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18. Herbsttagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft: „Der Mensch im Mittelpunkt“

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18. Herbsttagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft: „Der Mensch im Mittelpunkt“

Kongressberichte

Allgemeinmedizin

Diabetes

3 MIN

Erschienen in: Der Allgemeinarzt

Am 22. und 23. November 2024 trafen sich 4.000 Expertinnen und Experten 
zur 18. Herbsttagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) im Hannover ­Congress Center (HCC). Unter dem Motto „Der Mensch im Mittelpunkt“ ­diskutierten sie in über 70 Symposien und 18 Workshops aktuelle Erkenntnisse in der Diagnose und Therapie von Diabetes mellitus.

Ich liebe an meinem Beruf, dass es um Menschen geht.“ – Mit diesen Worten eröffnete Kongresspräsidentin Dr. med. Dorothea Reichert die Veran­staltung in der großen Glashalle in Hannover. Reichert hob die Vielschichtigkeit der Diabetologie hervor, die durch ein interdisziplinäres Team generationsübergreifend Patientinnen und Patienten oftmals ein Leben lang begleitet. Ein Großteil der Versorgung findet im ambulanten Bereich statt. Die Betroffenen sind häufig Expertinnen und Experten im Umgang mit ihrer Erkrankung. Schwierigkeiten entstehen jedoch, wenn Krankenhausaufenthalte erforderlich werden. Reichert betonte in der Pressekonferenz die Notwendigkeit einer besseren Verzahnung von ambulanter und stationärer Versorgung. Mehr als 18 %der Patientinnen und Patienten in deutschen Krankenhäusern – rund 3 Millionen Menschen – haben eine Diabetes-(Neben-)Diagnose. Aufgrund von Personalmangel fehlt jedoch häufig eine spezialisierte diabetologische Betreuung in Kliniken. Aktuelle Daten zeigen, dass im November 2024 nur jede fünfte deutsche Klinik über diabetologische Expertise verfügt.

Lösungsansätze: Diabetes Units

Die DDG fordert daher die Einrichtung sogenannter Diabetes Units, die die stationäre Versorgung unterstützen sollen. Reichert unterstrich, dass deren Finanzierung in den Versorgungspauschalen abgesichert werden muss. „Ein ‚Schulterschluss‘ zwischen ambulanter und stationärer Versorgung ist unerlässlich“, so Reichert. Es fehlen nicht nur im ärztlichen Bereich, sondern auch in der Diabetesberatung ausreichend Fachkräfte. Als niedergelassene Diabetologin aus Landau machte sie deutlich, dass wirtschaft­liche Aspekte nicht an erster Stelle stehen dürfen. Der Nutzen einer sektorenübergreifenden Zusammenarbeit sei offensichtlich.

Gesundheitspolitische Herausforderungen

In seiner Rede hob der Kongressprä­si­dent, Dr. med. Tobias Wiesner, ebenfalls die Bedeutung eines gemeinsamen Handelns hervor: „Wenn Menschen zusammentreffen, ist ein Miteinander gefragt.“ Er warnte vor den Gefahren einer zunehmenden Polarisierung und verwies auf die Herausforderungen, denen die Diabetologie durch die aktuelle Gesundheitspolitik gegenübersteht. In der Pressekonferenz ging Wiesner detaillierter auf die gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen ein. Diabetes sei eine chronische, multi­systemische Querschnittserkrankung. Während in Hausarztpraxen etwa 100 Menschen mit Typ-2-Diabetes betreut werden, erfolgt die Versorgung von Typ-1-Diabetikerinnen und -Diabe­tikern meist in spezialisierten Schwerpunktpraxen. Besonders kritisch sieht die DDG die Regelungen des Gesundheitsver­sor­gungsstärkungsgesetzes (GVSG), das auf die Formel „ein Patient = ein Hausarzt = eine Pauschale“ hinausläuft. Diese Pauschalisierung stelle ein Problem dar, da Schwerpunktpraxen im hausärztlichen Abrechnungssystem angesiedelt sind, jedoch einen erheblich höheren personellen, technologischen und organisatorischen Aufwand betreiben.

Autor: Birgit Schulze

Quelle: Der Allgemeinarzt

Bildquelle:© Birgit Schulze/ Stefan Gagel

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