Mourikis und Prof. Dr. Amin Polzin liefert damit neue Erkenntnisse zur präventiven Wirkung von Omega-3-Fettsäuren auf das Herz-Kreislauf-System.

In ihrer Arbeit konnten sie einen bisher unbekannten, schützenden Mechanismus darstellen, den mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäuren auf die Funktion der Blutplättchen haben. Diese wird durch die Omega-3-Fettsäuren gehemmt, was sich positiv auf das Risiko auswirkt, kardiovaskulär zu erkranken. 

Entscheidend ist dabei, dass dieser Effekt nur bei einer bestimmten Omega-3-Fettsäure, der Eicosapentaensäure (EPA) und nur in einer hohen Konzentration erzielt wird. EPA hemmt dabei einen zentralen Schritt der Blutplättchen-Aktivierung, sodass diese weniger dazu neigen, Gerinnsel zu bilden. Dadurch lassen sich also Rückschlüsse auf eine vorteilhafte Dosierung und Zusammensetzung von Omega-3-Fettsäure-Präparaten ziehen, die kardiovaskulären Erkrankungen vorbeugen sollen.

Die Düsseldorfer Studie liefert zwar spannende neue Erkenntnisse, gibt aber noch keine klare Empfehlung zur optimalen Dosierung von Omega-3-Fettsäuren zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. „Unsere Ergebnisse beziehen sich ausschließlich auf die Eicosapentaensäure (EPA) und lassen keine Rückschlüsse auf andere Omega-3-Fettsäuren oder mögliche Wechselwirkungen zwischen ihnen zu“, betonen Mourikis und Polzin.

Quelle: Pressemitteilung des Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) vom 15.07.2025

Zur Originalpublikation: Mourikis P et al. Icosapent ethyl reduces arterial thrombosis by inhibition of cyclooxygenase-1-induced platelet reactivity. Sci Tranls Med 2025; 17(799): eado0610. doi: 10.1126/scitranslmed.ado0610. Epub 2025 May 21

Zur Publikation

Bilderquelle: Dr. med. Philipp Mourikis (links) und Prof. Dr. Amin Polzin von der Klinik für Kardiologie, Pneumologie und Angiologie am UKD haben mit ihrer Forschungsgruppe eine bislang nicht erkannte Wirkweise einer bestimmten Omega-3-Fettsäure entdeckt. Foto: Uniklinik Düsseldorf

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Arzt arbeitet am Laptop mit digitalen Symbolen für KI, Herzmedizin und Vernetzung

Digitale Kardiologie: BIOTRONIK, Charité und DHZC kooperieren

News

Berlin stärkt seine Rolle als europäisches Zentrum für digitale und translationale Herzmedizin – mit einer wegweisenden Forschungspartnerschaft und einer neuen Stiftungsprofessur.

Kardiologie

Sonstiges

Beitrag lesen
Zwei PEARS-Patienten (Geschwister Severin) mit Prof. Ensminger und Pflegekraft Claudia Krieger nach erfolgreicher Aortenwurzel-Operation am UKSH Lübeck

UKSH: Schonende Aorten-OP ohne Herz-Lungen-Maschine

News

Das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein gehört zu den Vorreitern in Deutschland beim PEARS-Verfahren – einer minimalinvasiven Alternative zur klassischen Hauptschlagader-Operation, die die eigene Aorta und Herzklappe erhält.

Kardiologie

Koronare und Gefäßerkrankungen

Beitrag lesen
Ärztin hält Stethoskop an die Brust mit digitaler Herzdarstellung und EKG-Kurve – Symbol für das erhöhte Herzinfarktrisiko bei früher Menopause

Frühe Menopause: 40 % höheres Risiko für Herzerkrankungen

News

Frauen, die vor dem 40. Lebensjahr in die Menopause kommen, tragen ein deutlich erhöhtes Risiko für koronare Herzerkrankungen. Das zeigt eine aktuelle US-Studie – und sie macht deutlich, warum das Menopause-Alter in der klinischen Praxis künftig stärker beachtet werden sollte.

Kardiologie

Koronare und Gefäßerkrankungen

Beitrag lesen