Die WHO hat kürzlich eine Richtlinie veröffentlicht, die den Nutzen nicht-nährstoffreicher Süßstoffe (NNS) infrage stellt und stattdessen Bedenken wegen möglicher negativer Langzeitfolgen z.B. gestörter Energiestoffwechsel, erhöhtes Risiko für Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen äußert. Der NNS-Konsum während Schwangerschaft und Stillzeit wird mit einem erhöhten Risiko für Frühgeburten und metabolischen Störungen in der Kindheit in Verbindung gebracht. Werden diese negativen Veränderungen also möglicherweise auf die Nachkommen übertragen? Chilenische Forscher fanden darauf eine Antwort. In einer aktuellen Studie bewerten sie den Einfluss des elterlichen (F0) Konsums von Sucralose oder Stevia bei Mäusen auf die erste (F1) und zweite (F2) Generation. Ergebnis: Durch den Konsum von Sucralose und Stevia kommt es wahrscheinlich zur Beeinträchtigung des Darmmikrobioms, was eine niedrigere Konzentration kurzkettiger Fettsäuren (SCFA) zur Folge hat – ein Indiz dafür, dass der Stoffwechsel der Darmbakterien gestört ist. Die niedrigeren SCFA-Konzentrationen fanden sich auch in den Generationen F1 und F2 – ein Hinweis, dass es zu Veränderungen in der Genexpression kam. Das Körpergewicht wird von diesen NNS in der F0-Generation nicht beeinflusst, in der F1-Generation ist es jedoch erhöht.
Quelle: Concha Celume F et al. Front Nutr 2026; 13:1694149. doi: 10.3389/fnut.2026.1694149



