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DOC 2026 vorab: Highlights, Preise und Ehrenlectures

Dr. Armin Scharrer, Gründer der Ober-Scharrer-Gruppe und der DOC

Quelle: Dr. Armin Scharrer, Gründer der Ober-Scharrer

DOC 2026 vorab: Highlights, Preise und Ehrenlectures

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mgo medizin Redaktion

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8 MIN

Erschienen in: CONCEPT Ophthalmologie

Die DOC wirft ihre Schatten voraus: Vom 18.-20. Juni 2026 treffen sich in Nürnberg wieder tausende Fachbesucher, um beim 38. Internationalen Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgie die Innovationen und Goldstandards der Augenchirurgie zu diskutieren. Zwölf neue Kurse gehen dieses Jahr an den Start. Kongresspräsident Dr. Armin Scharrer verrät im Interview die Highlights und Themenschwerpunkte. 

Warum sollten man den DOC-Kongress 2026 nicht verpassen? 

Dr. Armin Scharrer: Es gibt viele gute Gründe, zur DOC nach Nürnberg zu kommen: Zum einen bietet sich die Chance, sehr viele Kolleginnen und Kollegen zu treffen und sich mit ihnen auszutauschen, zum andern kann man Opinion Leader aus aller Welt begegnen, die in ihrem Fachgebiet Herausragendes geleistet haben. Hinzukommt noch die grandiose Industrieausstellung, die alles, was es in Augenheilkunde und Augenchirurgie gibt, auf dem neuesten Stand präsentiert.  

Aber der vielleicht wichtigste Grund ist: Beim DOC geht es um praktische und anwendbare Augenheilkunde und Augenchirurgie, die unseren Patienten und uns Ärzten tagtäglich hilft. 

Welche Preise und Ehrenlectures wird es geben? Auf welche Vortragenden dürfen wir uns besonders freuen? 

Ein besonderes Highlight wird die DOC Innovators Lecture von Rohit Shetty aus Bangalore (Indien) sein. Sie trägt den Titel “Rewriting Vision: The Science of What’s Coming Next – From Biology to Breakthroughs“. Dr. Yeo Tun Kuan aus dem Tan Tock Seng Hospital in Singapur hält die Richard P. Kratz Lecture zum Thema “Cataract Surgery on the Edge: A Parforce Ride through surgical challenges“. Prof. Stanislao Rizzo aus Rom spricht in der DOC Lecture über “Amniotic membrane use in retinal detachment surgery“. Prof. Thomas Kohnen, der diesjährige Referent der DOC Ridley Lecture, spricht zum Thema “Ridleys Idee, unsere Realität: Eine historische Perspektive der IOL-Innovation“.  

Die Meyer-Schwickerath Lecture geht dieses Jahr an Frau Priv.-Doz. Dr. Silvia Bopp, die über die Machbarkeit der  “Ambulanten Netzhaut-/Glaskörperchirurgie in Deutschland“ spricht.  

Daneben werden folgende Preise verliehen an verdiente Persönlichkeiten: Prof. Berthold Seitz aus Homburg erhält den DOC Forschungspreis 2026. Der DOC Wissenschaftspreis Retina geht an Prof. Heinrich Heimann, Liverpool und den DOC Preis für Fort- und Weiterbildung bekommt Frau Prof. Anja Eckstein aus Essen.  

Welche Trendthemen sind im Jahr 2026 richtungsweisend?  
 

Uns beschäftigen derzeit eine Fülle von neuen Trends, die aufgrund ihrer Innovationskraft beim DOC-Kongress abgebildet werden. Besonders hervorzuheben sind die Neu-Entwicklungen im Bereich der Intraokularlinsen sowie der Glaukomchirurgie, wo es neue Stents gibt und die Möglichkeit, in Kombination mit der Kataraktchirurgie auch das Glaukom operativ zu behandeln. Im Bereich der Hornhautchirurgie liefert die CAIRS Keratoplastik ausgezeichnete Ergebnisse. Zudem gibt es herausragenden Fortschritte durch die DMEK und – bei der Behandlung des Keratokonus – durch das Crosslinking. Im Bereich der Netzhaut und Glaskörperchirurgie haben wir neue Medikamente zur Behandlung der feuchten Makuladegeneration, Fortschritte bei der Gentherapie von Retina-Erkrankungenkommen hinzu.  

Welche wissenschaftlichen und medizinischen Themen haben Zukunftspotential?  

Aktuell zeichnen sich zwar keine Quantensprünge ab, aber in allen Teilbereichen der Ophthalmologie gibt es eine Vielzahl von kleinen Fortschritten, die sich auf die Qualität unserer Leistungserbringung positiv auswirken. Besonders wichtig sind uns die Verbesserungen von OP-Techniken und OP-Training. Hier leisten die Dry- und Wetlabs einen wichtigen Beitrag, um möglichst viele Kolleginnen und Kollegen operativ aus- und weiterzubilden. Wir bieten insgesamt zwölf neue Kurse an. Bei den Lehrformaten werden zudem Kasuistiken immer stärker nachgefragt. Deshalb sind Rapid fire und Pro&Contra-Formate sehr gefragt.  

 
Welche Themen werden diesmal kontrovers diskutiert? 

