Pickel sind entzündete Hautunreinheiten, die durch verstopfte Poren entstehen. Sie treten besonders häufig bei Jugendlichen auf, können aber Menschen jeden Alters betreffen. Die gute Nachricht: Mit der richtigen Hautpflege, gezielten Behandlungen und etwas Geduld lassen sich Pickel meist gut in den Griff bekommen. Wichtig ist vor allem, nicht selbst an den Hautunreinheiten herumzudrücken und bei stärkeren Beschwerden frühzeitig hautärztliche Hilfe zu suchen.
Mehr als Hautsache: Warum Pickel unser Leben beeinflussen
Für viele Menschen sind Pickel mehr als nur ein kosmetisches Problem. Sie können das Selbstbewusstsein erheblich beeinträchtigen und zu seelischem Leidensdruck führen. Gerade in wichtigen Lebensphasen wie der Pubertät oder bei besonderen Anlässen erscheinen sie oft im ungünstigsten Moment. Zudem können unbehandelte oder falsch behandelte Pickel unschöne Narben hinterlassen, die ein Leben lang sichtbar bleiben. Deshalb ist es wichtig zu wissen, wie man richtig mit Hautunreinheiten umgeht.
Was sind Pickel und wie entstehen sie?
Pickel, medizinisch auch Pusteln genannt, sind entzündete Erhebungen der Haut mit einer Eiteransammlung. Sie entstehen, wenn Talgdrüsen verstopfen und sich Bakterien ansiedeln. Unsere Haut produziert ständig Talg, eine fettige Substanz, die sie geschmeidig hält und schützt. Produzieren die Talgdrüsen jedoch zu viel Talg oder werden die Poren durch abgestorbene Hautzellen blockiert, kann der Talg nicht mehr richtig abfließen.
In diesen verstopften Poren vermehren sich dann Bakterien, die natürlicherweise auf unserer Haut leben. Der Körper reagiert darauf mit einer Entzündung – es bildet sich ein roter, oft schmerzhafter Pickel. Wenn sich Eiter ansammelt, zeigt sich das charakteristische gelbliche Köpfchen. Besonders betroffen sind talgdrüsenreiche Bereiche wie Gesicht, Rücken, Brust und Oberarme.
Die häufigsten Ursachen für Pickel
Verschiedene Faktoren können zur Entstehung von Pickeln beitragen:
- Hormone: Hormonelle Schwankungen in der Pubertät, vor der Menstruation, während der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren beeinflussen die Talgproduktion
- Stress: Bei Belastung schüttet der Körper vermehrt Cortisol und Adrenalin aus, was die Talgdrüsen ankurbelt
- Falsche Hautpflege: Zu aggressive Reinigungsprodukte, fettige Cremes oder ölhaltiges Make-up verstopfen die Poren
- Bakterienübertragung: Häufiges Ins-Gesicht-Fassen überträgt Schmutz und Keime auf die empfindliche Gesichtshaut
- Ernährung: Manche Menschen reagieren empfindlich auf Süßigkeiten oder Milchprodukte
Darüber hinaus können bestimmte Medikamente oder mechanische Reizungen wie das Tragen von Sporthelmen oder enger Kleidung Pickel begünstigen. Ein Ernährungstagebuch kann helfen, mögliche Unverträglichkeiten zu identifizieren und diese dann mit Ihrer Hautärztin oder Ihrem Hautarzt zu besprechen.
Die richtige Hautpflege als Grundlage
Die Basis im Kampf gegen Pickel bildet eine sanfte, aber konsequente Hautpflege. Reinigen Sie Ihr Gesicht zweimal täglich mit milden, pH-neutralen Produkten. Bei zu Unreinheiten neigender Haut sollten Sie auch morgens ein Reinigungsgel verwenden, bei normaler Haut reicht morgens oft lauwarmes Wasser. Wichtig ist, seifenfreie Produkte zu wählen, die die Haut nicht zusätzlich reizen.
Nach der Reinigung können Sie Feuchtigkeitspflege auf Wasserbasis auftragen. Vermeiden Sie dagegen unbedingt fettige oder ölige Cremes, denn Fette und Öle verstopfen die Poren zusätzlich. In der Apotheke erhalten Sie spezielle Pflegeprodukte, die Wirkstoffe wie Salicylsäure enthalten. Diese helfen, abgestorbene Hautzellen zu entfernen und die Poren freizuhalten. Solche antibakteriellen Wasch- und Pflegeserien können bei leichten Akneformen bereits gute Ergebnisse erzielen.
Die goldene Regel: Finger weg von Pickeln
Der wichtigste Grundsatz lautet: Nicht selbst an Pickeln herumdrücken! Dies führt häufig zu entzündlichen Gewebereaktionen und kann bleibende Narben verursachen. Eine Ausnahme bilden nur reife Pickel mit deutlich sichtbarem gelbem Köpfchen. Diese können Sie vorsichtig mit einem sauberen Kosmetiktuch um den Finger ausdrücken und die Stelle anschließend mit einem geeigneten Wirkstoff aus der Apotheke desinfizieren. Bei größeren oder tiefsitzenden Entzündungen sollten Sie eine professionelle Ausreinigung bei einer Kosmetikerin in Betracht ziehen.
