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Regelschmerzen: Ursachen, Symptome & was wirklich hilft 

Symbolbild, Frau im Bett, die sich den Bauch hält, mit Periodenkalender im Vordergrund

Regelschmerzen: Ursachen, Symptome & was wirklich hilft 

Schmerz

mg° medizin

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17 MIN

Regelschmerzen (medizinisch Dysmenorrhoe) zählen zu den häufigsten gynäkologischen Beschwerden. Zwei Drittel der menstruierenden Menschen zwischen 14 und 50 Jahren kennen diese krampfartigen Unterleibsschmerzen aus eigener Erfahrung. Die Beschwerden treten meist kurz vor oder während der Menstruation auf und können von leichtem Ziehen bis zu starken Krämpfen reichen, die den Alltag erheblich beeinträchtigen. Die gute Nachricht: Es gibt wirksame Behandlungsmöglichkeiten – von bewährten Hausmitteln über Wärmeanwendungen bis hin zu medikamentöser Therapie. Wichtig ist: Starke Regelschmerzen müssen nicht einfach hingenommen werden. 

Warum Regelschmerzen ein wichtiges Thema sind 

Obwohl Regelschmerzen das Wohlbefinden und den Alltag oft stark einschränken, versuchen 86 Prozent der Betroffenen, sich zusammenzureißen. Viele Mädchen und Frauen fehlen wegen der Schmerzen in Schule, Studium oder Beruf. Bis zu 50 Prozent junger Frauen berichten von Schulausfall wegen starker Menstruationsbeschwerden. Trotzdem werden die Beschwerden häufig als normale Begleiterscheinung der Periode abgetan – manchmal sogar von medizinischem Fachpersonal. 

Dabei sollten Regelschmerzen ernst genommen werden. Bei etwa einer von zehn Frauen sind die Beschwerden so stark, dass sie jeden Monat für ein bis drei Tage ihren normalen Alltag nicht bewältigen können. Zudem können hinter starken oder plötzlich auftretenden Schmerzen behandlungsbedürftige Erkrankungen stecken. 

Was sind Regelschmerzen und wie entstehen sie? 

Der natürliche Vorgang im Körper 

Bei Regelschmerzen zieht sich die Gebärmuttermuskulatur krampfartig zusammen. Diese Kontraktionen helfen dabei, die Gebärmutterschleimhaut abzustoßen, die während des Zyklus aufgebaut wurde. Auslöser dieser Krämpfe sind körpereigene Botenstoffe, sogenannte Prostaglandine. Diese hormonähnlichen Substanzen werden in der Gebärmutterschleimhaut gebildet und lösen das Zusammenziehen der Muskulatur aus. 

Durch die starken Kontraktionen wird die Gebärmutter zeitweise weniger durchblutet, was zu den charakteristischen Schmerzen führt. Die Prostaglandine sind auch für weitere Begleitbeschwerden wie Übelkeit, Durchfall oder Kopfschmerzen verantwortlich. Die Schmerzen treten meist schon kurz vor Beginn der Menstruation auf und sind am ersten Tag der Regelblutung am stärksten. 

Primäre Regelschmerzen – ohne erkennbare Ursache 

Primäre Regelschmerzen entstehen allein durch das natürliche Zusammenziehen der Gebärmutter während der Menstruation. Es liegt keine organische Erkrankung zugrunde. Bei dieser Form produziert der Körper vermutlich zu viel Prostaglandin oder reagiert besonders empfindlich darauf. 

Typische Merkmale primärer Regelschmerzen: 

  • Beginn: Meist kurz nach der ersten Regelblutung (Menarche) 
  • Alter: Besonders häufig bei Frauen unter 30 Jahren 
  • Verlauf: Beschwerden können mit zunehmendem Alter abnehmen 
  • Besserung: Oft nach der ersten Geburt deutlich weniger Schmerzen 

Etwa 80 Prozent der 15- bis 17-Jährigen sind von primären Regelschmerzen betroffen. Mit zunehmendem Alter und besonders nach der ersten Geburt nehmen die Beschwerden häufig ab. 

