Rund 1,8 Millionen Menschen in Deutschland leben mit einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung (ERE), darunter auch seltene Autoimmunerkrankungen wie systemischer Lupus erythematodes (SLE), systemische Sklerose (SSc) und entzündliche Myositiden (IIM). Trotz großer Forschungsfortschritte sind diese Krankheiten derzeit nicht heilbar und nicht bei allen Betroffenen erfolgreich behandelbar. Mit der CASTLE-Studie zeigen Forscher des Universitätsklinikums Erlangen nun, dass eine neuartige Therapie gezielt krankheitsverursachende Immunzellen bei schwer behandelbaren entzündlich-rheumatischen Erkrankungen (ERE) einmalig ausschalten kann, um so das Immunsystem „neu zu programmieren“. Beim Einsatz von Zorpocabtagen-Autoleucel (Zorpo-cel), autologe CD19-CAR-T-Zellen, werden patienteneigene Immunzellen im Labor genetisch so verändert, dass sie Antikörper-produzierende B-Zellen gezielt erkennen und auslöschen. Die Wirksamkeit und Sicherheit von Zorpo-cel wurde bei 24 Patienten mit schweren therapieresistenten ERE (10 mit SLE, 9 mit SSc und 5 mit IIM) untersucht. Ergebnis: Alle Patienten zeigten nach einmaliger Infusion eine hohe Ansprechrate, wobei 90% der SLE-Patienten eine DORIS-Remission erreichten und alle Teilnehmer die immunsuppressive Medikation absetzen konnten.
Literatur: Müller F et al. Nat Med 2026. 32(3):1142-1151. doi: 10.1038/s41591-025-04185-6.
Quelle: Pressemitteilung Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie e.V.



