Mundgesundheit wird vor allem durch Ernährung und Stoffwechselprozesse beeinflusst. So kann ein dauerhaft hoher Zuckerkonsum zu Entzündungen im Mund, aber auch im ganzen Körper führen. Trotz sorgfältiger Mundhygiene und Fluoridanwendung kommt es zwar zu deutlich weniger Karies, vollständig aufzuhalten gelingt jedoch nicht. Hoher Zuckerkonsum wird auch mit anderen Entzündungsprozessen im Körper in Verbindung gebracht. Eine aktuelle systematische Analyse zeigt, dass die Einschränkung von freiem Zucker signifikant mit einer Reduktion gingivaler Entzündung assoziiert ist. Zuvor konnte eine weitere Studie nachweisen, dass eine vierwöchige entzündungshemmende, zuckerarme Ernährung die Zahnfleischblutung klinisch relevant reduzierte – trotz unveränderter Plaquewerte und Verzicht auf Interdentalhygiene. Diese Befunde zeigen: Zucker fördert im Mund biofilmassoziierte Stoffwechselprozesse, wirkt aber auch systemisch über metabolisch induzierte Entzündungsreaktionen. Chronisch niedriggradige Entzündungen gelten als gemeinsamer Risikofaktor für Parodontitis, Adipositas, Typ-2-Diabetes, Tumor- und Demenzerkrankungen sowie kardiovaskuläre Erkrankungen.
Quelle: Pressemitteilung Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK)