Sekundäre Regelschmerzen – wenn eine Erkrankung dahintersteckt 

Sekundäre Regelschmerzen werden durch organische Veränderungen oder Erkrankungen ausgelöst. Sie treten meist erst ab dem 30. oder 40. Lebensjahr auf, also nachdem eine Frau bereits einige Jahre beschwerdefreie oder nur leicht schmerzhafte Perioden hatte. 

Mögliche Ursachen sekundärer Regelschmerzen: 

  • Endometriose: Gebärmutterschleimhautgewebe siedelt sich außerhalb der Gebärmutter an 
  • Myome: Gutartige Muskelgeschwulste in der Gebärmutter 
  • Polypen: Gutartige Schleimhautwucherungen 
  • Verwachsungen: Nach Operationen oder Entzündungen im Beckenbereich 
  • Spirale: Mechanische Verhütungsmittel wie die Kupferspirale 

Bei sekundären Regelschmerzen verstärken sich die Beschwerden oft mit der Zeit, und die Schmerzen können auch außerhalb der Menstruation auftreten. 

Symptome von Regelschmerzen erkennen 

Hauptsymptome 

Das Leitsymptom sind krampfartige Schmerzen im Unterbauch, die meist wellenförmig auftreten. Viele Frauen beschreiben ein Ziehen, Drücken oder Stechen. Die Schmerzen können unterschiedlich stark ausgeprägt sein – von leichtem Unwohlsein bis zu Schmerzen, die das normale Leben unmöglich machen. Regelschmerzen können sich auf den Unterleib beschränken, aber auch in den Rücken und die Beine ausstrahlen. 

Begleitsymptome

Neben den Unterleibskrämpfen können weitere Beschwerden auftreten: 

  • Verdauungsprobleme: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Völlegefühl 
  • Kopfschmerzen: Von leichtem Druck bis zu migräneartigen Schmerzen 
  • Rückenschmerzen: Besonders im unteren Rückenbereich 
  • Allgemeines Unwohlsein: Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Schwächegefühl 
  • Kreislaufbeschwerden: Schwindel, niedriger Blutdruck 
  • Stimmungsschwankungen: Reizbarkeit, depressive Verstimmung 

Nicht alle diese Symptome müssen gleichzeitig auftreten, und die Intensität kann von Monat zu Monat unterschiedlich sein. Frauen mit starker Regelblutung haben oft auch stärkere Regelschmerzen. 

Wer ist besonders von Regelschmerzen betroffen? 

Bestimmte Faktoren erhöhen das Risiko für stärkere Regelschmerzen. Primäre Regelschmerzen sind häufiger bei Frauen unter 30 Jahren, bei starken Regelblutungen und bei familiärer Veranlagung. Auch bestimmte Lebensgewohnheiten und körperliche Merkmale spielen eine Rolle. 

Risikofaktoren für verstärkte Regelschmerzen: 

  • Body-Mass-Index unter 20: Sehr schlanke Frauen sind häufiger betroffen 
  • Frühe erste Regelblutung: Menarche vor dem 12. Lebensjahr 
  • Starke und lange Menstruationsblutungen: Über 7 Tage oder sehr starker Blutverlust 
  • Rauchen: Nikotin vermindert die Durchblutung auch in der Gebärmutter 
  • Alkoholkonsum: Steht im Verdacht, Beschwerden zu verschlimmern 
  • Familiäre Häufung: Wenn Mutter oder Schwester betroffen sind 
  • Stress und psychische Belastung: Können Schmerzempfinden verstärken 
  • Gewalterfahrungen: Körperliche und sexuelle Gewalt erhöhen das Risiko 

Das Nikotin beim Rauchen vermindert die Durchblutung des Gewebes auch in der Gebärmutter, wodurch die Krämpfe ausgeprägter sein können. 

