Bis zu 75% der Krebspatienten erleben während einer Chemotherapie kognitive Beeinträchtigungen (Cancer-Related Cognitive Impairment, CRCI), auch als „Chemo-Brain“ oder „Brain Fog“ bezeichnet. Die Betroffenen berichten von kognitiven Einbußen wie Konzentrationsproblemen, Wortfindungsstörungen, Vergesslichkeit sowie mentaler Erschöpfung, die über das Ende der Therapie hinaus anhalten können. Die Störungen werden maßgeblich auf Entzündungsreaktionen durch die Zytostatika zurückgeführt.
Frühere Studien haben gezeigt, dass Bewegung, die eine entzündungshemmende Wirkung hat, auch die kognitiven Beschwerden als Folge einer Chemotherapie lindern kann. US-Forscher haben jetzt für Krebspatienten ein strukturiertes Bewegungsprogramm entwickelt: EXCAP (Exercise for Cancer Patients). Es umfasst leichtes Ausdauer- und Krafttraining (Gehen und Dehnübungen), das im Verlauf von 6 Wochen langsam gesteigert wird, sofern die Patienten dies tolerieren. In einer randomisierten Phase-3-Studie mit 687 Patienten konnten sie zeigen, dass EXCAP die kognitiven Nebenwirkungen einer Chemotherapie abschwächen kann. Von dem Bewegungsprogramm profitierten insbesondere Patienten, die alle zwei Wochen behandelt wurden, im Vergleich zu Patienten, die eine Chemotherapie in drei- oder vierwöchigen Zyklen erhielten.
Literatur: Mustian KM et al. JNCCN 2026; 24 (3): 91-99. https://doi.org/10.6004/jnccn.2025.7118
Quelle: Pressemeldung University of Rochester Medicine



