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Berufsdermatologie als wirtschaftlich tragende Säule und Motor für Innovationen

Panoramaaufnahme vom Staffelsee und Murnau als Tagungsort, an dem die Berufsdermatologie als wirtschaftlich tragende Saeule und Motor fuer Innovationen diskutiert wird

Quelle: © ARochau - stock.adobe.com

Berufsdermatologie als wirtschaftlich tragende Säule und Motor für Innovationen

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mgo medizin Redaktion

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Erschienen in: DermaForum

Das 16. Dermatologische Alpenseminar am Staffelsee bot auch 2026 eine exzellente Mischung aus gesundheitspolitischen Perspektiven und medizinischen Erkenntnissen.

Hierzu haben wir mit Tagungspräsident Prof. Dr. Christoph Skudlik, iDerm/BG Klinikum Hamburg, gesprochen – er erklärt, warum die Berufsdermatologie für Praxen ein hochattraktives „drittes Standbein“ bleibt und welche Vorteile die UV-GOÄ bietet.

Prof. Dr. Christoph Skudlik ©privat
Prof. Dr. Christoph Skudlik ©privat

Lieber Prof. Dr. Skudlik, was ist Ihr persönliches Fazit?

Prof. Dr. Christoph Skudlik: „Es war eine rundum erfolgreiche Veranstaltung. Der Tagungsort in der BG-Unfallklinik Murnau hat sich mittlerweile fest etabliert. Die Teilnehmer haben sowohl die exzellente Infrastruktur des Tagungszentrums als auch das gesellschaftliche Rahmenprogramm am Staffelsee sehr genossen. Inhaltlich haben wir ein breites Spektrum abgebildet – vom Nachwuchsforum der ABD, das zum zweiten Mal tagte und auf sehr gute Resonanz stieß, bis hin zum DGUV-Forum. Hier konnten wir den Austausch mit der gesetzlichen Unfallversicherung weiter intensivieren. Das Alpenseminar selbst bot zudem einen exzellenten Überblick über die aktuellen Entwicklungen in der Versorgung von entzündlichen, anlagebedingten Hauterkrankungen sowie im Bereich der Dermatoonkologie.“

Welche Botschaft möchten Sie den niedergelassenen Kolleg:innen mitgeben?

Prof. Dr. Christoph Skudlik: „Ein zentrales Ergebnis unserer Tagung ist, dass die Berufsdermatologie für die dermatologische Praxis auch weiterhin ein hochattraktives „drittes Standbein“ darstellt. Unser Spektrum geht dabei weit über die klassischen Berufsdermatosen wie das Kontaktekzem hinaus; es umfasst zunehmend auch die Mitbehandlung oder Verschlimmerung chronisch entzündlicher Hauterkrankungen sowie die onkologische Versorgung.Wer die bestehenden Versorgungsstrukturen konsequent nutzt, profitiert von wirtschaftlich attraktiven Rahmenbedingungen. Ein wichtiger Hinweis für die Planung: Zum 01.07.2026 erhöhen sich die UV-GOÄ-Ziffern erneut um 5 % – eine positive Entwicklung, die wir bereits aus den Vorjahren kennen.“

Wie geht es weiter?

Prof. Dr. Christoph Skudlik: „Wir setzen auf Kontinuität und eine bewährte Wechselwirkung. Die ABD freut sich sehr, ihre nächste Tagung im kommenden Jahr in Hamburg auszurichten. Wir werden dort 2027 im hochmodernen Tagungszentrum PREVIEW der BGW und VBG in der HafenCity zu Gast sein. Das Dermatologische Alpenseminar selbst findet wie gewohnt im Zweijahresturnus statt: Der Termin für 2028 steht bereits fest – wir treffen uns dann wieder über das Himmelfahrtswochenende in der BG-Unfallklinik Murnau.“

Nachbericht zum Dermatologischen Alpenseminar in Murnau

Highlights aus dem Programm: Innovationen und Praxisrelevanz

Neben gesundheitspolitischen und strukturellen Themen bot das 16. Dermatologische Alpenseminar im Mai 2026 in Murnau am Staffelsee tiefgreifende wissenschaftliche Updates. Im Fokus standen in diesem Jahr insbesondere Innovationen in der Therapie entzündlicher Dermatosen, bildgebende Verfahren in der Dermatoonkologie und wegweisende Änderungen bei der
Begutachtung.