Diagnose von Regelschmerzen – so geht der Arzt vor 

Das ausführliche Anamnesegespräch 

Die Diagnose von Regelschmerzen erfolgt in erster Linie durch ein ausführliches Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt. Dabei werden das Blutungsmuster, die Schmerzcharakteristika (Lokalisation, Dauer, Intensität), begleitende Symptome und die Krankengeschichte erfragt. Es kann hilfreich sein, ein Schmerztagebuch zu führen, in dem Sie die Intensität und Art der Beschwerden sowie begleitende Symptome festhalten – dies erleichtert der Ärztin oder dem Arzt die Einschätzung. 

Gynäkologische Untersuchung 

Die Ultraschalluntersuchung ist dabei das wichtigste diagnostische Werkzeug. Mit ihrer Hilfe lassen sich viele organische Veränderungen wie Zysten, Myome oder Hinweise auf Endometriose erkennen. In unklaren Fällen können weitere Untersuchungen wie Bluttests, Urinuntersuchungen oder bildgebende Verfahren erforderlich sein. 

Bei jungen Mädchen mit typischen Beschwerden, die noch keinen Geschlechtsverkehr hatten, kann zunächst auf eine gynäkologische Untersuchung verzichtet werden. Bei Verdacht auf sekundäre Regelschmerzen oder wenn die Beschwerden nicht auf eine Behandlung ansprechen, wird eine gynäkologische Untersuchung durchgeführt. 

Wann weiterführende Diagnostik nötig ist 

Manchmal ist eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) notwendig, besonders wenn der Verdacht auf Endometriose besteht. Wichtig zu wissen: Im Durchschnitt vergehen in Deutschland von den ersten Symptomen bis zur Diagnose einer Endometriose etwa zehn Jahre. Die Beschwerden werden oft als normale Regelschmerzen abgetan oder fehlinterpretiert. Eine frühe Diagnose und Behandlung kann jedoch die Lebensqualität deutlich verbessern und mögliche Folgen wie Unfruchtbarkeit verhindern. 

Behandlung von Regelschmerzen – diese Möglichkeiten gibt es 

Medikamentöse Behandlung 

Schmerzmittel – erste Wahl bei akuten Beschwerden: Besonders geeignet sind nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen, Naproxen oder Diclofenac. Diese Wirkstoffe hemmen die Bildung von Prostaglandinen und wirken gleichzeitig entzündungshemmend und schmerzlindernd. Weil sie die Prostaglandin-Produktion hemmen, können sie die Beschwerden lindern. Die meisten Frauen vertragen NSAR gut, Nebenwirkungen wie Magenbeschwerden können aber vorkommen. 

Expertenhinweis: „Schmerzmittel sollten frühzeitig eingenommen werden, also bereits bei den ersten Anzeichen der Beschwerden. Das verhindert, dass sich der Schmerz verstärkt und das Nervensystem sensibilisiert wird”, empfehlen Fachleute. 

Hormonelle Verhütungsmittel: Auch viele hormonelle Verhütungsmittel wie die Antibabypille oder die Hormonspirale können Regelschmerzen lindern. Die Gebärmutterschleimhaut baut sich dann nicht in normaler Dicke auf, die Blutungen sind meist schwächer und kürzer als die natürliche Regelblutung oder bleiben sogar ganz aus. Hormonelle Verhütungsmittel können jedoch Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen oder Übelkeit haben, einige zudem das Thromboserisiko erhöhen. Die Frauenärztin oder der Frauenarzt berät dazu, welche hormonellen Verhütungsmittel infrage kommen. 

Wichtig: Bei regelmäßigem Bedarf an Schmerzmitteln ist eine ärztliche Abklärung unbedingt erforderlich, um sekundäre Ursachen auszuschließen. 

Wärmetherapie – bewährtes Hausmittel mit Wirkung 

Wärme gehört zu den wirksamsten und beliebtesten Mitteln bei Regelschmerzen. Sie entspannt die Muskulatur und kann Krämpfe lösen. Es gibt Hinweise aus Studien, dass Wärmepflaster und Wärmegürtel Schmerzen während der Menstruation lindern können. 

