Seit April 2026 gibt es auch in Deutschland ein strukturiertes Lungenkrebs-Früherkennungsprogramm, das auf einem niedrigdosierten Computertomographie-(LDCT)-Screening im jährlichen Turnus basiert. Es soll über die frühe Diagnose bei starken (Ex-) Rauchern (50-75 Jahre) die Sterblichkeit senken. Allerdings liefern, wie Erfahrungen anderer Länder zeigen, etwa 80% der Ausgangsuntersuchungen negative Befunde. Das langfristige LC-Risiko konnte in diesen Fällen bisher nicht quantifiziert werden, was eine eventuell notwendige evidenzbasierte Anpassung der Überwachungsintervalle erschwert. Chinesische Forscher untersuchten jetzt den Zusammenhang zwischen Rauchexposition (Status, Packungsjahre und LC-Inzidenz) bei 30.565 Teilnehmern und charakterisierten die zeitliche Entwicklung des LC-Risikos nach negativen LDCT-Befunden. Demnach hatten Raucher, insbesondere solche mit einer Rauchhistorie von 20 Packungsjahren oder mehr, ein signifikant höheres langfristiges LC-Risiko als Nieraucher, das aber erst ab dem 3. Jahr nach dem Screening signifikant war. Frauen zeigten bei vergleichbarer Exposition ein höheres LC-Risiko. Die Autoren leiten daraus die Notwendigkeit ab, anfängliche Überwachungsintervalle zu verlängern und eine personalisierte Nachbeobachtung anzuschließen.
Quelle: Liu Y et al. JAMA Netw Open 2026;9(3):e261913. doi:10.1001/jamanetworkopen.2026.1913



