Eisenmangelanämie (IDA) ist eine Erkrankung, die in der Hauptsache Frauen im gebärfähigen Alter betrifft. Etablierte Erstlinienbehandlung ist die orale Eisensupplementierung. Die Eisenpräparate haben eine gute Wirksamkeit, bei eigentlich nur minimalen gastrointestinalen (GI) Nebenwirkungen. Dennoch scheint dies ein Grund für mangelnde Adhärenz zu sein. Chinesische Forscher kommen jetzt allerdings zu dem Schluss, dass andere Faktoren zu geringerer Therapietreue führen. In ihrer Studie untersuchten sie bei 148 Frauen mit IDA das Auftreten von GI-Nebenwirkungen und deren Einfluss auf die Therapietreue. Berücksichtigt wurden daneben aber noch Faktoren wie Medikamentenbedenken, Krankheitsverständnis, Arzt-Patienten-Beziehung und soziale Unterstützung, die die Medikamententreue beeinflussen können.
Ergebnis: 64,86% der Patientinnen waren therapietreu (vs. 35,14% nicht-adhärenten Frauen). Überraschenderweise waren GI-Nebenwirkungen nicht signifikant mit der Medikamententreue assoziiert (nur 8 Patienten zeigten GI-Nebenwirkungen, 2 davon waren adhärent); sie sind demnach bei dieser Therapie kein entscheidender Faktor. Vielmehr sind Faktoren wie die Sorge vor der Medikation, ein schlechtes Arzt-Patienten-Verhältnis und geringes Krankheitsverständnis ausschlaggebend für mangelnde Adhärenz.
Quelle: Tan X et al. Front Pharmacol 2026; 17. https://doi.org/10.3389/fphar.2026.1727566



