Im Ev. Krankenhaus Hagen-Haspe wird der Pullback-Druckgradient (PPG) nun routinemäßig zur präzisen Beurteilung koronarer Stenosen eingesetzt. Die Methode erlaubt es, Druckverläufe während der Katheteruntersuchung kontinuierlich zu messen und relevante Engstellen exakt zu lokalisieren.
“Nicht alle angiografisch sichtbaren Stenosen korrelieren mit einer myokardialen Ischämie oder erfordern interventionelle Therapie”, betont Prof. Dr. Harilaos Bogossian, Chefarzt der Klinik. “Der PPG liefert uns präzise, verlaufsabhängige Daten, sodass wir gezielt therapeutische Entscheidungen treffen können, insbesondere bei komplexen Mehrgefäßerkrankungen oder diffusen Koronarveränderungen.”
Während bildgebende Verfahren primär die Morphologie abbilden, liefert der Pullback-Gradient die entscheidende Information über die hämodynamische Relevanz der Veränderungen und deren Auswirkungen auf die myokardiale Perfusion.
Für die Patienten bringt dies eine erhöhte diagnostische Sicherheit und ermöglicht es, interventionelle Strategien individuell zu steuern und unnötige Eingriffe zu vermeiden. Das Ev. Krankenhaus Hagen-Haspe nimmt hier eine Vorreiterrolle in der Region ein.
Auch bei Patienten mit INOCA (Ischämie ohne obstruktive koronare Erkrankung) kommt die PPG-gestützte Diagnostik zum Einsatz. Durch den Einsatz spezieller Druckdrähte gelingt es, mikrovaskuläre Dysfunktionen zu identifizieren, die oft angiografisch nicht erkennbar sind. “Damit können wir spezifische Ursachen persistierender Beschwerden diagnostizieren und die Therapie gezielt ausrichten”, so Prof. Bogossian. So wird es möglich, auch Patienten mit bislang ungeklärter Angina pectoris optimal zu versorgen.
Quelle: Pressemitteilung Ev. Krankenhaus Hagen-Haspe vom 26.01.2026