Praktische Tipps für den Alltag
Kleine Veränderungen im Alltag können Ihr Hautbild deutlich verbessern:
- Hände weg vom Gesicht: Fassen Sie nicht mit ungewaschenen Händen ins Gesicht, um Bakterienübertragungen zu vermeiden
- Bettwäsche regelmäßig wechseln: Alle ein bis zwei Wochen, bei empfindlicher Haut auch häufiger
- Frische Luft und Sonne: Bewegung draußen und moderate Sonneneinstrahlung können die Heilung fördern, aber verwenden Sie täglich Sonnenschutz mit mindestens LSF 30
- Gründlich abschminken: Entfernen Sie abends alle Make-up-Reste vollständig, damit die Haut über Nacht atmen kann
Wenn Sie Make-up verwenden möchten, greifen Sie zu fettfreien Produkten auf Wasserbasis. Fett- oder ölhaltige Kosmetika verstopfen die Poren und fördern so die Akne. Spezielle Abdeckstifte für unreine Haut enthalten oft desinfizierende Substanzen, die Bakterien bekämpfen.
Stressabbau und Ernährung
Ein entspannter Lebensstil kann sich positiv auf Ihr Hautbild auswirken. Versuchen Sie, Stress zu reduzieren, denn dieser führt zur vermehrten Ausschüttung von Hormonen, die Pickel begünstigen. Regelmäßige Entspannungsübungen, ausreichend Schlaf und Zeit für sich selbst helfen dabei. Auch von Nikotin sollten Sie besser die Finger lassen, denn es verengt die Blutgefäße und kann bei Akne schaden.
Bei der Ernährung lohnt es sich, auf Ihren Körper zu hören. Manche Menschen bemerken einen Zusammenhang zwischen bestimmten Lebensmitteln und Hautunreinheiten. Das können zum Beispiel Süßigkeiten oder Milchprodukte sein. Ein Ernährungstagebuch kann helfen, mögliche Unverträglichkeiten zu identifizieren. Besprechen Sie Ihre Beobachtungen dann mit Ihrer Hautärztin oder Ihrem Hautarzt. Eine abwechslungsreiche, vollwertige Ernährung trägt generell zur Gesundheit bei und kann verschiedenen Erkrankungen vorbeugen.
Wann sollten Sie ärztliche Hilfe suchen?
Bei leichten Hautunreinheiten können geeignete Pflegeprodukte aus der Apotheke oft schon gute Dienste leisten. Suchen Sie hautärztliche Unterstützung, wenn:
- Sich nach vier bis sechs Wochen keine Besserung zeigt
- Die Pickel großflächig auftreten oder stark entzündet sind
- Pickel zusammenfließen oder sich bereits Narben bilden
- Der psychische Leidensdruck sehr hoch ist
Sind Sie unsicher, ob Sie eine leichte oder schwerere Akne haben, hilft Ihnen ein Hautarzt. Diesen können Sie zum Beispiel über den Berufsverband der Deutschen Dermatologen finden. Eine Liste von Hautkliniken stellt die Deutsche Dermatologische Gesellschaft bereit.
Behandlungsmöglichkeiten durch Fachleute
Hautärztinnen und Hautärzte verfügen über verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Für die äußerliche Anwendung stehen Cremes, Lotionen und Gele mit unterschiedlichen Wirkstoffen zur Verfügung. Diese müssen meist einige Wochen bis Monate angewendet werden und werden nicht nur auf vorhandene Pickel, sondern auch auf die umliegende Haut aufgetragen, um Neubildungen zu verhindern.
Bei schwereren Formen können auch Medikamente zum Einnehmen erforderlich sein. Zumeist setzt der Arzt beispielsweise Antibiotika zur inneren Behandlung gegen Akne ein, die die entzündungsverursachenden Bakterien bekämpfen. Eine solche Behandlung wird zum Beispiel bei entzündlicher Akne empfohlen, die sich auf größere Flächen wie den Rücken erstreckt. Für Mädchen und Frauen gibt es zudem die Möglichkeit, Akne durch die Einnahme bestimmter hormoneller Verhütungsmittel zu verbessern, da ein hormonelles Ungleichgewicht oftmals am Anfang der Akne steht.
Welche Behandlung im Einzelfall am besten geeignet ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab, etwa vom Hauttyp, der Schwere der Hautunreinheiten und bereits ausprobierten Therapien. Ihre Hautärztin oder Ihr Hautarzt wird gemeinsam mit Ihnen einen individuellen Behandlungsplan entwickeln.
Was gegen Akne-Narben hilft
Das wichtigste Ziel der Aknebehandlung ist es, erst gar keine Narben entstehen zu lassen. Deshalb ist es so entscheidend, rechtzeitig mit einer Therapie zu beginnen. Auch sollte nicht selbst an den Pickeln herumgedrückt werden, denn genau das führt häufig zu unschönen Narben. Bei bereits vorhandenen Narben gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, über die Sie Ihre Hautärztin oder Ihr Hautarzt aufklären kann.
