Die Diagnose der Amyotrophen Lateralsklerose (ALS) ist nach wie vor herausfordernd, vor allem, wenn es um die Abgrenzung zu klinisch ähnlichen neurodegenerativen Erkrankungen geht. Ein deutsches Forscherteam konnte nun zeigen, dass die Kombination zweier Blut-Biomarker – Neurofilament-Leichtketten (sNfL) und kardiales Troponin T (cTnT) – die diagnostische Genauigkeit bei ALS signifikant erhöht. In ihrer Studie untersuchten die Wissenschaftler den diagnostischen Wert beider Marker sowohl einzeln als auch in Kombination. sNfL gilt bereits als etablierter Marker für neuroaxonale Schädigung, ist allerdings nicht spezifisch für ALS. cTnT ist ein klassischer Herzmarker, der bei ALS-Patienten aufgrund muskelspezifischer Veränderungen erhöhte Werte zeigt.
Sie verglichen die Daten von 293 ALS-Patienten mit 85 Patienten mit anderen neurodegenerativen Erkrankungen sowie 29 gesunden Kontrollpersonen. Eine Validierung erfolgte durch eine unabhängige Kohorte von 501 ALS-Patienten.
Danach konnte die kombinierte Biomarkerstrategie die Trennschärfe gegenüber anderen neurodegenerativen Erkrankungen deutlich verbessern und bietet damit einen echten diagnostischen Mehrwert insbesondere in der Frühdiagnostik.
Literatur: Lindenborn P et al. Annals of Neurology 2025; https://doi.org/10.1002/ana.78066.
Quelle: UKB NewsRoom Universitätsklinikum Bonn



