Dermatologie » Allgemeine Dermatologie » Preise, Auszeichnungen und Politik

»

Fokus auf Praxisrelevanz und Effizienz

Stethoskop in Herzform auf tuerkisfarbenem OP-Tuch als Symbol fuer Praxisrelevanz und Effizienz in der Medizin

Quelle: Fabio Balbi - stock.adobe.com

Fokus auf Praxisrelevanz und Effizienz

Kongressberichte

Dermatologie

Preise, Auszeichnungen und Politik

mgo medizin Redaktion

Verlag

4 MIN

Erschienen in: derma aktuell

Wie ein modernes Kongressformat ein umfassendes fachliches Update mit direktem Nutzwert verbindet und warum die klassische Dermatologie gerade heute eine Renaissance erlebt, erklärt im Prof. Dr. Klaus Fritz, Veranstalter der DERM Frankenthal.

Die Belastung in den Praxen ist hoch. Warum lohnt es sich für Fachärzte gerade jetzt, ein ganzes Wochenende in den DERM-Kongress zu investieren?

Prof. Dr. Klaus Fritz:Das Ziel der Tagung ist es, ein breites Angebot an Vorträgen und Kursen zu bieten und gleichzeitig alle für die Praxisführung notwendigen Nachweise an einem einzigen Wochenende zu bündeln. Das reicht von 34 Weiterbildungspunkten über spezielle Onkologie-Fortbildungen bis hin zu Laserschutz-Qualifikationen. Durch 4 bis 5 parallele Stränge mit rund 100 Referenten kann sich jeder Teilnehmer sein Update individuell zusammenstellen, ohne sich vorab festlegen zu müssen.“

Prof. Dr. med. Fritz (rechts) im Gespräch mit Prof. Dr. med. Borelli, Leiterin der AKG e. V. auf dem EADV-Jahreskongress 2025; ©smack
Prof. Dr. med. Fritz (rechts) im Gespräch mit Prof. Dr. med. Borelli, Leiterin der AKG e. V. auf dem EADV-Jahreskongress 2025; ©smack

Welche fachlichen Schwerpunkte setzen Sie in diesem Jahr?

Prof. Dr. Klaus Fritz:Die klassische Dermatologie steht mit etwa 57 % des Programms im Jahr 2026 wieder klar im Vordergrund. Wir beobachten derzeit eine sehr hohe Nachfrage nach Themen wie Akne, Rosacea, Ekzemen und Mykologie. Das ist besonders für angehende Fachärzte wichtig, da diese Bereiche in der klinischen Ausbildung oft nicht in der Tiefe der ambulanten Versorgung vorkommen. Daneben nehmen Ästhetik und Laser (25 %) sowie Praxismanagement und Berufspolitik (ca. 16–20 %) wichtige Rollen ein. Auch das große Thema KI wird sowohl fachlich als auch organisatorisch beleuchtet.

Praxisnähe ist ein gern genutztes Schlagwort. Wie füllen Sie diesen Anspruch in Frankenthal mit Leben?

Prof. Dr. Klaus Fritz:Wir wollen wissenschaftliche Erkenntnisse praktisch nutzbar machen, statt rein theoretische Diskussionen zu führen. Unsere Vorträge sind bewusst so gehalten, dass das Wissen am nächsten Montag direkt umgesetzt werden kann. Besonders deutlich wird das in unseren Kursformaten mit praktischen Übungen, Injektionstrainings oder den Hospitationen in umliegenden Praxen und Kliniken. Es geht um den Austausch auf Augenhöhe – unter anderem im Format der „DERM-Tipps“, bei den brisanten Problemen der Praxisführung unter Kollegen diskutiert werden.“

2026 gibt es neue Auszeichnungen. Was hat es mit dem UNNA-DERM Preis auf sich?

