Ein Titanimplantat in der Sklera, das kontinuierlich Wirkstoff in den Glaskörper abgibt – und das über sechs Monate am Stück: Demnächst wird die „Port-Delivery-Plattform mit Ranibizumab“ auch in der EU verfügbar sein. Carl Awh, MD, aus Nashville, Tennessee hat die Entwicklung des Devices von Anfang an begleitet. Am Rande des VM Retina Meetings sprach er mit Concept Ophthalmologie über die Besonderheiten der Technologie, Potenziale, Bedenken und seine Real World-Erfahrung.
Concept Ophthalmologie: Sie arbeiten schon sehr lange mit dem Port Delivery System. Wann haben Sie damit begonnen?
Dr. Carl Awh: Das Port Delivery System (PDS) begleitet mich schon seit rund 15 Jahren. Damals habe ich bei den ersten präklinischen Studien am Tiermodell mitgearbeitet. Das Implantat war zunächst von einem kleinen Unternehmen entwickelt worden und wurde später von Genentech und Roche übernommen. Ab der Phase-2-Studie führte ich in den USA einige der ersten OPs am Menschen durch. Das war vor rund 10 Jahren. Seitdem habe ich über hundert Patienten mit der Technologie versorgt.
Was waren Ihre Hoffnungen und Erwartungen, als Sie angefangen haben, mit dem PDS zu arbeiten? Und welche Erfahrungen haben Sie in der Praxis damit gemacht?
Mit der Erfindung des PDS hofften wir, Patienten mit neovaskulärer AMD eine Behandlungsmethode anbieten zu können, die langfristiger wirksam ist. Man darf sich vorstellen: Vor fünfzehn Jahren waren die auf dem Markt erhältlichen Anti-VEGF-Medikamente längst nicht so nachhaltig in ihrer Wirkung wie unsere derzeit besten Optionen. Doch auch heute, bei der neuesten Medikamentengeneration, sehen wir immer noch viele Patienten, bei denen die Wirkstoffe nicht so langanhaltend anschlagen, wie erhofft.
Bei der Behandlung der feuchten AMD ist allgemein bekannt, dass man langfristig in der Gesamtpopulation der Patienten einen kontinuierlichen Rückgang der Sehkraft beobachtet. Und dieser Rückgang liegt nicht an der Wirksamkeit der Medikamente selbst, sondern daran, dass der nötige Behandlungsrhythmus nicht zuverlässig eingehalten werden kann. Gäbe es auf der ganzen Welt nur ein einziges Auge mit feuchter AMD, das monatlich eine IVOM erhielte, bliebe mit höchster Wahrscheinlichkeit seine Sehkraft erhalten. Doch es gibt eine Menge verschiedenster Gründe, warum Patienten und Ärzte das optimale Behandlungsintervall oftmals nicht sicherstellen können.
Ein Grund kann zum Beispiel ein Kongress wie dieser hier sein, wo hunderte Netzhautspezialisten ein paar Tage in ihren Praxen und Kliniken fehlen. Wenn wir nach Hause kommen, haben sicher wieder ein paar IVOM-Patienten ihre anstehende Injektion auf später verschoben, weil sie „ihrem Doktor“ mehr vertrauen, als dem vertretenden Kollegen. Das ist nur ein Beispiel, wie hier und da ein bisschen Sehkraft verloren geht. Es liegt an diesem menschlichen Faktor, warum der Behandlungserfolg bei AMD schwankend sein kann. Und deshalb leistet hier das PDS so einen wertvollen Beitrag. Es gibt den Wirkstoff zuverlässig und kontinuierlich ab – mit hervorragenden visuellen Ergebnissen. Die Langzeitergebnisse haben in vielerlei Hinsicht unsere Erwartungen und Hoffnungen übertroffen, die wir bei der Entwicklung des Systems hatten.
Können Sie kurz erklären, wie das PDS und seine Wirkstofffreisetzung konkret funktionieren?
