Mikrogliazellen stehen seit Jahren im Mittelpunkt der Forschung zu neurodegenerativen Erkrankungen wie der Alzheimer-Krankheit. Im Tiermodell lassen sich allerdings zentrale Einflussfaktoren nur unzureichend abbilden. Dafür braucht es Untersuchungen am menschlichen Hirngewebe. Leipziger Wissenschaftler haben jetzt in Zusammenarbeit mit internationalen Kollegen eine bislang unbekannte Gruppe von Immunzellen im Hirngewebe von Alzheimer-Erkrankten identifiziert. Die „neue“ Zellpopulation ist eng mit bestimmten Eiweißablagerungen im Gewebe verknüpft und kommt im Alzheimergehirn deutlich häufiger vor.
Möglich wurde diese Entdeckung durch die CODEX-Methode, ein innovatives Mikroskopie-Verfahren, mit dem erstmals Mikrogliazellen im menschlichen Gehirn detailliert auf Proteinebene charakterisiert werden können. Die von den Wissenschaftlern entwickelte Methode wurde für die Anwendung im menschlichen Gehirn weiter optimiert und durch neue bioinformatische Auswertungsverfahren ergänzt. Diese CODEX-CNS-Methode kann komplex aufgebaute Zellen in ihrem räumlichen Kontext analysieren. Durch die Kombination von Proteinprofilen, Zellform und der Beziehung zu umliegenden Zellen lassen sich Zellpopulationen identifizieren, die mit herkömmlichen, weniger umfassenden Methoden oft übersehen werden.
Literatur: Sanchez-Molina P et al. Neurosci 2026. https://doi.org/10.1038/s41593-026-02267-3
Quelle: Pressemitteilung Universität Leipzig



