Das Immunsystem bekämpft Bakterien, die eine Sepsis auslösen können, mithilfe von Phagolysosomen. In diesen spezialisierten Zellkompartimenten der Immunzellen werden Bakterien abgebaut. Dieser Abbau erfordert eine saure Umgebung, die durch Ionenkanäle (Proteinkomplexe in der Oberfläche der Zellkompartimente) reguliert werden. Eine Sepsis entsteht, wenn das Immunsystem eine Infektion nicht mehr lokal begrenzen kann. In der Folge kommt es durch fehlerhafte Abwehrreaktionen zu lebensbedrohlichen Schäden.
Der genaue Abwehrmechanismus dahinter war bislang weitgehend unklar.
Forscher der Universitätsmedizin Mainz konnten jetzt die Abläufe entschlüsseln, mit denen das Immunsystem bakterielle Infektionen bekämpft.Sie fanden heraus, dass ein bestimmtes Protein, der Ionenkanal PACC1 (Proton-activated Chloride Channel 1), entscheidend dafür ist, dass Immunzellen Bakterien effektiv abtöten können. Fehlt das Protein, werden die Bakterien schlechter abgebaut, es kommt zu verstärkten und fehlgeleiteten Entzündungsreaktionen. Im Tiermodell zeigte sich zudem eine erhöhte Sterblichkeit bei einer durch Bakterien ausgelösten Sepsis. Angesichts zunehmender Antibiotikaresistenzen könnten die Ergebnisse laut Autoren langfristig dazu beitragen, neue Strategien gegen die bakterielle Sepsis zu entwickeln.
Literatur: Garo LP et al. PNAS 2026; 123 (15): e2515768123. DOI: https://www.doi.org./10.1073/pnas.2515768123
Quelle: Pressemeldung Universitätsmedizin Mainz