Praktische Wärmeanwendungen: 

  • Wärmflasche oder Kirschkernkissen: Auf den Unterbauch legen, 15-20 Minuten wirken lassen 
  • Warmes Bad: 15 bis 20 Minuten in etwa 38 Grad warmem Wasser entspannt die Muskulatur 
  • Wärmepflaster: Diskret unter der Kleidung tragbar, geben über mehrere Stunden konstante Wärme ab 
  • Warmes Fußbad: Kann ebenfalls entspannend wirken 

Bewegung und Entspannung 

Körperliche Aktivität trotz Schmerzen: Auch wenn es paradox klingen mag: Leichte körperliche Aktivität fördert die Durchblutung und kann Krämpfe lösen. Einige Studien deuten an, dass körperliche Aktivitäten wie Joggen, Yoga und Gymnastik helfen können. Yoga, Spaziergänge oder sanftes Stretching werden von vielen Frauen als wohltuend empfunden. 

Entspannungstechniken: Entspannungstechniken wie Meditation, Atemübungen oder progressive Muskelentspannung können zur Schmerzlinderung beitragen. Bei manchen Frauen sind die Schmerzen so belastend, dass eine psychologische Schmerztherapie infrage kommen kann. Eine solche Therapie umfasst unter anderem Gespräche und Techniken zur Schmerzbewältigung, zum Beispiel Entspannungs- und Achtsamkeitsübungen. 

Bewährte Hausmittel bei Regelschmerzen 

Viele Hausmittel haben sich über Generationen bewährt. Wichtig zu wissen: Für die Wirksamkeit der meisten Hausmittel gibt es keine wissenschaftlichen Belege aus hochwertigen Studien. Dennoch berichten viele Frauen von positiven Erfahrungen. 

Tees aus Kamille, Schafgarbe, Frauenmantel oder Gänsefingerkraut können entspannend und krampflösend wirken. Die Wärme des Tees trägt zusätzlich zur Entspannung bei. 

Magnesium spielt eine wichtige Rolle für die Muskelfunktion. Bei einem Magnesiummangel kann es zu einem hormonellen Ungleichgewicht kommen. Magnesium kann sich lindernd auf Unterleibskrämpfe auswirken. Magnesiumreiche Lebensmittel sind Nüsse, Vollkornprodukte, grünes Blattgemüse und Bananen. 

Ätherische Öle wie Majoranöl können mit ihren entkrampfenden Eigenschaften hilfreich sein – einige Tropfen in warmem Massageöl auf den Unterbauch einmassiert. 

Die Akupressur ist eine Methode der traditionellen chinesischen Medizin. Studien liefern vielversprechende Ergebnisse: Akupressur konnte die Stärke der Schmerzen leicht verringern, allerdings erst nach längerfristiger Anwendung. 

Behandlung sekundärer Regelschmerzen 

Bei sekundären Regelschmerzen steht die Behandlung der zugrunde liegenden Erkrankung im Vordergrund. Sind Myome oder eine Endometriose die Ursache der Beschwerden, gibt es weitere Behandlungsmöglichkeiten. Dazu können auch Operationen gehören. 

Vorbeugung – was Sie selbst tun können 

Gesunder Lebensstil als Basis 

Regelmäßige Bewegung kann helfen, Regelschmerzen vorzubeugen oder zu mildern. Sportarten wie Schwimmen, Radfahren, Yoga oder Walking fördern die Durchblutung und stärken die Muskulatur. Ein gesunder Lebensstil mit ausreichend Schlaf, ausgewogener Ernährung und dem Verzicht auf Nikotin kann sich positiv auswirken. 