Das PDS ist ein etwa 3,5 mm großes titanbasiertes Implantat, das in der Pars plana der Sklera verankert wird und ein Reservoir mit dem Anti-VEGF-Wirkstoff Ranibizumab enthält. Die Freisetzung erfolgt über ein sogenanntes „Release Control Element” – ein poröses Titanelement, das nur eine definierte Anzahl von Wirkstoffmolekülen pro Zeiteinheit passieren lässt. Basierend auf dem Konzentrationsgradienten diffundiert der Wirkstoff langsam und kontinuierlich in den Glaskörper. Am Anfang, wenn das Reservoir frisch gefüllt ist, ist der Wirkstoffspiegel am höchsten. Mit der Zeit sinkt er – nach sechs, neun oder zwölf Monaten, je nach Auge – unter den therapeutischen Bereich. Nach sechs Monaten sollte man deshalb den Wirkstoff nachfüllen.
Gab es bei der Arbeit mit dem PDS einen Aspekt, der Sie überrascht hat?
Womit ich nicht gerechnet hätte, ist der Umstand, dass das PDS trotz seiner hervorragenden Wirksamkeit bis dato eine relative Nischenlösung geblieben ist. In den USA, wo es uns seit 2022 zur Verfügung steht, hat es sich noch nicht so weit verbreitet, wie ich erwartet hatte. Das liegt an einer gewissen Trägheit des Systems. Wir Ärzte sind im klinischen Alltag oft völlig überlastet – und das Lernen neuer Techniken bleibt dementsprechend auf der Strecke.
Dem AMD-Patienten die bekannte und wirksame Spritze zu geben, ist im Tagesgeschäft die schnellste und simpelste Lösung. Eine neue chirurgische Technik zu lernen, braucht dagegen seine Zeit. Es setzt Engagement und Bereitschaft voraus, für einen kurzen Moment wieder Anfänger zu sein. Viele erfahrene Netzhautspezialisten fühlen sich genau mit dieser Situation nicht wohl. Dieser menschliche Faktor ist die Hauptbremse bei der Verbreitung des Implantats. Zudem gab es berechtigte Bedenken hinsichtlich der Komplikationen, die mit dem PDS assoziiert sind. Die meisten dieser Bedenken sollten mittlerweile zerstreut sein durch die herausragenden Ergebnisse, die wir bei Patienten gesehen haben, die wir in klinischen Studien seit über sieben Jahren begleiten.
Ich bin ein überzeugter Advokat des PDS und betone immer wieder in meinen Vorträgen: Seit Beginn der Phase-2-Studie vor zehn Jahren wurde die OP-Technik zur Implantation des PDS enorm verfeinert. Das Verfahren ist technisch so ausgefeilt, dass wir die allermeisten Do´s und Don´ts kennen. Neue Chirurgen profitieren vom Erfahrungsschatz, den wir in den vergangenen zehn Jahren sammeln konnten– und das macht die Operation so viel leichter erlernbar. Der chirurgische Eingriff ist mittlerweile ziemlich einfach, sicher und vorhersehbar.
Welche Fortbildung braucht ein Chirurg, um die Implantations-Technik zu erlernen?
In den USA gibt es sehr gute Ausbildungsstrukturen rund um das PDS – und ich gehe davon aus, dass die Operierenden in der EU ähnlich intensive Unterstützung bekommen werden.
Zuerst gibt es einen Fachvortrag zum PDS, in dem erfahrene Kollegen im Video die Patientenselektion und die Operationstechnik im Detail erklären. Danach kommt die OP-Simulation, wo man den Eingriff mit den originalen Instrumenten übt und ein realistisches Gefühl dafür bekommt.
Und dann kommt etwas, das in der Branche wirklich einzigartig ist: Jede einzelne OP am Patienten wird von einem Surgical Device Specialist (SDS) begleitet, den Roche extra zu diesem Zweck schickt. Diese fachkundige Person steht Ihnen während der gesamten OP zur Seite – auch dann noch, wenn Sie mit dem Implantat bereits viel Erfahrung haben.
Meinen Patienten erkläre ich die Situation anhand des Flugzeug-Beispiels: Als Chirurg bin ich der Pilot und der SDS ist mein Copilot, der hilft, das gesamte Protokoll wie eine Sicherheits-Checkliste durchzugehen. An jedem Kontrollpunkt besprechen wir, wie das Auge aussieht und ob wir zum nächsten Schritt übergehen können. Dadurch bleibt die Qualität maximal konstant.
