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Was hilft gegen Neurodermitis: praktische Tipps für den Alltag 

Kind in weißem T-Shirt kratzt sich am Arm, auf dem gerötete, entzündete Hautstellen sichtbar sind – Anzeichen von Neurodermitis.

Was hilft gegen Neurodermitis: praktische Tipps für den Alltag 

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mg° medizin

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11 MIN

Was hilft gegen Neurodermitis? Die wirksamsten Säulen sind tägliche Basispflege zur Stärkung der Hautbarriere, das Meiden individueller Trigger und bedarfsweise Medikamente bei Schüben. Ergänzend helfen Kühlung gegen Juckreiz, Stressreduktion und angepasste Lebensgewohnheiten für stabile, beschwerdearme Phasen. 

Warum dieses Thema so wichtig ist 

In Deutschland leiden etwa 13 Prozent aller Kinder und rund 2 Prozent aller Erwachsenen an Neurodermitis. Die Erkrankung beeinträchtigt den Alltag erheblich: Der quälende Juckreiz raubt den Schlaf, die sichtbaren Hautveränderungen belasten psychisch, und viele Betroffene fühlen sich im Beruf und im sozialen Leben eingeschränkt.  

Die gute Nachricht ist: Mit dem richtigen Wissen und einer individuell angepassten Behandlungsstrategie können Sie Ihre Beschwerden deutlich lindern und die Zahl der akuten Schübe verringern. Dieser Artikel zeigt Ihnen, welche Möglichkeiten Ihnen zur Verfügung stehen. 

Die Erkrankung verstehen 

Was ist Neurodermitis? 

Neurodermitis, von Ärzten auch atopische Dermatitis oder atopisches Ekzem genannt, ist eine chronische Hauterkrankung, die in Schüben verläuft. Die Haut ist grundsätzlich sehr trocken und empfindlich, ihre natürliche Schutzbarriere ist gestört. Dadurch können Reizstoffe, Allergene und Krankheitserreger leichter eindringen, was Entzündungen und den typischen Juckreiz auslöst. 

Neurodermitis gehört zusammen mit allergischem Asthma, Heuschnupfen und Nahrungsmittelallergien zu den sogenannten atopischen Erkrankungen. Viele Betroffene leiden nicht nur an der Hauterkrankung, sondern haben auch mit diesen anderen allergischen Beschwerden zu kämpfen. 

Typische Symptome erkennen 

Das Leitsymptom der Neurodermitis ist ein quälender Juckreiz, der besonders nachts sehr belastend sein kann. Die betroffenen Hautstellen zeigen je nach Krankheitsphase unterschiedliche Veränderungen: 

  • Gerötete, geschwollene Hautstellen in akuten Schüben 
  • Nässende und verkrustete Ekzeme bei starken Entzündungen 
  • Trockene, schuppige Haut in ruhigeren Phasen 
  • Verdickte Haut mit vergröberten Hautfältchen (Lichenifikation) bei chronischem Verlauf 
  • Ausgeprägte Kratzspuren durch unkontrollierbaren Juckreiz 

Bei Säuglingen und Kleinkindern zeigt sich Neurodermitis häufig im Gesicht, auf der Kopfhaut und an den Streckseiten von Armen und Beinen. Bei älteren Kindern und Erwachsenen sind typischerweise die Beugeseiten betroffen – also Ellenbeugen, Kniekehlen, Nacken und Handgelenke. Auch Hände, Gesicht und der Halsbereich können stark in Mitleidenschaft gezogen werden. 

Ursachen und Auslöser 

Die genauen Ursachen der Neurodermitis sind noch nicht vollständig geklärt. Fest steht jedoch, dass mehrere Faktoren zusammenspielen. Eine wichtige Rolle spielt die genetische Veranlagung: Wenn Eltern oder Geschwister an Neurodermitis oder anderen atopischen Erkrankungen leiden, ist das Risiko für eigene Kinder deutlich erhöht. Zudem ist die Hautbarriere bei Betroffenen gestört, wodurch die Haut Feuchtigkeit schlechter speichern kann und empfindlicher auf äußere Reize reagiert. 