Ernährung anpassen 

Eine ausgewogene Ernährung spielt eine wichtige Rolle. Besonders empfehlenswert sind: 

  • Magnesium: Nüsse, Vollkornprodukte, grünes Blattgemüse, Bananen 
  • Omega-3-Fettsäuren: Fettreicher Fisch, Leinöl, Walnüsse 
  • Eisen: Rotes Fleisch, Hülsenfrüchte, dunkelgrünes Gemüse 
  • Kalium: Kartoffeln, Trockenfrüchte, Avocados 

Verzichten Sie während der Periode möglichst auf Koffein, Alkohol und stark salzhaltige Speisen, da diese die Beschwerden verstärken können. 

Stressmanagement 

Stress kann Regelschmerzen verschlimmern. Finden Sie Techniken, die Ihnen helfen, mit Belastungen umzugehen – ob Meditation, Atemübungen, autogenes Training oder progressive Muskelentspannung. Ein regelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus unterstützt den Hormonhaushalt und kann sich positiv auf den Zyklus auswirken. 

Leben mit Regelschmerzen – praktische Alltagstipps 

Den Alltag anpassen 

Planen Sie wichtige Termine wenn möglich nicht auf die ersten Tage Ihrer Periode. Gönnen Sie sich ausreichend Ruhe und Schlaf, denn Müdigkeit kann die Schmerzempfindlichkeit erhöhen. Tragen Sie bequeme, nicht einengende Kleidung. Viele Frauen empfinden es als hilfreich, sich in der embryonalen Position zusammenzurollen, wenn die Krämpfe besonders stark sind. 

Bedürfnisse ernst nehmen 

Menstruationsbeschwerden werden manchmal nicht ernst genommen – nicht einmal von Ärztinnen und Ärzten. Auch viele Frauen denken, sie müssten die Schmerzen einfach aushalten, weil sie zum Leben einer Frau gehören. Doch starke Schmerzen müssen nicht hingenommen werden. Hören Sie auf Ihren Körper und nehmen Sie Ihre Bedürfnisse ernst. Es ist völlig in Ordnung, bei starken Schmerzen einen Gang zurückzuschalten. 

Wann Sie ärztlichen Rat suchen sollten 

Auch wenn Regelschmerzen weit verbreitet sind, gibt es Situationen, in denen Sie unbedingt medizinischen Rat einholen sollten. 

Warnsignale, bei denen Sie zum Arzt gehen sollten: 

  • Regelschmerzen treten erstmalig nach beschwerdefreien Jahren auf 
  • Die Schmerzen werden plötzlich viel stärker als gewohnt 
  • Hausmittel und rezeptfreie Schmerzmittel bringen keine Linderung mehr 
  • Die Beschwerden beeinträchtigen Sie stark in Ihrem Alltag 
  • Schmerzen treten auch außerhalb der Menstruation auf 
  • Ungewöhnliche oder sehr starke Blutungen 
  • Fieber oder ungewöhnlicher Ausfluss 
  • Große Sorgen oder Ängste im Zusammenhang mit den Beschwerden 

Besonders wichtig ist dies, wenn hinter den Regelschmerzen möglicherweise eine Endometriose stecken könnte. Eine frühe Diagnose und Behandlung kann die Lebensqualität deutlich verbessern. 

Ein ermutigender Ausblick 

Regelschmerzen sind zwar weit verbreitet, müssen aber nicht als unvermeidlich hingenommen werden. Die meisten Frauen mit primären Regelschmerzen finden durch die Kombination verschiedener Maßnahmen eine deutliche Linderung ihrer Beschwerden. Wärme, gezielte Bewegung, Entspannungstechniken und bei Bedarf Schmerzmittel können das Leben während der Menstruation erheblich erleichtern. 

Bei vielen Frauen lassen die Beschwerden wenige Jahre nach der ersten Periode nach, bei manchen hören sie auch ganz auf. Viele Frauen haben nach der Geburt ihres ersten Kindes weniger Beschwerden. Wichtig ist, dass Sie auf Ihren Körper hören, Ihre Bedürfnisse ernst nehmen und sich nicht scheuen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Mit der richtigen Strategie können Sie auch die Tage der Periode wieder aktiver und beschwerdefreier gestalten. 