Kommt der Surgical Device Specialist zu jeder OP?
Ja, wirklich zu jeder OP. Inzwischen werde ich manchmal gefragt, ob ich den „Co-Pilot“ noch brauche – und manchmal kommen jetzt SDS-Neulinge zu mir, die diesen Job gerade erst erlernen. Aber auch nach 100 OPs genieße ich es, die SDS dabei zu haben. Sie bringen die Routine von so vielen Eingriffen mit und dadurch können wir uns über Feinheiten und Erfahrungen anderer Chirurgen austauschen.
Wie unterscheidet sich das Nachfüllen des PDS vom üblichen IVOM-Verfahren? Muss ich als implantierender Chirurg hier ebenfalls tätig werden, oder kann ich das Nachfüllen delegieren?
In unserer Praxis wird das Nachfüllen von verschiedenen Kollegen übernommen. Ich sehe meine Patienten bei Kontrollterminen gerne selbst und fülle auch das PDS am liebsten selbst nach – dies ist jedoch keine Voraussetzung. Wenn ein Chirurg implantiert und ein anderer nachfüllt, funktioniert das in der Regel gut.
Wichtig zu wissen ist jedoch, dass das Nachfüllen keine triviale Prozedur ist! Es braucht deutlich mehr Präzision und Sorgfalt, als die herkömmliche IVOM. Bei einer Standardinjektion kann ich die Nadel an verschiedenen Stellen und in fast jedem Winkel einführen – der Wirkstoff gelangt trotzdem ins Zentrum des Glaskörpers. Beim PDS muss die Nadel exakt zentriert im Septum des Implantats positioniert werden und strikt senkrecht geführt sein. Beleuchtete Lupen und eine höhere Vergrößerung helfen dem Anwender dabei.
Für den Patienten ist das Nachfüllen übrigens deutlich angenehmer als die klassische IVOM: Die Nadel durchdringt nur die oberflächlichsten Schichten des Auges, weil das Implantat bereits in der Sklera sitzt. Auch wenn es für uns Ärzte etwas aufwändiger ist – für die Patienten fühlt es sich komfortabel an.
Wie lange dauert eine Nachfüllung?
Wenn man geübt ist, etwa 10 Minuten. Aber ich sage meinen Kollegen: Plant lieber mit 10 bis 20 Minuten inklusive Vorbereitung. Das Nachfüllen sollte kein Wettrennen sein. Gerade am Anfang muss man sich an einiges gewöhnen und die Injektion anders aufsetzen als die normale IVOM. Diese Zeit sollte man einplanen.
Was beobachten Sie im klinischen Alltag bei Ihren PDS-Patienten? Wie äußert sich deren Zufriedenheit konkret?
Meine PDS-Patienten lieben vor allem die Freiheit, die ihnen das Implantat ermöglicht. Und das ist in diesem Fall die Freiheit von Arztterminen. Sie können monatelang verreisen oder in den Urlaub fahren, ohne sich Gedanken machen zu müssen. Ich habe einige Patienten, die in südlichen Gefilden überwintern und die früher einen weiteren Retinologen an ihrem Zweitwohnsitz gebraucht haben. Heute füllen wir ihr PDS einfach auf, bevor sie abreisen, und begrüßen sie im Frühling wieder.
Möglich wird das durch die Gewissheit, dass sich kontinuierlich Wirkstoff im Auge befindet. Wenn man bei konventionellen IVOMs das Intervall ausdehnt, sinkt der Wirkstoffspiegel irgendwann unterhalb des therapeutischen Bereichs. Beim Nachfüllen des PDS ist jedoch auch noch nach sechs Monaten ein erheblicher Vorrat an Medikament im Reservoir. Das heißt, wir „betanken“ das PDS, wenn der „Tank“ noch halbvoll ist, während wir bei der klassischen IVOM versuchen, möglichst weit mit einer Tankfüllung zu fahren.
Wie lange reicht eine „Tankfüllung“ beim PDS?