Verschiedene Auslöser (Trigger) können einen akuten Schub hervorrufen oder verschlimmern: 

  • Bestimmte Nahrungsmittel (individuell unterschiedlich) 
  • Allergene wie Pollen, Hausstaubmilben oder Tierhaare 
  • Klimatische Faktoren wie trockene Heizungsluft oder Wetterumschwünge 
  • Infektionen und Fieber 
  • Psychischer Stress und emotionale Belastungen 
  • Hautreizende Stoffe wie Wolle, Schweiß oder aggressive Reinigungsmittel 
  • Starkes Schwitzen bei körperlicher Anstrengung 

Die wirksame Behandlung der Neurodermitis 

Die Basispflege als Fundament 

Die wichtigste und unverzichtbare Säule jeder Neurodermitis-Behandlung ist die konsequente Basispflege. Damit ist die tägliche Hautpflege mit speziellen, rückfettenden und feuchtigkeitsspendenden Cremes, Lotionen oder Salben gemeint. Diese Pflege sollten Sie auch in beschwerdefreien Zeiten durchführen – am besten zweimal täglich. Durch regelmäßiges Eincremen stärken Sie die geschwächte Hautbarriere, beugen dem Austrocknen vor und verringern so das Risiko für neue Schübe. 

Die richtige Wahl des Pflegeprodukts hängt vom aktuellen Hautzustand ab: Bei akuten, nässenden Ekzemen eignen sich eher leichte, wasserhaltige Lotionen. Bei sehr trockener, schuppiger Haut sind fettreichere Cremes oder Salben besser geeignet. Achten Sie darauf, dass die Produkte möglichst frei von Duft- und Konservierungsstoffen sind, um zusätzliche Hautreizungen zu vermeiden. Ein Erwachsener mit Neurodermitis benötigt laut aktueller Europäischer Leitlinie etwa ein Kilogramm Pflegecreme pro Monat. 

Behandlung akuter Schübe 

Wenn trotz guter Basispflege ein akuter Schub auftritt, stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Am häufigsten werden kortisonhaltige Cremes oder Salben (topische Glukokortikoide) eingesetzt. Diese wirken entzündungshemmend und lindern den Juckreiz rasch. Wichtig ist, dass Sie diese Präparate nur nach ärztlicher Anweisung und nicht dauerhaft anwenden. Bei empfindlichen Hautarealen wie Gesicht, Hals oder Genitalbereich können alternativ zum Einsatz kommen. 

Bei schwerem oder hartnäckigem Verlauf können weitere Therapien infrage kommen: 

  • Lichttherapie (Phototherapie) mit UV-Bestrahlung 
  • Systemische Medikamente
  • Antihistaminika zur Linderung des Juckreizes 
  • In speziellen Fällen antimikrobielle Therapien bei bakteriellen oder viralen Infektionen 

Auslöser meiden und Triggerfaktoren reduzieren 

Ein zentraler Bestandteil der Behandlung ist es, individuelle Auslöser zu identifizieren und so weit wie möglich zu meiden. Führen Sie am besten ein Symptom- oder Juckreiz-Tagebuch, in dem Sie notieren, wann und unter welchen Umständen Ihre Beschwerden auftreten. So können Sie mögliche Zusammenhänge mit bestimmten Lebensmitteln, Umweltfaktoren oder Stresssituationen erkennen. 

Tragen Sie bevorzugt atmungsaktive, weiche Kleidung aus Baumwolle oder Seide und vermeiden Sie kratzige Wolle direkt auf der Haut. Waschen Sie neue Kleidung vor dem ersten Tragen, um eventuelle Rückstände von Chemikalien zu entfernen, und verwenden Sie milde, parfümfreie Waschmittel. Auch das Raumklima spielt eine Rolle: Sorgen Sie für ausreichende Luftfeuchtigkeit, besonders in der Heizperiode, und vermeiden Sie übermäßiges Schwitzen durch zu warme Räume. 

Selbsthilfe und Vorbeugung im Alltag 

Praktische Tipps für den Umgang mit Juckreiz 

Der starke Juckreiz ist für viele Betroffene das quälendste Symptom. Kratzen verschafft zwar kurzfristig Erleichterung, schädigt aber die Haut zusätzlich und kann Infektionen begünstigen. Versuchen Sie stattdessen folgende Alternativen: 

  • Juckende Stellen sanft mit feuchten Umschlägen oder kühlenden Cremes kühlen 
  • Fingernägel kurz halten und nachts dünne Baumwollhandschuhe tragen 
  • Betroffene Hautstellen leicht klopfen oder drücken statt kratzen 
  • Hände mit anderen Tätigkeiten beschäftigen, wenn der Juckreiz auftritt 
  • Entspannungstechniken wie Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung, Meditation oder Yoga praktizieren 

Richtige Hautpflege und Hygiene 

Bei der täglichen Körperpflege gilt: Weniger ist oft mehr. Duschen oder baden Sie nicht zu häufig und nicht zu heiß, da dies die Haut zusätzlich austrocknet. Lauwarmes Wasser und kurze Waschzeiten sind schonender. Verwenden Sie milde, pH-neutrale und parfümfreie Reinigungsprodukte, die speziell für empfindliche oder neurodermitische Haut entwickelt wurden. Nach dem Waschen sollten Sie die Haut vorsichtig trocken tupfen – nicht rubbeln – und anschließend sofort eincremen, solange die Haut noch leicht feucht ist. 

