Schon Anfang des 20. Jahrhunderts wurden Zuckerkranke erfolgreich mit Hafer behandelt. Mit der Entwicklung moderner Medikamente ist das Getreide in Vergessenheit geraten. Forscher der Universität Bonn rückten jetzt mit einer Studie den Hafer wieder in den Fokus. Danach scheint eine kurzzeitige Haferkur den Cholesterinspiegel überraschend stark senken zu können. Für die Studie ernährten sich 17 Probanden mit metabolischem Syndrom über 2 Tage 3x täglich fast ausschließlich von in Wasser aufgekochten Haferflocken (an beiden Tagen jeweils 300g), lediglich verfeinert mit etwas Obst oder Gemüse. Die 15 Kontrollpersonen aßen eine entsprechende kalorienreduzierte Kost.
Ergebnis: In der Hafer-Gruppe sanken die Cholesterinwerte deutlich, insbesondere das LDL-Cholesterin, signifikant um 10%. Selbst nach 6 Wochen ließ sich dieser Effekt noch nachweisen. Offenbar beeinflusst der Hafer die Zusammensetzung der Mikroorganismen im Darm, indem erdas Wachstum „gesunder“ Darmbakterien fördert.Die Darmbakterien produzieren durch den Abbau des Hafers phenolische Verbindungen, wie z.B. die Ferulasäure, die wohl den Cholesterinstoffwechsel positiv beeinflusst. Umgekehrt entsorgen andere Mikroorgansimsen Histidin, das in Verdacht steht, an der Insulinresistenz beteiligt zu sein.
Literatur: Klümpen L et al. Nat Commun 2026;17: 598. https://doi.org/10.1038/s41467-026-68303-9
Quelle: Pressemeldung Universität Bonn



