Herzinsuffizienz ist eine chronisch progrediente Erkrankung, unabhängig von der Ejektionsfraktion. Erkrankte mit reduzierter linksventrikulärer Funktion sollten rasch die passende Medikation erhalten. Die vorliegende Arbeit führt kurz in die Pharmakotherapie ein und beleuchtet die geänderten Therapiestrategien sowie neue Erkenntnisse aus randomisierten Studien.
Einleitung
021 erschien die europäische Leitlinie zur Diagnostik und Therapie der akuten und chronischen Herzinsuffizienz [1]. Zwischen März 2021 und März 2023 wurden weitere randomisierte Studien und Metaanalysen publiziert und im Rahmen eines fokussierten Updates 2023 zusammengefasst [1, 2]. In der vorliegenden Arbeit wird nach einer kurzen Einführung in die Pharmakotherapie auf die geänderte Therapiestrategie der Pharmakotherapie und die neue Studienlage durch randomisierte Studien eingegangen.
Definition, Epidemiologie und Prognose
Herzinsuffizienz (HF) ist ein Syndrom bestehend aus Leistungsminderung, Müdigkeit, Atemnot, Nykturie und Ödemen. Klinische Anzeichen sind eine pulmonale Stauung, gegebenenfalls mit Pleuraergüssen, eine Jugularvenen-Stauung, Anasarka und Beinödeme.
Ursachen sind eine myokardiale Funktionsstörung z. B. infolge einer koronaren Herzerkrankung, einer Herzmuskelerkrankung oder eines Bluthochdrucks (systolisch/diastolisch), Herzklappenerkrankungen, Vorhofflimmern und perikardiale Erkrankungen.
Die Prävalenz der Herzinsuffizienz steigt mit zunehmendem Alter von ca. 1% bei den unter 55-Jährigen auf größer 10% bei den über 70-Jährigen. Die Sterblichkeitsraten sind in Beobachtungsstudien höher als in klinischen Studien. In der Kohorte von Olmsted County lagen die 1-Jahres- und 5-Jahres-Sterblichkeitsraten für alle Arten von HF-Erkrankungen zwischen 2000 und 2010 bei 20% bzw. 53%. Trotz weniger evidenzbasierter Behandlung haben Frauen ein längeres Überleben als Männer [3, 4].
Der klinische Verlauf der Herzinsuffizienz variiert je nach Grunderkrankung und Komorbiditäten. Prognostisch ungünstig sind rezidivierende kardiale Dekompensationen. Diese Episoden sind mit einem erhöhten Risiko für Krankenhausaufenthalte und Todesfälle verbunden [3]. Sie stellen aufgrund ihrer Häufigkeit und Dringlichkeit eine große Belastung für das Gesundheitssystem dar. Ihre Prävention ist ein Hauptziel einer leitlinienbasierten Behandlung.
Zusammenfassung
Herzinsuffizienz ist ein Syndrom bestehend aus Leistungsminderung, pulmonaler Stauung mit Atemnot und peripheren Ödemen. Häufige Ursachen sind die koronare Herzerkrankung, die arterielle Hypertonie, das Vorhofflimmern und Herzklappenerkrankungen. Der klinische Verlauf ist gekennzeichnet durch eine progrediente Verschlechterung der kardialen Funktion mit gehäuften Dekompensationen, steigender Morbidität und Mortalität. In der Erstlinientherapie der systolischen Herzinsuffizienz (linksventrikuläre Ejektionsfraktion [LVEF] ≤40%) werden mit einer Klasse-I-Empfehlung Angiotensin-Converting-Enzym(ACE)-Hemmer bzw. Sacubitril/Valsartan, Betablocker, Mineralkortikoid-Rezeptorantagonisten und SGLT2-Inhibitoren (sodium dependent glucose transporter 2 inhibitors) eingesetzt und frühzeitig parallel (und nicht mehr nacheinander) verabreicht und nach Verträglichkeit hochtitriert. Erkrankte mit Herzinsuffizienz und mäßiggradig reduzierter LV-Funktion (HFmrEF, LVEF 41–49%) zeigen unter diesem neurohumoral blockierenden Therapieregime ebenfalls positive Behandlungseffekte (IIB-Empfehlung). HFpEF-Erkrankte mit erhaltener LV-Funktion (LVEF >50%) werden mit Diuretika zur Dekongestion und SGLT-2-Hemmern (Dapagliflozin, Empagliflozin) prognoseverbessernd behandelt. Finerenon, ein neuer nicht-steroidaler Mineralkortikoidantagonist, wird bei Menschen mit Diabetes Typ II mit Albuminurie zur Prävention der Herzinsuffizienz empfohlen (Klasse-I-A-Empfehlung).
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Der gesamte Artikel ist in der internistische praxis Band 69 Heft 3 und als CME-Beitrag in unserem CME-Portal erschienen. Lesen Sie dort den vollständigen Artikel
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Prof. Dr. med. Rolf-Michael Klein
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