In den Phase-2-LADDER-Studien, bei denen wir bedarfsgesteuert nachgefüllt haben, betrug die mediane Zeit bis zur ersten notwendigen Nachfüllung stolze 15 Monate. Für die Phase-3-Studie wurde dann ein Sechs-Monate-Intervall gewählt, weil mit diesem Zeitrahmen praktisch jeder Patient noch ausreichend versorgt ist. Das bedeutet auch: Falls ein Patient aus irgendeinem Grund ein paar Wochen – oder gar Monate – später zum Nachfüllen kommt, ist immer noch reichlich Wirkstoff im Reservoir.
Heißt das, man könnte das Intervall auf über ein Jahr ausdehnen?
Theoretisch ja. Aber ich tue es nicht, weil ich das Auge regelmäßig untersuchen möchte, um eventuell auftretende Probleme am Implantat möglichst frühzeitig zu erkennen. Wir haben gelernt: Falls sich die Konjunktiva über dem Implantat zurückzieht oder ausdünnt, kann eine rechtzeitige Revision eine Endophthalmitis verhindern. Deshalb bevorzuge ich es, meine Patienten alle drei Monate zur Kontrolle zu sehen – auch wenn kein Nachfüllen ansteht.
Die Nachfüllung plane ich alle sechs Monate ein, weil dies eine vertretbare Frequenz samt Sicherheitsmarge darstellt. Ich hatte Patienten, die erst nach 10 oder 11 Monaten wieder vorstellig wurden, weil in ihrem Leben etwas dazwischen gekommen war. Bei ihnen war alles in Ordnung. Ihnen sagte ich dann: „Jetzt haben wir herausgefunden, dass Sie länger als sechs Monate warten können – aber lassen Sie uns das nicht als Zielintervall ansetzen. Sehen wir das lieber als Puffer zur Sicherheit, falls Sie wieder mal zu spät kommen.” Es gibt Kollegen in den USA, die mit längeren Intervallen arbeiten und von guten Ergebnissen ihrer Strategie berichten. Ich bleibe vorerst bei sechs Monaten.
Welcher Patiententyp profitiert am meisten vom PDS?
Jeder Patient, der auf regelmäßige IVOMs angewiesen ist und diese als große Last empfindet. Wobei die Länge des Injektionsintervalls relativ ist – entscheidend ist, wie belastend es für den Patienten und sein Umfeld ist. Beim ein- bis zweimonatigem Rhythmus ist für den Patienten der Benefit des sechsmonatigen Intervalls beim PDS offensichtlich. Aber auch Menschen, die alle acht bis zehn Wochen eine Injektion brauchen, können sehr belastet sein, z.B. durch die Herausforderung der Anreise. Solche Patienten werden mit dem PDS glücklicher leben, denn die Erleichterung ist einfach enorm, sobald der Stress des strikten Behandlungsplans entfällt.
Wer hingegen IVOMs im Drei- oder Vier-Monate-Takt bekommt und damit gut versorgt ist, wird den Gewinn durch das Sechs-Monate-Intervall wahrscheinlich nicht als groß genug empfinden, um den operativen Eingriff zu rechtfertigen.
Spielt das Alter eine Rolle?
Nicht per se. Ich habe AMD-Patienten Ü80 mit einem PDS im Auge, die sehr zufrieden damit sind. Bei den jüngeren Patienten habe ich einige mit diabetischer Makulopathie, was in den USA ebenfalls eine zugelassene Indikation ist. Für diese Berufstätigen ist es besonders wertvoll, nicht jeden Monat in die Praxis kommen zu müssen.
Wie erkennen Sie, wer ein geeigneter Kandidat ist?
Meist schlage ich das PDS ausgewählten Patienten vor, die ich schon eine Weile kenne und behandle. Ich weiß, wie ihr Auge auf Anti-VEGF reagiert und weiß, dass sie dauerhaft auf die Therapie angewiesen sein werden. Es sind Patienten, die bereits die stärksten Wirkstoffe bekommen und trotzdem regelmäßig und häufig Spritzen brauchen.
