Kardiologie » Herzrhythmusstörungen

»

Schützt Kaffee vor Vorhofflimmern?

Kaffeetasse mit Herz und EKG-Linie im Milchschaum, daneben ein Stethoskop auf türkisfarbenem Holz

Quelle: © blacksalmon - Adobe Stock

Schützt Kaffee vor Vorhofflimmern?

News

Kardiologie

Herzrhythmusstörungen

mgo medizin Redaktion

Verlag

2 MIN

Erschienen in: herzmedizin

In einer prospektiven randomisierten Open-label-Studie hatte regelmäßiger Kaffeekonsum bei Menschen, bei denen wegen Vorhofflimmern eine Kardioversion geplant war, einen präventiven Effekt.

Immer noch werden Kaffee mit Blick auf den Herzrhythmus ungünstige – proarrhythmogene – Effekte zugeschrieben. Eine jetzt publizierte prospektive Studie spricht eher für das Gegenteil: Vorhofflimmern (AF) wird danach durch moderaten Kaffeekonsum günstig beeinflusst.

Prospektiv, randomisiert, open label

In die Studie wurden insgesamt 200 Patienten (71 % Männer, mittleres Alter 69 Jahre) eingeschlossen, bei denen wegen persistierendem Vorhofflimmern bzw. wegen Vorhofflattern bei positiver AF-Anamnese eine Kardioversion geplant war. Randomisiert wurden die Patienten zwei Gruppen zugeteilt: Eine Hälfte der Patienten wurde angehalten, regelmäßig koffeinhaltigen Kaffee zu konsumieren, und zwar mindestens eine Tasse pro Tag. Die andere Hälfte sollte sich komplett koffein-abstinent verhalten. Im Studienverlauf konsumierten die Kaffeetrinker 7 Tassen pro Woche, während die Patienten der Kontrollgruppe ihren Kaffeekonsum auf Null reduzierten (IQR 0 bis 2).

Primärer Studienendpunkt war das Wiederauftreten von Vorhofflimmern oder Vorhofflattern innerhalb von sechs Monaten. In diesem Follow-up-Zeitraum traten entsprechende Episoden bei 47 % der Kaffeetrinker auf, in der Abstinenzgruppe lag die Rate dagegen bei 64 %. Das entspricht einer Risikoreduktion um 39 %. Auch bei ausschließlicher Berücksichtigung von Vorhofflimmern ergab sich ein vergleichbarer Benefit. Der dokumentierte protektive Effekt wäre aufgrund unterschiedlicher Effekte von Koffein durchaus plausibel.

Quelle: Wong CX et al. Caffeinated Coffee Consumption or Abstinence to Reduce Atrial Fibrillation: The DECAF Randomized Clinical Trial. JAMA 2025; online 9. November

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Arzt arbeitet am Laptop mit digitalen Symbolen für KI, Herzmedizin und Vernetzung

Digitale Kardiologie: BIOTRONIK, Charité und DHZC kooperieren

News

Berlin stärkt seine Rolle als europäisches Zentrum für digitale und translationale Herzmedizin – mit einer wegweisenden Forschungspartnerschaft und einer neuen Stiftungsprofessur.

Kardiologie

Sonstiges

Beitrag lesen
Zwei PEARS-Patienten (Geschwister Severin) mit Prof. Ensminger und Pflegekraft Claudia Krieger nach erfolgreicher Aortenwurzel-Operation am UKSH Lübeck

UKSH: Schonende Aorten-OP ohne Herz-Lungen-Maschine

News

Das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein gehört zu den Vorreitern in Deutschland beim PEARS-Verfahren – einer minimalinvasiven Alternative zur klassischen Hauptschlagader-Operation, die die eigene Aorta und Herzklappe erhält.

Kardiologie

Koronare und Gefäßerkrankungen

Beitrag lesen
Ärztin hält Stethoskop an die Brust mit digitaler Herzdarstellung und EKG-Kurve – Symbol für das erhöhte Herzinfarktrisiko bei früher Menopause

Frühe Menopause: 40 % höheres Risiko für Herzerkrankungen

News

Frauen, die vor dem 40. Lebensjahr in die Menopause kommen, tragen ein deutlich erhöhtes Risiko für koronare Herzerkrankungen. Das zeigt eine aktuelle US-Studie – und sie macht deutlich, warum das Menopause-Alter in der klinischen Praxis künftig stärker beachtet werden sollte.

Kardiologie

Koronare und Gefäßerkrankungen

Beitrag lesen