 
In der Hauptsitzung Glaukom geht es um die Frage “Selektive Lasertrabekuloplastik mehrfach wiederholen?“ Ja sagt dazu Anton Hommer, das Nein kommt von Randolf Widder. Außerdem diskutieren Karsten Klabe und Lutz Pillunat die invasive Glaukomchirurgie im hohem Alter. In der Kataraktsitzung behandeln wir das Thema „Filter-IOL – ja oder nein?“, präsentiert von Thomas Kohnen und Gabor Scharioth. In der Hornhautsitzung diskutieren Frau Prof. Martina Herwig-Carl und Prof. Philip Maier kontrovers, ob man infektiöse Keratitis möglichst lange konservativ behandeln sollte. In der Hauptsitzung zur Refraktiven Chirurgie debattieren Prof. Thomas Neuhann und Dr. Omid Kermani über “Monovision vs. Presby-LASIK“. Den Abschluss bildet die Retina-Kontroverse zur Floatervitrektomie: Chirurgie einer klinisch relevanten Veränderung oder Luxusproblem? Darüber streiten Frau Priv.-Doz. Dr. Silvia Bopp und Prof. Martin Spitzer.  

Welche Vorträge gibt es zum Thema KI? 

 
Hier können wir das Symposium “KI in Augenheilkunde und Augenchirurgie“ empfehlen, das von seinen Moderatoren Peter Mussinghoff und Carsten Grohmann neu ausgerichtet und auf den neusten Stand gebracht wurde. Besonders freue ich mich auf zwei Keynote Lectures: Dr. Andrzej Grzybowski aus Polen spricht über „Adversial attacks, the black box and the bias of AI – can we trust AI in ophthalmology?“. Und im Symposium „Innovationen in der Augenheilkunde“ hält David Lockington aus Glasgow die Keynote zu „Surgical Education and AI“. Im Management Seminar „Der neue Kollege KI – wie integriere ich künstliche Intelligenz im Praxisalltag?“ werden zudem konkrete Einsatzmöglichkeiten thematisiert. 

Was sind die Highlights des diesjährigen Programms für Assistenzpersonal? 
 

Das OAP-Programm der DOC erfreut sich größter Beliebtheit. Dank neuer Seminare und Vorträge wird es 2026 noch reichhaltiger sein. Besonders die Fallvorstellungen sind zu empfehlen: Hier werden für sieben verschiedene Krankheitsbilder die Symptome beschrieben, mit denen der Patient beim Erstkontakt zur Anmeldung kommt. Wir vermitteln den MFAs, welche Verdachtsdiagnosen welche Voruntersuchungen indizieren und auf welche Symptome man besonders achten sollte. 

Fachliche Höhepunkte für OAP sind außerdem “Die Anästhesie im Augen-OP“, die ausführlich behandelt wird, sowie das „Effiziente OP-Management“, samt Schnittstellen mit Übergabe und optimale Auslastung. Zudem klären wir auf über das „Leitsymptom Rotes Auge“ und geben ein Update zu den operativen Behandlungsmöglichkeiten des Glaukoms. Hier hat sich in den letzten Jahren sehr viel getan, vor allem in der Nachbehandlung nach bestimmten Stents. Eine optimale Zusammenarbeit zwischen Operateur und nachbetreuender Praxis ist deshalb das Gebot der Stunde.  

Ein wichtiger Block sind die Management-Seminare. Welche empfehlen Sie besonders? 

In unserem Management-Seminar zu den „Auswirkungen aktueller Gesetzesänderungen und Rechtsprechung auf den Praxisalltag“ wird der Teilnehmer über die gesetzgeberischen Aktivitäten und deren Bedeutung für unseren Alltag informiert. Darin werden auch neueste Gerichtsurteile zu verschiedenen Fragestellungen, wie z.B. Ärzte-Bewertungsportalen thematisiert. Nachdem sich die Gesetzeslage besonders im Gesundheitswesen alle 4 Jahre mit großem Tempo ändert, ist es hier besonders wichtig, am Ball zu bleiben. 

Aufgrund der stetigen Wandels des Gesundheitsmarktes stellt sich für viele Kollegen die Frage, ob sie ihr Unternehmen durch den Zukauf von Praxen expandieren sollten, oder unter Berücksichtigung des eigenen, altersbedingten Exits lieber verkaufen. Im Seminar „Kauf und Verkauf von Augenarztpraxen und OP-Zentren“ werden wichtige Fragen zu Marktsituation und steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten kritisch beleuchtet und diskutiert.  

Welches Signal soll der DOC-Kongress 2026 aussenden? 

Wir wollen zeigen, dass Augenheilkunde und Augenchirurgie ein sehr wichtiges Fach sind – nicht nur für den einzelnen Patienten, sondern auch für die ganze Gesellschaft und Volkswirtschaft. Unser medizinisches Wirkungsfeld besitzt enorme Innovationskraft und unser Ziel muss es sein, kontinuierlich besser zu werden. Das geht nur über transparentes Reporting, klares Benchmarking und das Bekenntnis zur Ergebnisqualität. Die kontinuierliche Verbesserung unserer Ergebnisqualität ist das höchste Ziel.  

Die Fragen stellte Rosemarie Frühauf. 

Erschienen in Concept Ophthalmologie 3_2026.

Foto: OSG

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