Mit dem Älter-werden altert auch das Immunsystem: die Infektabwehr wird schwächer, Tumorzellen geraten außer Kontrolle, Impfungen wirken schlechter. Ursache: die altersbedingte Rückbildung der Thymusdrüse. Mit ihr sinkt die Zahl der T-Zellen, das Antigen-Spektrum wird kleiner, Immunantworten fallen schwächer aus. Versuche, die altersbedingte Thymus-Rückbildung wieder rückgängig zu machen, waren bislang wenig erfolgreich. Mit einem innovativen Ansatz ist es Forschenden der DKFZ* jetzt gelungen, das geschwächte Immunsystem älterer Mäuse mithilfe mRNA-Technologie über die Leber – als temporären Produktionsort wichtiger immunregulatorischer Faktoren – die Thymusfunktion wieder zu reaktivieren. Die Forscher identifizierten 3 wichtige Signalwege (Notch-Signalgebung, FLT3-Ligand, Interleukin-7), die für die Reifung junger T-Zellen und für die Funktion zentraler Immunzellen entscheidend sind, die aber mit dem Alter nachlassen. Entwickelte mRNA-Moleküle, die diese Signale kodieren, werden – in Lipid-Nanopartikel verpackt – in die Leberzellen transportiert. Dort produzieren sie vorübergehend genau jene Proteine, die dem alternden Immunsystem fehlen. Nach der mRNA-Behandlung bilden ältere Mäuse wieder vermehrt junge, naive T-Zellen und können dadurch neue Erreger deutlich besser abwehren.
Literatur: Friedrich MJ et al. Nature 2025, DOI: https://www.nature.com/articles/s41586-025-09873-4
Quelle: Pressemitteilung *Deutsches Krebsforschungszentrum DKFZ



