Akute Pankreatitis ist eine lebensbedrohliche Erkrankung, bei denen die Patienten in den Folgejahren häufig Komplikationen – z.B. chronische Pankreatitis, Diabetes mellitus, Pankreaskarzinom, exokrine Pankreasinsuffizienz – entwickeln. Göttinger Forscher haben jetzt in einer europaweiten Studie die Rolle des Darmmikrobioms im Zusammenhang mit Komplikationen nach Klinikentlassung bei akuter Pankreatitis untersucht. Dazu wurde das Darmmikrobiom von 277 Patienten mit akuter Pankreatitis bei Klinikaufnahme analysiert. Basierend auf diesen Daten entwickelten die Wissenschaftler ein computergestütztes Modell, das aufgetretene Komplikationen innerhalb von 3 Jahren nach Entlassung mit den mikrobiellen Veränderungen in Zusammenhang setzt.
Ergebnis: Frühe Veränderungen im Darmmikrobiom stehen eindeutig mit späteren Komplikationen in Verbindung. So konnten bei Patienten, die Diabetes entwickelten, 11 Bakterienspezies identifiziert werden, die bei Aufnahme vermehrt im Darm vorkamen. Bei anderen Komplikationen wurden ebenfalls z.T. hochsignifikante spezifische Veränderungen des Darmmikrobioms bereits bei Aufnahme beobachtet. Die Zusammensetzung des Darmmikrobioms kann demzufolge Langzeitkomplikationen nach einer akuten Pankreatitis vorhersagen.
Literatur: Ammer-Herrmenau C et al. Gut2026;75(2):316-325. doi:10.1136/gutjnl-2025-336715
Quelle: Presseinformation Universitätsmedizin Göttingen



