AMD-Patienten sind mit einer komplexen Erkrankung konfrontiert – und haben viele Fragen. Allein schon die Informationen zu Erkrankung und Therapie sind sehr umfangreich. Kommt es dann im Laufe der Zeit zu Sehverlusten, ergeben sich weitere Fragezeichen, welche die Alltagsbewältigung betreffen. Die aktive Suche nach Hilfsmöglichkeiten und die Integration von Hilfsmitteln in den Alltag bringt den Betroffenen positive Erfahrungen und erleichtert ihnen das Leben mit der Erkrankung.
Wenn AMD-Patienten jedoch Hilfe suchen, formulieren sie ihre Anliegen meist nicht konkret, sondern verwickeln Praxismitarbeitende in Gespräche. Die MFAs fühlen sich diesen Situationen oft nicht gewachsen: Sie möchten gerne helfen, haben aber kaum Zeit – und meist fehlt ihnen das spezielle Wissen, um adäquat auf die Bedürfnisse der AMD-Patienten einzugehen. Eine Lösung für dieses wiederkehrende Problem vermittelt die Fortbildung des AMD-Netz, die auf der AAD 2026 und weiteren Kongressen angeboten wird.
Was AMD-Betroffene wirklich brauchen
Im Rahmen der Fortbildung „Kommunikation mit AMD-Patienten – kurz und gut“ schauen wir uns die Situation der meist älteren, seheingeschränkten Patienten an. Was bedeutet der Sehverlust für sie? Wie wirkt er sich aus? Welchen Visus braucht man, um Schriften lesen zu können? Brillen mit Okklusionsfolien, welche die Sehfähigkeit einschränken, helfen den Teilnehmenden, sich in die Lage der Betroffenen zu versetzen. Ein Überblick über Hilfsmittel und Angebote macht die Relevanz verschiedener Themen greifbar. Auf dieser Grundlage beschäftigt sich der Kurs mit der Kommunikation.
Gezieltes Nachfragen klärt auf
Was genau das Anliegen des Patienten ist, kann man durch differenziertes Nachhaken klären: Sind es medizinische Themen oder betrifft es den Alltag? Im Anschluss daran zeigen wir, wie eine solche Gesprächssituation positiv gelöst werden kann. Statt inhaltlich ins Gespräch zu gehen, hat es sich bewährt, die AMD-Patienten an Experten weiterzuleiten – z.B. spezialisierte Augenoptiker, Beratungsstellen oder Reha-Lehrer. Je konkreter die Weiterleitung, desto besser. Falls keine Ansprechpartner bekannt sind, hilft der Hinweis auf die Hotline des AMD-Netz. Hier können konkrete Fragen geklärt und Kontaktdaten für Versorger aus dem Umfeld weitergegeben werden. Flyer oder kurze Notizen stellen sicher, dass Informationen nicht verloren gehen. Und mit Hilfe eines Flyers kann der Gesprächswunsch an Experten delegiert werden. Auf diese Weise können sich MFAs aus dem Gespräch zurückziehen, ohne Patienten Informationen vorzuenthalten – und Patienten werden an kompetente Versorger weitergeleitet. Damit diese Gespräche gelingen, sind Freundlichkeit, deutliches Sprechen und eine zugewandte Haltung entscheidend. Auf diese Weise bleiben Weiterleitungsgespräche kurz und bündig – und tragen zur Zufriedenheit und Empathie in einer gut geführten Praxis bei.
Fragen zur AMD, welche diesen knapp bemessenen Gesprächsrahmen sprengen, lassen sich gut mit Hilfe der Erklärfilme des AMD-Netz beantworten: Diese Filme können in Praxen eingesetzt werden, unterstützen die Patientenaufklärung und binden sogar Angehörige unkompliziert ein. Alle Videos finden sich auf der Webseite des AMD-Netz: www.amd-netz.de/erklaerfilme. Außerdem bietet die Seite viele wichtige Informationen zur Erkrankung AMD und zum Leben mit Sehverlust.
Damit Fortbildungsinhalte adäquat weitergegeben werden können, erhalten Teilnehmende eine Broschüre, die das Thema illustriert und bei der Umsetzung hilft. Ein Einleger gibt zudem Hinweise zu möglichen Verordnungen für seheingeschränkte Patienten und enthält wesentliche Informationen als Nachschlagemöglichkeit.
Mit diesem Konzept bietet das AMD-Netz interessierten Mitarbeitenden einen wertvollen Baustein zur bestmöglichen Versorgung von AMD-Patienten in der Augenarztpraxis. Die Fortbildung wird am 12. März 2026 auf der AAD in Düsseldorf angeboten. Auch bei den Kongressen DOC in Nürnberg im Juni und DOG im September in Berlin sind weitere Veranstaltungen geplant.
Quelle: AMD-Netz,
erschienen in Concept Ophthalmologie 2-2026