Der holistische Gesundheitszustand spielt natürlich auch eine Rolle. Selbst wenn es sich um einen Eingriff unter Lokalanästhesie handelt, ist jede Operation eine Belastung für Körper und Psyche. All diese Punkte wollen im Gespräch mit dem Patienten sorgfältig abgewogen werden. Zur Entscheidung für das PDS gehören viele Faktoren – und am Ende zeigt sich erst im Gespräch, ob jemand wirklich der ideale Kandidat ist.
Welche Erfahrungen haben Sie mit unerwünschten Ereignissen und Komplikationen gemacht?
Ich hatte bisher keinen Fall von Endophthalmitis. Ich hatte einen Fall von konjunktivaler Retraktion. Dies war einer meiner allerersten Patienten und ich hatte das Implantat zu nah an der Peritomie-Nahtreihe positioniert. Heute zeige ich dieses OP-Video in der Ausbildung als Beispiel für mögliche Fehler. Der Patient brauchte damals eine konjunktivale Revision – und danach war das Problem gelöst.
Außerdem hatte ich mal einen Patienten mit Septum-Dislokation, einem Problem, das vor einigen Jahren in einem bestimmten Studienarm aufgetreten ist. Das Design des Implantats wurde seitdem vollständig überarbeitet, wodurch dieses Thema gelöst wurde. Der Patient entschied sich damals für einen Implantatwechsel: Wir nahmen das alte Implantat heraus und setzten ihm ein neues ein. Er ist seitdem beschwerdefrei.
Bis dato habe ich noch nie ein Implantat vollständig explantieren müssen. Obwohl bei mir noch kein Fall von Endophthalmitis vorgekommen ist, habe ich die Datenlage dazu genau studiert: Bei den Studienaugen mit Endophthalmitis hat die große Mehrheit der Patienten das Implantat behalten und es konnte nach Abheilen der Infektion weiterverwendet werden. Am wichtigsten ist jedoch, dass die überwältigende Mehrheit dieser Betroffenen später die gleiche oder sogar bessere Sehkraft als vor der Endophthalmitis erzielte. Ich finde, das ist ein sehr beruhigendes Sicherheitsprofil. Hinzukommt, dass das größte Risiko für die Sehkraft bei Patienten mit Anti-VEGF-Hemmern nicht Endophthalmitis, sondern Unterbehandlung ist. Und dieses Problem löst das PDS besser als alle anderen derzeit verfügbaren Therapieoptionen.
Carl Awh, MD, FASRS, ist einer der erfahrensten PDS-Anwender in den USA und Entwickler neuer Behandlungs- und OP-Techniken in der Netzhaut- und Makulachirurgie. Er praktiziert bei Tennessee Retina in Nashville und hält mehrere Patente für von ihm erfundene chirurgische Instrumente. Kontakt unter: tnretina.com
Das Interview führte Rosemarie Frühauf
Das PDS in den USA und Europa
Die Port-Delivery-Plattform mit Ranibizumab (PDS) ist ein chirurgisch implantierbares Drug-Delivery-System, das eine kontinuierliche, passive Diffusion von Ranibizumab (100 mg/ml) in den Glaskörper ermöglicht. Die Implantation erfolgt unter Lokalanästhesie an der Pars plana. Das Reservoir wird in der Regel alle 6-9Monate im klinischen Umfeld im Rahmen einer Refill-Exchange-Prozedur nachbefüllt.
In den USA wurde das PDS im Oktober 2021 zugelassen. Vertrieben unter dem Handelsnamen Susvimo™ (Roche/Genentech) wird Susvimo in den folgenden Indikationen angewendet:
- nAMD (neovaskuläre altersbedingte Makuladegeneration) – Refill alle 24 Wochen
- DME (diabetisches Makulaödem) – Refill alle 24 Wochen
- DR (diabetische Retinopathie) – Refill alle 36 Wochen”
Für den europäischen Markt erhielt das Implantat 2025 die CE-Zertifizierung unter dem Namen Contivue®. Die Zulassung für hochkonzentriertes Ranibizumab durch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) befindet sich im finalen Prüfverfahren.
Erschienen in Concept Ophthalmologie 4_2026.