Prof. Dr. Klaus Fritz: „Wir wollen Innovationen mit Praxisrelevanz gezielt fördern. Während die „DERM Awards“ Industrieprodukte auf ihre Praxisrelevanz prüfen, richtet sich der „UNNA-DERM Preis“ an kreative Versorgungskonzepte „von uns für uns“. Es geht darum, Ideen von Ärzten und Mitarbeitenden bekannt zu machen, die das Potenzial haben, die Patientenversorgung direkt zu verbessern. Die Kongressteilnehmer können hierüber online abstimmen.“

Themenverteilung laut Stand des Programms zum 15.1.25; eigene Darstellung
Icon Mikroskop: ©PixiLine/stock.adobe.com
Icon Laser: ©clerk/stock.adobe.com
Icon Network: ©twenty.icons/stock.adobe.com
Themenverteilung laut Stand des Programms zum 15.1.25; eigene Darstellung
Icon Mikroskop: ©PixiLine/stock.adobe.com
Icon Laser: ©clerk/stock.adobe.com
Icon Network: ©twenty.icons/stock.adobe.com

Neben dem Fachlichen gilt die DERM als wichtiges „Klassentreffen“. Was erwartet die Kollegen beim Networking?

Prof. Dr. Klaus Fritz:Der kollegiale Austausch ist das Herzstück unserer Tagung. Oft entstehen die wertvollsten Impulse in den Gesprächen zwischen den Vorträgen oder beim Diskussionsformat „DERM-Tipps“ am Sonntag, wo wir brisante Fragen der Praxisführung gemeinsam lösen. Ein besonderes Highlight wird unser Gesellschaftsabend in der „Manufaktur“ im Mannheimer Hafen – eine ehemalige Bettenfabrik im modernen Industriedesign. Neben einer musikalischen Überraschung und D.J. Jean-Claude bietet der Abend den perfekten Rahmen, um in entspannter Atmosphäre das Netzwerk zu pflegen. Wir hoffen natürlich, dass trotz der Party um Mitternacht alle rechtzeitig für das hochkarätige Sonntagsprogramm bereit sind, denn auch am Sonntag wird nochmal viel fachlich Spannendes geboten.“

Das Interview führte Sabine Mack


Auf einen Blick

Termin: Ein Wochenende im Jahr 2026  
Ort: Kongresszentrum Frankenthal  
Fortbildung: 34 CME-Punkte, breites Kursangebot (Laser, Onkologie, Mykologie etc.)  

Hinweis: mgo-medizin ist mit den Facharztmedien in der Dermatologie Medienpartner von DERM Frankenthal und Derm Alpin.

Weitere Informationen

Programm und Anmeldung: www.kongress-derm.de/

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Person untersucht die Kopfhaut einer anderen Person mit einer Lupe als Symbol fuer diagnostische Abklaerung bei Haarwuchsstoerungen

Wenn Kinderhaare nicht wachsen wollen

Fachartikel

Haare, die kaum wachsen und sich schmerzlos lösen – hinter diesem Bild steckt nicht immer Alopecia areata oder Trichotillomanie. Das Loose-Anagen-Hair-Syndrom (LAHS) betrifft bis zu 10 % der Kinder in Haarsprechstunden und bleibt oft lange unerkannt. Wie die Diagnose gelingt und was Eltern wissen müssen, zeigt dieser praxisnahe Beitrag.

Dermatologie

Haarerkrankungen

Alopecia areata, Weitere Haarerkrankungen

Beitrag lesen
Medizinische Illustration mit entzündlichen Knoten und Laesionen in der Achselhoehle als typisches Bild der Hidradenitis suppurativa

HS: Positive Langzeitdaten, hohe Ansprechraten

Pharmaservice

Neue Langzeitdaten der AAD 2026 belegen: Povorcitinib, ein oraler JAK1-Inhibitor, zeigt bei moderater bis schwerer Hidradenitis Suppurativa beeindruckende Ansprechraten – bis zu 71,4 % erreichten HiSCR50, 29 % sogar vollständige Symptomfreiheit. Als erste orale Therapieoption in dieser Indikation werden Zulassungsanträge bereits bei FDA und EMA geprüft.

Dermatologie

Entzündliche Dermatosen

Hidradenitis suppurativa

Beitrag lesen
Laechelnde Person mit gepflegtem Bart vor farbigem Hintergrund als Symbolbild fuer Themen rund um Bartwuchs

Förderung des Bartwuchses bei trans Männern

News

Bartwuchs spielt für viele trans Männer eine zentrale Rolle im Transitionsprozess – doch die Testosterontherapie allein reicht oft nicht aus. Eine randomisierte Doppelblindstudie zeigt: Topisches 3% Minoxidil verbessert Bartdichte und Lebensqualität signifikant. Ein vielversprechender Therapieansatz für eine bislang wenig beachtete Versorgungslücke.

Dermatologie

Allgemeine Dermatologie

Versorgung, Forschung und Leitlinien

Beitrag lesen