Häufig gestellte Fragen zu Regelschmerzen (FAQ) 

Was sind Regelschmerzen und wie häufig kommen sie vor? 

Regelschmerzen (Dysmenorrhoe) sind krampfartige Schmerzen im Unterleib vor oder während der Menstruation. Zwei Drittel der menstruierenden Menschen zwischen 14 und 50 Jahren sind davon betroffen. Bei etwa jeder zehnten Frau sind die Beschwerden so stark, dass sie für 1-3 Tage ihren normalen Alltag nicht bewältigen kann. 

Was ist der Unterschied zwischen primären und sekundären Regelschmerzen? 

Primäre Regelschmerzen entstehen durch das natürliche Zusammenziehen der Gebärmutter ohne erkennbare Erkrankung. Sie beginnen meist kurz nach der ersten Periode. Sekundäre Regelschmerzen werden durch organische Veränderungen wie Endometriose oder Myome verursacht und treten meist erst ab dem 30. Lebensjahr auf. 

Welche Hausmittel helfen wirklich gegen Regelschmerzen? 

Wärme ist das wirksamste Hausmittel – ob Wärmflasche, warmes Bad oder Wärmepflaster. Auch Magnesium, Kräutertees (Kamille, Schafgarbe) und sanfte Bewegung wie Yoga können helfen. Für viele Hausmittel gibt es jedoch keine wissenschaftlichen Belege, obwohl Frauen positive Erfahrungen berichten. 

Welche Schmerzmittel sind bei Regelschmerzen am besten geeignet? 

Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Naproxen sind am wirksamsten, da sie die Bildung von Prostaglandinen hemmen. Sie sollten frühzeitig bei den ersten Anzeichen eingenommen werden. Bei regelmäßigem Bedarf ist eine ärztliche Abklärung wichtig. 

Können Regelschmerzen ein Anzeichen für eine ernsthafte Erkrankung sein? 

Ja, starke oder neu auftretende Regelschmerzen können auf Erkrankungen wie Endometriose, Myome oder Polypen hinweisen. Wenn Schmerzen plötzlich stärker werden, auch außerhalb der Periode auftreten oder von ungewöhnlichen Blutungen begleitet werden, sollten Sie unbedingt zum Arzt gehen. 

Hilft die Antibabypille gegen Regelschmerzen? 

Ja, hormonelle Verhütungsmittel wie die Antibabypille oder Hormonspirale können Regelschmerzen deutlich lindern. Die Gebärmutterschleimhaut baut sich weniger stark auf, wodurch die Blutungen schwächer und kürzer werden. Allerdings können Nebenwirkungen auftreten und ein erhöhtes Thromboserisiko bestehen. 

Werden Regelschmerzen nach einer Schwangerschaft besser? 

Viele Frauen berichten, dass sie nach der Geburt ihres ersten Kindes weniger oder gar keine Regelschmerzen mehr haben. Dies ist jedoch nicht bei allen Frauen der Fall und sollte nicht der Grund für eine Schwangerschaft sein. 

Kann Sport Regelschmerzen verschlimmern oder lindern? 

Leichte bis moderate körperliche Aktivität kann Regelschmerzen lindern, da sie die Durchblutung fördert und Krämpfe löst. Studien deuten darauf hin, dass Yoga, Joggen und Gymnastik helfen können. Sehr intensive körperliche Belastung sollte während starker Schmerzen jedoch vermieden werden. 

Gibt es einen Zusammenhang zwischen Ernährung und Regelschmerzen? 

Ja, die Ernährung kann Regelschmerzen beeinflussen. Magnesiumreiche Lebensmittel, Omega-3-Fettsäuren und eine ausgewogene Ernährung können vorbeugend wirken. Koffein, Alkohol und sehr salzhaltige Speisen sollten während der Periode gemieden werden, da sie Beschwerden verstärken können. 

Wann sollte ich mit Regelschmerzen unbedingt zum Arzt gehen? 

