Dermatologie » Entzündliche Dermatosen » Psoriasis

»

Aktualisierte Empfehlungen zur sicheren Anwendung von Januskinase-Inhibitoren (JAKi) bei immunvermittelten entzündlichen Erkrankungen

Nahaufnahme von Hautläsionen bei Psoriasis (Schuppenflechte) am Rücken eines Erwachsenen.

Aktualisierte Empfehlungen zur sicheren Anwendung von Januskinase-Inhibitoren (JAKi) bei immunvermittelten entzündlichen Erkrankungen

News

Dermatologie

Entzündliche Dermatosen

Psoriasis

mgo medizin Redaktion

Verlag

3 MIN

Die aktualisierte Konsenserklärung behandelt die sichere und effektive Anwendung von Januskinase-Inhibitoren (JAKi) bei immunvermittelten entzündlichen Erkrankungen (IMIDs). Diese Aktualisierung wurde durch eine multidisziplinäre Arbeitsgruppe entwickelt, die sich aus Patienten, Fachkräften des Gesundheitswesens und klinischen Experten zusammensetzte. Der Fokus lag darauf, die 2019 veröffentlichte Erklärung auf Basis neuer systematischer Literaturrecherchen und klinischer Daten zu überarbeiten. Ziel war es, die Sicherheit und Wirksamkeit von JAKi in verschiedenen Indikationen zu bewerten, ohne jedoch Empfehlungen zur Initiierung der Therapie zu geben. Stattdessen wurden Überlegungen und Leitlinien zur sicheren und effizienten Anwendung von JAKi nach der Entscheidung für deren Einsatz formuliert.

Fortschritte in der Anwendung von JAKi und neue Sicherheitsaspekte

Im ersten Abschnitt wird auf die Pathogenese und therapeutische Relevanz von JAKi eingegangen. IMIDs umfassen eine Vielzahl von Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis (RA), Psoriasis, entzündliche Darmerkrankungen (IBD) und atopische Dermatitis (AD), die alle durch immunvermittelte Entzündungsreaktionen gekennzeichnet sind. Zytokine spielen hierbei eine zentrale Rolle, wobei der Januskinase-Signalweg für viele entzündungsfördernde Prozesse entscheidend ist. Trotz der Erfolge von JAKi in der Therapie dieser Erkrankungen wurden Sicherheitsbedenken, insbesondere im Vergleich zu TNF-Inhibitoren (TNFi), hervorgehoben. Diese betreffen vor allem das Risiko von kardiovaskulären Ereignissen, Malignomen und thromboembolischen Komplikationen.

Die Methodik der Konsenserstellung basierte auf den Standardarbeitsanweisungen der European Alliance of Associations for Rheumatology (EULAR). Eine umfassende Literaturrecherche zu Wirksamkeit und Sicherheit von JAKi zwischen 2019 und 2023 bildete die Grundlage der Empfehlungen. Die Abstimmung über die Prinzipien und Empfehlungen erfolgte in mehreren Sitzungen, wobei eine 75%-Mehrheit erforderlich war. Die Empfehlungen umfassen allgemeine Grundsätze, Indikationen, Dosierung, Begleitmedikation, Kontraindikationen, Screening-Protokolle, Monitoring und Nebenwirkungen.

Ergebnisse der aktualisierten Konsenserklärung

Die Ergebnisse umfassen vier übergeordnete Prinzipien (OAPs), die die gemeinsame Entscheidungsfindung zwischen Patient und Arzt sowie die Einhaltung internationaler Behandlungsrichtlinien betonen. Zu den Indikationen zählen mittlerweile neben RA auch Psoriasis, IBD, AD, Vitiligo und Alopecia areata. Es wurde hervorgehoben, dass keine direkten Vergleichsstudien existieren, die einen JAKi gegenüber einem anderen in Bezug auf Sicherheit oder Wirksamkeit überlegen zeigen.