Diagnostik und Therapie

Ein zentrales Thema war die Differenzialdiagnose von Ekzemen und Psoriasis, die im klinischen Alltag häufig eine große Herausforderung darstellt. Prof. Dr. N. Garzorz-Stark präsentierte hierzu den Einsatz der molekularen Diagnostik. Zusammenfassend markieren molekulare Diagnostik und automatisierte Analysesysteme einen Paradigmenwechsel von der morphologischen hin zur molekularen Krankheitsdefinition – und könnten so die Grundlage legen für eine präzisere, personalisierte dermatologische Versorgung. Im Bereich der Systemtherapien chronisch-entzündlicher Dermatosen erläuterte Prof. Dr. A. Bauer die enormen Entwicklungen der vergangenen Jahre. Für die Behandlung des atopischen Ekzems stehen inzwischen moderne Biologika (wie Dupilumab, Tralokinumab und Lebrikizumab) sowie diverse Januskinase-Inhibitoren (etwa Upadacitinib und Abrocitinib) zur Verfügung. Spannend für die Berufsdermatologie ist z. B. Delgocitinib, ein topischer Pan-JAK-Inhibitor, der seit über einem Jahr die erste spezifische topische Therapieform für das chronische Handekzem darstellt.

Bildgebung und Dermatoonkologie

Zur verbesserten Diagnostik von berufsbedingtem Hautkrebs (BK 5103) zeigte Dr. S. Hobelsberger moderne Imaging-Verfahren auf. Spannend sei u. a. die Line-field konfokale optische Kohärenztomographie (LC-OCT), welche die Vorteile der optischen Kohärenztomographie (OCT) und der konfokalen Lasermikroskopie (RCM) vereint. Sie ermöglicht eine detaillierte, dreidimensionale Darstellung der Haut bis in eine Tiefe von 0,5 mm und kann sogar für eine KI-gestützte Schnittrandkontrolle von Basalzellkarzinomen genutzt werden. Wie Priv.-Doz. Dr.  K. Drexler berichtete, rückt therapeutisch beim fortgeschrittenen, nicht operablen Plattenepithelkarzinom die Immuntherapie stärker in den Fokus. Hier sei die Therapie mit dem PD-1-Antikörper Cemiplimab in der Erstlinientherapie aktuell die beste Therapieoption.


Heilverfahrenssteuerung und Begutachtung

Prof. Dr. C. Skudlik stellte die im Oktober 2025 veröffentlichte Neufassung der „Bamberger Empfehlung“ vor, die weitreichende Konsequenzen für die Begutachtung bei der BK 5101 hat. Abweichend von der bisherigen Praxis sind nun die Merkmale „Schwere“ und „wiederholte Rückfälligkeit“ die maßgeblichen Kriterien für eine Anerkennung, wobei das Merkmal der Schwere nun explizit mit der stattgehabten dermatologischen Therapie und den Präventionsmaßnahmen verknüpft wird. Darüber hinaus wurde ein DGUV-Forschungsvorhaben unter der Leitung von Prof.  Dr.  Swen-Malte John, Osnabrück, präsentiert, das dem bundesweiten Rückgang der BK 5101-Verdachtsmeldungen entgegenwirken soll. Durch die Einführung einer „Kurz-Meldung BK 5101“ und einer „Fast Lane“ sollen Betroffene in Niedersachsen in einem Pilotprojekt künftig innerhalb von nur zwei bis drei Wochen in spezialisierten Zentren vorgestellt und adäquat versorgt werden können.


Berufsdermatologie als wirtschaftlich tragende Säule

Die Berufsdermatologie ist für die hautärztliche Praxis nicht nur inhaltlich, sondern auch wirtschaftlich höchst attraktiv. Wie Priv.Doz. Dr. A. Thielitz in Murnau zusammenfasste, ist die bis 2027 beschlossene jährliche Anhebung der Honorare nach der UV-GOÄ ein wesentlicher Faktor. Zum 01.07.2026 steigt diese erneut um den Höchstwert von 5 %. Seit Einführung im Jahr 2023 entspricht dies einer kumulativen Steigerung von 18,63 % – ein Wert, der in keiner anderen Gebührenordnung auch nur annähernd erreicht wird. Wer die bestehenden Versorgungsstrukturen konsequent nutzt, profitiert somit weiterhin von äußerst lukrativen Rahmenbedingungen.

(sma)

Save the Date

Das 17. Dermatologische Alpenseminar findet turnusgemäß im Jahr 2028 wieder über das Himmelfahrtswochenende in der BG-Unfallklinik Murnau statt. Und: Bereits im nächsten Jahr freut sich die Arbeitsgemeinschaft für Berufs- und Umweltdermatologie (ABD), interessierte Kolleg:innen  vom 17.-20. Juni 2027 zur Tagung in das hochmoderne Tagung PREVIER in der Hamburger HafenCity einladen zu können. Hinweise folgen.
www.berufsdermatologie.org

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