Spezielle Badeöle können die Haut beim Baden mit Feuchtigkeit und Fett versorgen. Achten Sie aber darauf, dass die Badewanne durch das Öl rutschig werden kann. Nach dem Baden ist das Eincremen besonders wichtig, um die Feuchtigkeit in der Haut einzuschließen. 

Ernährung und Lebensstil 

Auch wenn Nahrungsmittelallergien nicht bei allen Neurodermitis-Patienten eine Rolle spielen, können bestimmte Lebensmittel bei manchen Betroffenen Schübe auslösen. Falls Sie einen Verdacht haben, sollten Sie dies mit einem Arzt besprechen. Eigenmächtige Diäten oder das Weglassen ganzer Lebensmittelgruppen sind nicht ratsam, da dies zu Mangelernährung führen kann. 

Bewegung und Sport sind grundsätzlich gut für Körper und Seele. Wählen Sie jedoch Sportarten, bei denen Sie nicht zu sehr schwitzen, da Schweiß die Haut reizen kann. Geeignet sind beispielsweise Schwimmen (denken Sie ans Abduschen und Eincremen danach), Radfahren oder Spaziergänge an der frischen Luft. Diese Aktivitäten können auch beim Stressabbau helfen, was wiederum Schüben vorbeugen kann. 

Psychische Gesundheit nicht vergessen 

Das Leben mit Neurodermitis kann psychisch sehr belastend sein. Sichtbare Hautveränderungen führen manchmal zu Schamgefühlen und sozialem Rückzug, gestörter Schlaf durch nächtlichen Juckreiz beeinträchtigt die Lebensqualität erheblich. Lassen Sie sich davon nicht unterkriegen: Der Austausch mit anderen Betroffenen – etwa in Selbsthilfegruppen – kann sehr hilfreich sein. In manchen Fällen kann auch eine psychotherapeutische Unterstützung sinnvoll sein, besonders wenn die Neurodermitis zu psychosozialen Folgen führt oder psychische Belastungen die Schübe verstärken. 

Ausblick: Mit Neurodermitis gut leben 

Neurodermitis ist zwar eine chronische Erkrankung, die Sie lebenslang begleiten kann. Doch mit der richtigen Behandlung, konsequenter Hautpflege und einem bewussten Umgang mit Triggerfaktoren lässt sich die Erkrankung heute sehr gut kontrollieren. Viele Betroffene erleben lange beschwerdefreie oder -arme Phasen, in denen sie kaum Einschränkungen haben. Die medizinische Forschung macht zudem kontinuierlich Fortschritte, sodass immer wirksamere und verträglichere Therapien zur Verfügung stehen. 

Wichtig ist, dass Sie eine vertrauensvolle Beziehung zu Ihrem Hautarzt aufbauen, der den Krankheitsverlauf begleitet und die Behandlung individuell auf Ihre Bedürfnisse abstimmt. Auch Apotheker, Allgemeinmediziner und andere Gesundheitsexperten können wertvolle Unterstützer sein. Mit Geduld, der richtigen Strategie und einem positiven Blick nach vorn können Sie trotz Neurodermitis ein erfülltes Leben führen. 

Nutzer fragen auch – Häufige Fragen zur Neurodermitis (FAQ)

Welche Creme hilft bei Neurodermitis? 

Es gibt nicht die eine richtige Creme für alle Betroffenen. In beschwerdefreien Zeiten sind feuchtigkeitsspendende, rückfettende Basispflegeprodukte wichtig – etwa Cremes mit Urea, Glycerin oder Ceramiden, möglichst ohne Duft- und Konservierungsstoffe.

Hilft Kortison langfristig bei Neurodermitis? 

Kortisonhaltige Cremes sind sehr wirksam bei akuten Schüben, aber nicht für die Daueranwendung gedacht. Sie werden gezielt und zeitlich begrenzt eingesetzt, da bei langfristiger unkontrollierter Anwendung Nebenwirkungen wie Hautverdünnung auftreten können.

Welche Kleidung ist bei Neurodermitis geeignet? 

Tragen Sie bevorzugt weiche, atmungsaktive Stoffe wie Baumwolle oder Seide. Vermeiden Sie kratzige Wolle direkt auf der Haut und synthetische Kleidung, die Schwitzen begünstigt. Waschen Sie neue Kleidung vor dem ersten Tragen mit milden, parfümfreien Waschmitteln ohne Weichspüler. 