Die Dosierungsempfehlungen betonen die Anpassung an spezifische Erkrankungen sowie die Berücksichtigung von Alter, Komorbiditäten und potenziellen Medikamenteninteraktionen. Kontraindikationen umfassen infektiöse Erkrankungen, Malignitäten, Schwangerschaft und Organfunktionsstörungen. Eine gründliche prätherapeutische Untersuchung, einschließlich Tests auf Hepatitis B und C, HIV und Tuberkulose, wird empfohlen. Darüber hinaus wird die Aktualisierung des Impfstatus, insbesondere gegen Herpes Zoster, als wichtig erachtet.

Das Monitoring umfasst regelmäßige Laboruntersuchungen (Blutbild, Leber- und Nierenfunktion, Lipidprofile) und Hautuntersuchungen auf Hautkrebs. Es wird darauf hingewiesen, dass Akutphasenreaktanten wie CRP durch JAKi beeinflusst werden können, was die Bewertung der Krankheitsaktivität erschweren kann. Nebenwirkungen umfassen schwere Infektionen, Thrombosen, Malignitäten sowie hämatologische und biochemische Veränderungen.

Offene Forschungsfragen und zukünftige Entwicklungen

Abschließend wird eine Forschungsagenda formuliert, die offene Fragen zur Sicherheit, Wirksamkeit, Mechanismen und Langzeitüberwachung von JAKi adressiert. Die Autoren betonen, dass zukünftige Studien erforderlich sind, um die offenen Fragen zu klären und die Empfehlungen weiter zu aktualisieren.

Originalpublikation: Nash P, Kerschbaumer A, Dörner T, et al. Updated expert consensus on the use of Janus kinase inhibitors for the treatment of immune-mediated inflammatory diseases. Ann Rheum Dis. 2025

Bilderquelle: © BarTA – stock.adobe.com

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Aerzteteam verfolgt eine Online Fortbildung an mehreren Monitoren als Web Tipp fuer Kurzentschlossene

Web-Tipp für Kurzentschlossene

Kongressberichte

Am 20. Juni 2026 beleuchtet ein digitales Symposium via Livestream neue Therapieansätze moderner Hauterkrankungen. Das wissenschaftliche Programm für Fachpersonal umfasst Vorträge zu Haarausfall, Vitiligo, Anaphylaxie und Acne tarda

Dermatologie

Allgemeine Dermatologie

Digitale Dermatologie

Beitrag lesen
Person mit ausgepraegter Roete und Entzuendung im Gesicht als Beispiel dafuer, wo medizinische Notwendigkeit auf aesthetische Praezision trifft

Wo medizinische Notwendigkeit auf ästhetische Präzision trifft

Fachartikel

Wo endet eine klassische Heilbehandlung und wo beginnt ästhetische Optimierung? In der täglichen Praxis können diese Grenzen durchlässig scheinen, da innovative Verfahren wie das „Layering“ oder segmentale Peelings sowohl pathologische Hautveränderungen therapieren als auch das Hautbild nachhaltig verjüngen können. Wir fragen nach, wie sich medizinische Expertise und ästhetischer Anspruch synergetisch verbinden lassen.

Dermatologie

Allgemeine Dermatologie

Versorgung, Forschung und Leitlinien

Beitrag lesen
Kind mit Sonne aus Sonnencreme auf der Schulter als Symbol fuer natuerlich entspannt durch den Sommer

Pharmameldung: Natürlich entspannt durch den Sommer

Pharmaservice

Diese Pflegeprodukte setzen auf rein natürliche Inhaltsstoffe und medizinische Expertise, um akute Hautreizungen zu lindern. Die Rezepturen basieren auf wirkstoffreichen Ölen und pflanzlichen Komponenten wie Aloe Vera, die zur Regeneration nach UV-bedingten Entzündungen oder Insektenstichen beitragen können.

Dermatologie

Allgemeine Dermatologie

Versorgung, Forschung und Leitlinien

Beitrag lesen