Über den Prostata‐spezifischen Antigen‐(PSA)‐Test im Blutzur Früherkennung von Prostatakrebs ist sich die Fachwelt nach wie vor uneins. Der PSA-Wert kann zwar bei Prostatakrebs erhöht sein, ein hoher Wert ist jedoch nicht spezifisch für diese Krebsart. Die 2025 aktualisierte Leitlinie empfiehlt bei der Früherkennung von Prostatakrebs dennoch ein auf dem PSA-Wert basiertes Vorgehen. Derzeit prüft das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses, ob dieser Ansatz in die gesetzliche Früherkennung aufgenommen wird. Cochrane hat jetzt vor diesem Hintergrund ihre Metaanalyse von 2013 aktualisiert. Damals konnte dem PSA-Screening keine signifikante Senkung des krankheitsspezifischen Mortalitätsrisikos zugeschrieben werden. Für ihre aktuelle Analyse nutzten die Forscher 6 RCT-Studien mit insgesamt fast 800.000 Teilnehmern, wobei 85% davon aus den Studien CAP (UK), PLCO (USA) und ERSPC (Europa) stammten. Dabei konnten sie auch auf deutlich verlängerte Follow-up-Daten zurückgreifen (ERSPC 23 Jahre, PLCO 17 Jahre). Zentrales Ergebnis: Der PSA‐Test zur Früherkennung von Prostatakrebs senkt wahrscheinlich leicht das Risiko, an Prostatakrebs zu sterben („moderate Evidenz“). Möglicherweise verringert er auch das Sterberisiko insgesamt.
Quelle: Franco JVA et al. Cochrane Database of Systematic Reviews 2026, 5: CD004720. DOI: 10.1002/14651858.CD004720.pub4.