Kann Neurodermitis vollständig geheilt werden? 

Neurodermitis ist eine chronische Erkrankung, für die es derzeit keine vollständige Heilung gibt. Allerdings können zwischen den Schüben lange beschwerdefreie Phasen liegen, und bei manchen Kindern verschwindet die Erkrankung mit zunehmendem Alter. Mit der richtigen Behandlung und konsequenter Hautpflege lässt sich die Erkrankung heute sehr gut kontrollieren. 

Ist Neurodermitis ansteckend? 

Nein, Neurodermitis ist nicht ansteckend. Sie wird nicht durch Bakterien oder Viren übertragen und kann auch nicht durch Hautkontakt auf andere Menschen übergehen. Die Erkrankung beruht auf genetischer Veranlagung und einer gestörten Hautbarriere. 

Darf ich mit Neurodermitis schwimmen gehen? 

Ja, Schwimmen ist erlaubt und kann eine geeignete Sportart sein. Chlorhaltiges Wasser kann die Haut jedoch austrocknen – deshalb nach dem Schwimmen gründlich abduschen und die Haut sofort intensiv eincremen. Probieren Sie vorsichtig aus, wie Ihre Haut auf Pool- oder Meerwasser reagiert. 

Welche Rolle spielt Stress bei Neurodermitis? 

Stress ist ein häufiger Auslöser für Neurodermitis-Schübe, da psychische Belastungen Entzündungsreaktionen verstärken können. Entspannungstechniken wie Progressive Muskelentspannung, Yoga oder Meditation können helfen, Stress abzubauen und die Häufigkeit von Schüben zu verringern.

Dieser Artikel ersetzt nicht den Arztbesuch. 

Die Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Gesundheitskompetenz und stellen keine konkrete Therapieempfehlung dar. Bei Beschwerden, Fragen zur Diagnose oder Behandlung sowie bei akuten Schüben sollten Sie immer professionellen medizinischen Rat einholen. Ihr Hautarzt kann eine individuelle Behandlungsstrategie mit Ihnen erarbeiten, die auf Ihre persönliche Situation zugeschnitten ist. 

Quellenverzeichnis 

S3-Leitlinie Atopische Dermatitis (AD) [Neurodermitis; atopisches Ekzem] – AWMF-Register, Version 4.3, gültig bis 15.06.2028. Abgerufen am 10. Oktober 2025 über https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/013-027 

NetDoktor – Neurodermitis (atopisches Ekzem): Umfassende Patienteninformation zu Symptomen, Ursachen und Behandlung. Abgerufen am 10. Oktober 2025 über https://www.netdoktor.de/krankheiten/neurodermitis/ 

Apotheken Umschau – Neurodermitis: Symptome und Therapie: Wissenschaftlich geprüfte Informationen für Patienten. Abgerufen am 10. Oktober 2025 über https://www.apotheken-umschau.de/krankheiten-symptome/hautkrankheiten/neurodermitis-symptome-und-behandlung-734571.html 

Gesundheitsinformation.de – Hautpflege bei Neurodermitis: Information des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Abgerufen am 10. Oktober 2025 über https://www.gesundheitsinformation.de/hautpflege-bei-neurodermitis.html 

Allergieinformationsdienst – Neurodermitis-Behandlung: Information des Helmholtz Zentrums München. Abgerufen am 10. Oktober 2025 über https://www.allergieinformationsdienst.de/krankheitsbilder/neurodermitis/behandlung 

Helios Gesundheit – Neurodermitis: Wenn der Juckreiz unerträglich wird: Patienteninformation zu Diagnostik und Therapie. Abgerufen am 10. Oktober 2025 über https://www.helios-gesundheit.de/magazin/news/02/neurodermitis/ 

Deutscher Allergie- und Asthmabund (DAAB) – Neurodermitis: Finger weg von Hausmitteln: Kritische Bewertung von Hausmitteln bei Neurodermitis. Abgerufen am 10. Oktober 2025 über https://www.daab.de/blog/2022/08/neurodermitis-finger-weg-von-hausmitteln 

DocCheck Flexikon – Neurodermitis: Medizinisches Nachschlagewerk. Abgerufen am 10. Oktober 2025 über https://flexikon.doccheck.com/de/Neurodermitis 

Bei der Erstellung dieses Artikels kam KI-Unterstützung zum Einsatz.

Schlagworte zu diesem Beitrag

Hauterkrankung, Juckreiz, Neurodermitis

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