Haupttreiber für antimikrobielle Resistenzen (AMR) ist der Übergebrauch von Antibiotika. Ergebnisse einer australischen Studie deuten jetzt darauf hin, dass auch nicht-antibiotische Medikamente (NAMs) unter Antibiotikatherapie zur Entwicklung von AMR beitragen können. Die Forscher untersuchten dazu 9 häufig verwendete NAMs – Ibuprofen, Diclofenac, Paracetamol, Furosemid, Metformin, Atorvastatin, Tramadol, Temazepam und Pseudoephedrin (in darmrelevanten Konzentrationen) – und ihren Einfluss auf die Ciprofloxacin-induzierte Mutagenese in Escherichia coli (E. coli). E. coli ist ein typischer Erreger von Harnwegsinfektionen, die besonders in Alten- und Pflegeheimen häufig auftreten. Ergebnis: die Schmerzmittel Ibuprofen und Paracetamol erhöhten in vitro (unter simulierten realen Bedingungen) die Mutationshäufigkeit signifikant und entwickelten eine hohe Ciprofloxacin-Resistenz. Eine Genomsequenzierung identifizierte Mutationen in GyrA, MarR und AcrR, Die gleichzeitige Verwendung von Ibuprofen und Paracetamol führte zwar nicht zu einer erhöhten Mutationsrate. Die mutierten Bakterien waren jedoch um ein Vielfaches (bis zu 32-fach) resistenter als die Ausgangsstämme.
Quelle: Chen H et al. npj Antimicrob Resist 2025; 3: 73. https://doi.org/10.1038/s44259-025-00144-w