Ein ermutigender Ausblick
Pickel sind zwar lästig, aber in den allermeisten Fällen gut behandelbar. Mit der richtigen Pflege, Geduld und bei Bedarf professioneller Unterstützung können Sie Ihr Hautbild deutlich verbessern. Wichtig ist, frühzeitig zu handeln und nicht zu warten, bis sich die Situation verschlimmert oder Narben entstehen.
Moderne Behandlungsmethoden ermöglichen es, dass niemand mehr jahrelang unter starken Hautunreinheiten leiden muss. Vertrauen Sie auf den Prozess und geben Sie Ihrer Haut die Zeit, die sie braucht, um zu heilen. In fast der Hälfte der Fälle handelt es sich um eine leichte Akne, die sich mit geeigneter Hautpflege und frei verkäuflichen Mitteln in den Griff bekommen lässt.
FAQ-Antworten
Wie schnell wirken Salicylsäure und Benzoylperoxid?
Erste Verbesserungen zeigen sich meist nach zwei bis vier Wochen regelmäßiger Anwendung. Benzoylperoxid bekämpft Bakterien, Salicylsäure löst abgestorbene Hautzellen und hemmt die Talgproduktion. Anfangs kann leichte Rötung oder Brennen auftreten, das im Verlauf nachlässt. Bei ausbleibender Besserung nach sechs Wochen sollten Sie hautärztlichen Rat einholen.
Welche Ernährung verschlechtert Pickel?
Zucker und Weißmehlprodukte fördern Entzündungen, Milchprodukte regen die Talgproduktion an. Auch fettreiche Lebensmittel können problematisch sein. Jeder Mensch reagiert unterschiedlich – ein Ernährungstagebuch hilft, persönliche Auslöser zu identifizieren.
Darf man Pickel ausdrücken?
Nein! Ausdrücken kann Entzündungen verschlimmern, Bakterien übertragen und bleibende Narben verursachen. Nur vollständig reife Pickel mit gelbem Köpfchen dürfen vorsichtig mit sauberem Kosmetiktuch ausgedrückt und desinfiziert werden. Bei größeren Entzündungen zum Hautarzt oder zur Kosmetikerin gehen.
Hilft Sonnenbaden gegen Akne?
Nein, das ist ein Mythos. UV-Strahlung verdickt die Haut, blockiert den Talgabfluss und verschlimmert Akne langfristig. Bei 40-50% der Betroffenen verschlechtert sich der Zustand. Verwenden Sie täglich Sonnenschutz (LSF 30+) speziell für unreine Haut.
Dieser Artikel ersetzt nicht den Arztbesuch.
Die Inhalte stellen keine Therapieempfehlung dar und ersetzen keine professionelle medizinische Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden oder Fragen zur Behandlung von Pickeln und Hautunreinheiten wenden Sie sich bitte an Ihre Hautärztin, Ihren Hautarzt oder Ihre Apotheke. Nur medizinisches Fachpersonal kann eine individuelle Diagnose stellen und eine auf Sie abgestimmte Behandlung empfehlen.
Apotheken Umschau (Abgerufen am 10. Oktober 2025): Akne behandeln: Was hilft? https://www.apotheken-umschau.de/krankheiten-symptome/hautkrankheiten/akne-behandeln-was-hilft-1173359.html
Apotheken Umschau (Abgerufen am 10. Oktober 2025): Akne? Was dagegen hilft. https://www.apotheken-umschau.de/krankheiten-symptome/hautkrankheiten/was-genau-ist-akne-und-was-hilft-dagegen-734017.html
Apotheken Umschau (Abgerufen am 10. Oktober 2025): Tschüs, Akne! Pickel schnell loswerden. https://www.apotheken-umschau.de/mein-koerper/haut-und-haare/tschues-akne-pickel-schnell-loswerden-715971.html
Gesundheitsinformation.de, IQWiG – Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (Abgerufen am 10. Oktober 2025): Hautpflege bei Akne. https://www.gesundheitsinformation.de/hautpflege-bei-akne.html
Gesundheitsinformation.de, IQWiG (Abgerufen am 10. Oktober 2025): Akne: Helfen Salben, Tabletten oder Lichtbehandlung? https://www.gesundheitsinformation.de/akne-helfen-salben-tabletten-oder-lichtbehandlung.html
NetDoktor (Abgerufen am 10. Oktober 2025): Pickel ausdrücken: So geht es richtig! https://www.netdoktor.de/koerperpflege/hautpflege/pickel-ausdruecken/
NetDoktor (Abgerufen am 10. Oktober 2025): Aknebehandlung: Wie wird Akne behandelt? https://www.netdoktor.de/krankheiten/akne/aknebehandlung/
Die Techniker Krankenkasse (Abgerufen am 10. Oktober 2025): Akne effektiv behandeln. https://www.tk.de/techniker/krankheit-und-behandlungen/erkrankungen/behandlungen-und-medizin/haut-und-geschlechtskrankheiten/akne-effektiv-behandeln-2093582
Bei der Erstellung dieses Artikels kam KI-Unterstützung zum Einsatz.


