Immer mehr Bakterien entwickeln Strategien, um den Angriffen von Antibiotika zu entgehen. Weltweit breiten sich resistente Keime aus, gegen die es kaum noch Mittel gibt. Auf der Suche nach neuen Strategien gegen bakterielle Infektionen erkunden Forscher des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) das therapeutische Potenzial neuer Wirkstoffe. Im Fokus stehen derzeit Bakteriophagen. Sie verfügen über ein riesiges Repertoire an Funktionen, um die Kontrolle über ihr Wirtsbakterium zu übernehmen. Für Menschen sind Phagen harmlos, da sie sich in menschlichen Zellen nicht vermehren. Forschungsgegenstand sind Jumbophagen, deren Erbgut aus DNA aufgebaut ist und mehrere 100 Gene umfasst. Sie erkennen präzise ihre Wirtszellen, injizieren ihr Erbgut und vermehren sich darin, bis die Bakterienzelle platzt und neue Phagen freisetzt. Mithilfe innovativer RNA-Technologie konnten die Wissenschaftler bei einem Jumbophagen des Krankenhauskeims Pseudomonas aeruginosa unterschiedlichste Phagenproteine systematisch ausschalten und darüber die Entwicklung zentraler Proteine identifizieren.
Eine weitere Gruppe von Bakteriophagen mit therapeutischem Potenzial: RNA-Phagen. Da ihr Erbgut aus RNA besteht, können sie dem bakteriellen Immunsystem CRISPR-Cas, das DNA-Sequenzen erkennt und schneidet, entgehen.
Quelle: Pressemeldung Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI)



