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Spitzentechnologie für die Kinderkrebsstation

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Erschienen in: onkologie heute

Der LOEWE-Schwerpunkt „MultiDrug-TDM“ entwickelt ein Sensorsystem, das Medikamentenspiegel bei krebskranken Kindern direkt am Bett misst und so eine individuelle Therapie ermöglicht.

Standardtherapien stoßen bei Kindern oft an ihre Grenzen, da individuelle Unterschiede im Stoffwechsel kaum berücksichtigt werden. Gerade bei der Behandlung von Krebserkrankungen sind aber präzise, personalisierte Dosierungen entscheidend, um wirksam und gleichzeitig möglichst schonend therapieren zu können. Genau hier setzt der neue interdisziplinäre LOEWE-Schwerpunkt „Personalisierte Medizintechnik für das therapeutische Drug-Monitoring am Point-of-Care in der pädiatrischen Onkologie – MultiDrug-TDM“ an: Das Team der TU Darmstadt und der Goethe-Universität Frankfurt erforscht ein innovatives Sensorsystem, das Wirkstoffkonzentrationen in Echtzeit erfasst und so eine passgenaue medikamentöse Behandlung von jungen Patient:innen ermöglicht. Koordiniert wird das Projekt von Professor Torsten Frosch, Fachgebiet Biophotonik – Medizintechnik der TU Darmstadt.

Im Zentrum des neuen LOEWE-Schwerpunkts MultiDrug-TDM steht die Erforschung eines hochinnovativen Sensorsystems, mit dem die Wirkstoffspiegel lebensrettender Medikamente bei Kindern und Jugendlichen mit Krebserkrankungen direkt auf der Krankenstation aus kleinsten Blutproben bestimmt werden. Somit wird eine individuelle Dosisanpassung von Medikamenten bereits während der Visite möglich. Bisher müssen Blutproben in Speziallabore verschickt werden, was eine rechtzeitige Dosisanpassung verhindert. Somit ist eine optimale Therapie aktuell nicht möglich. MultiDrug-TDM wird einen Paradigmenwechsel für das therapeutische Drug-Monitoring (TDM) schaffen: Mit einem tragbaren Point-of-Care-Gerät könnten Ärzt:innen direkt am Krankenbett fundierte Entscheidungen für eine personalisiert optimierte Therapie treffen – schnell, datenbasiert und patientenzentriert.

Dies wird nicht nur eine wirksamere Behandlung ermöglichen, sondern auch eine höhere Sicherheit im Therapieverlauf und eine spürbare Entlastung des medizinischen Personals bewirken. Besonders wegweisend ist der adaptive Ansatz des neuen Sensorsystems: Die Messparameter der Sensorik werden in Echtzeit automatisiert nachgeführt – ein erster Schritt hin zur selbstoptimierenden, intelligenten Medizintechnik der Zukunft.

MultiDrug-TDM bündelt exzellente hessische Expertisen aus verschiedenen Disziplinen in einer starken Allianz. Technologische Innovationen in Richtung Biosensorik sowie KI-gestützter Signalverarbeitung und Datenanalyse – vertreten durch sieben Fachgebiete der TU Darmstadt – werden mit medizinischer Spitzenkompetenz in der pädiatrischen Onkologie und klinischen Pharmakologie am Fachbereich Medizin der Goethe-Universität Frankfurt gepaart. „Echten Impact erzielen wir nur durch interdisziplinäre Zusammenarbeit. Nur wenn wir die Perspektiven aller Beteiligten zusammenführen, voneinander lernen und eine gemeinsame Sprache entwickeln, lassen sich komplexe medizintechnische Herausforderungen wirklich lösen. Genau das ist unser Anspruch bei MultiDrug-TDM.“ sagt Professor Torsten Frosch, Leiter des Fachgebiets Biophotonik – Medizintechnik der TU und wissenschaftlicher Koordinator von MultiDrug-TDM.

„Ich freue mich, dass mit MultiDrug-TDM ein dritter LOEWE-Schwerpunkt bei uns an der TU Darmstadt eingerichtet wird“, so TU-Präsidentin Tanja Brühl. „Die Förderung unterstreicht die Relevanz und Innovationskraft interdisziplinärer Forschung und Vernetzung. Denn in dem medizintechnischen Forschungsvorhaben arbeiten Ingenieur:innen und Mediziner:innen im Verbund der Rhein-Main Universitäten (RMU) gemeinsam an einer Weiterentwicklung und Verbesserung der personalisierten Medizin in der pädiatrischen Onkologie.

Das Projekt ist in der Medizintechnik angesiedelt, einem jungen, interdisziplinären Forschungsschwerpunkt der TU Darmstadt, der durch strategische Neuberufungen und den gemeinsam mit der Universitätsmedizin der Goethe-Universität angebotenen Studiengang Medizintechnik gezielt gestärkt wurde. Die Forschungsarbeiten sind außerdem in ein wachsendes Netzwerk in Hessen eingebettet. Perspektivisch könnte aus dem MultiDrug-TDM-Verbund ein Sonderforschungsbereich zum Thema „Intelligente Biosensorik“ entstehen. Die technologischen Innovationen werden darüber hinaus vielfältig in die hessische Innovationslandschaft ausstrahlen.

MultiDrug-TDM ist neben „FLOW FOR LIFE” und “WhiteBox” der dritte aktuelle LOEWE-Schwerpunkt der TU Darmstadt.

Hintergrund: LOEWE-Schwerpunkte sind eine der Förderlinien der hessischen “Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz (LOEWE)”. Sie bündeln vorhandene thematische Kapazitäten. Ziel ist es, die hessische Forschungslandschaft durch die Förderung von strategisch wichtigen und innovativen Forschungsprojekten zu stärken und zu profilieren. Die Förderung von LOEWE-Schwerpunkten soll dazu beitragen, dass sich bestimmte Forschungsbereiche zu national und international sichtbaren Schwerpunkten entwickeln. LOEWE-Schwerpunkte sind in der Regel Verbundprojekte, an denen mehrere Hochschulen und/oder Forschungseinrichtungen beteiligt sind.

Quelle: Pressemitteilung der Technischen Universität Darmstadt

Bilderquelle: © TU Darmstadt/Fachgebiet Biophotonik)

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