Sie sollten ärztlichen Rat suchen, wenn Regelschmerzen erstmalig nach beschwerdefreien Jahren auftreten, plötzlich viel stärker werden, nicht auf Behandlung ansprechen, auch außerhalb der Periode auftreten oder von ungewöhnlichen Blutungen, Fieber oder Ausfluss begleitet werden. 

Dieser Artikel ersetzt nicht den Arztbesuch 

Die Informationen in diesem Artikel dienen der allgemeinen Gesundheitsinformation und ersetzen keine individuelle medizinische Beratung. Bei anhaltenden, starken oder ungewöhnlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Nur medizinisches Fachpersonal kann nach einer gründlichen Untersuchung eine gesicherte Diagnose stellen und eine individuell passende Behandlung empfehlen. Nehmen Sie Medikamente nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker ein. 

Quellenverzeichnis

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Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Regelschmerzen: Können entzündungshemmende Schmerzmittel helfen? Gesundheitsinformation.de. Online verfügbar unter: https://www.gesundheitsinformation.de/regelschmerzen-koennen-entzuendungshemmende-schmerzmittel-helfen.html (Aufgerufen am 17. Dezember 2024) 
Apotheken Umschau: Regelschmerzen verstehen und lindern – Ursachen, Symptome, Tipps. Online verfügbar unter: https://www.apotheken-umschau.de/mein-koerper/weibliche-geschlechtsorgane/regelschmerzen-verstehen-und-lindern-ursachen-symptome-tipps-1275083.html (Aufgerufen am 17. Dezember 2024) 
NetDoktor: Regelschmerzen (Dysmenorrhoe). Online verfügbar unter: https://www.netdoktor.de/symptome/regelschmerzen/ (Aufgerufen am 17. Dezember 2024) 
Österreichisches Gesundheitsportal: Dysmenorrhoe – Starke Regelschmerzen. Gesundheit.gv.at. Online verfügbar unter: https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/sexualorgane/weibliche-hormone-zyklus/dysmenorrhoe.html (Aufgerufen am 17. Dezember 2024) 
DEXIMED – Deutsche Experteninformation Medizin: Menstruationsschmerzen – primäre Dysmenorrhö. Online verfügbar unter: https://deximed.de/home/klinische-themen/gynaekologie/patienteninformationen/menstruationsprobleme/menstruationsschmerzen-primaere-dysmenorrhoe (Aufgerufen am 17. Dezember 2024) 
DocMedicus Gesundheitslexikon: Regelschmerzen (Dysmenorrhoe) – Einleitung. Online verfügbar unter: https://www.gesundheits-lexikon.com/Frauengesundheit/Regelschmerzen-Dysmenorrhoe/Einleitung (Aufgerufen am 17. Dezember 2024) 
MSD Manual – Ausgabe für Patienten: Menstruationskrämpfe. Online verfügbar unter: https://www.msdmanuals.com/de/heim/gesundheitsprobleme-von-frauen/menstruationsstörungen-und-abnormale-scheidenblutungen/menstruationskrämpfe (Aufgerufen am 17. Dezember 2024) 
Universitätsklinikum Erlangen – Fortpflanzungszentrum: Dysmenorrhoe (Menstruationsschmerzen). Online verfügbar unter: https://www.reproduktionsmedizin.uk-erlangen.de/patienten/krankheitsbilder-kinder-und-jugendgynaekologie/dysmenorrhoe-menstruationsschmerzen/ (Aufgerufen am 17. Dezember 2024) 
Berufsverband der Kinder- und Jugendgynäkologie: Dysmenorrhö: Pathophysiologie und therapeutische Optionen. Online verfügbar unter: https://www.kindergynaekologie.de/fachwissen/korasion/2013/pathophysiologie-und-therapeutische-optionen/ (Aufgerufen am 17. Dezember 2024) 

Bei der Erstellung dieses Artikels kam KI-Unterstützung zum Einsatz.

Schlagworte zu diesem Beitrag

Frauengesundheit, Menstruation, Regelschmerzen, Unterleibschmerzen

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