Rund 43 % der Bevölkerung sind weltweit mit dem Bakterium Helicobacter pylori (H. pylori) infiziert. Der Erreger gilt als zentraler Risikofaktor für Magenkrebs. Standardtherapien basieren vor allem auf dem Antibiotikum Metronidazol, gegen das H. pylori jedoch zunehmend resistent wird. Forscher der Technischen Universität München (TUM) konnten jetzt durch chemische Anpassungen die Wirksamkeit von Metronidazol um das bis zu 60-Fache steigern. Sie fanden heraus, dass Metronidazol auch zwei zentrale Schutzproteine von H. pylori direkt angreift: ein Enzym zur Entgiftung schädlicher Sauerstoffverbindungen und ein Protein, das beschädigte Eiweiße repariert. Die entwickelten Ether-Derivate konnten sich im Labor und im Tierversuch besser und stabiler an die Zielproteine anheften, wodurch H. pylori oxidativen Stress schlechter abwehren kann und zugrunde geht. Die bis zu 60-fach höhere Wirksamkeit war zudem auch gegen bereits resistente Bakterienstämme gerichtet. Der angepasste Wirkstoff muss sich jetzt in menschlichen Zellen beweisen.
Literatur: Fiedler MK et al. Nat Microbiol 2026. DOI: 10.1038/s41564-026-02291-w
Quelle: Pressemeldung Technische Universität München



